Der große Solarschwindel!

Die Deutschen glauben an die Sonnenenergie, sie soll auch in Zukunft stark subventioniert werden. Das gefährdet eine tatsächliche Energiewende – denn die Kraft der Sonne ist teuer und ineffektiv. Nachdruck aus WAMS vom 26.6.11. Autor Daniel Wetzel


Der Tag, an dem Angela Merkel die Sonnenenergie nach Nordvorpommern brachte, begann trübe und wolkenverhangen. Die Bundeskanzlerin war trotz enger Terminlage in ihren Wahlkreis gefahren, um im Orte Grimmen an der Trebel den Bau des größten Solarparks von Mecklenburg-Vorpommern auf den Weg zu bringen. Dass sich die Sonne bei dem symbolträchtigen ersten Spatenstich im Oktober vergangenen Jahres partout nicht zeigen wollte, tat Merkels guter Laune ebenso wenig Abbruch wie die Tatsache, dass die 30 480 Solarmodule auf der 19 Hektar großen Fläche allesamt den Stempel "Made in China" tragen sollten. "Der Solarpark ist eine Zukunftsinvestition", sagte die Regierungschefin unverdrossen und stach den rot lackierten Spaten in die bröckelige Tonerde: "Wir sind auf dem Weg in das Zeitalter erneuerbarer Energien.

Bei ihrer Unterstützung für die Solarwirtschaft weiß die Bundeskanzlerin die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich. Sonnenstrom ist die Wunschenergie Nummer eins für die Deutschen, das ergab in der vergangenen Woche eine Umfrage, die der Wirtschaftsverband führender Public-Relations-Agenturen in Deutschland (GPRA) mit den Marktforschern von TNS Emnid veröffentlichte. Danach messen 99 Prozent der Befragten "der Sonnenenergie eine besonders hohe Wichtigkeit für die zukünftige Energieversorgung in Deutschland" bei. Die Sonne sei "aus Sicht der Verbraucher die wichtigste Energiequelle der Zukunft – noch vor Wasserkraft und Windkraft", heißt es im Ergebnis der Umfrage. Weniger als die Hälfte der Befragten glaubten dagegen noch an eine wichtige Rolle der Kohlekraftwerke, nur ein Fünftel an Atomkraft. "Die deutsche Bevölkerung hat die Energiewende längst vollzogen und vertraut regenerativen Energiequellen", lautet das Fazit des GPRA-Präsidiummitglieds Uwe Kohrs. Angesichts der derzeit diskutierten Kürzungspläne für Solarsubventionen müssten "Politik und Energieversorger aufpassen, dass sie nicht alles Restvertrauen verspielen."

Wissenschaftler aber reiben sich verwundert die Augen angesichts solcher Vorstellungen über die Struktur der deutschen Energieversorgung. Atom- und Kohlekraftwerke decken heute noch drei Viertel des deutschen Strombedarfs. Solarmodule tragen tatsächlich erst drei Prozent zur Bedarfsdeckung bei. Schon der Beitrag der Windenergie übertrifft den der Solaranlagen um ein Vielfaches – für einen Bruchteil der Kosten. Die Solarenergie kostet die Verbraucher Jahr für Jahr hohe Milliardenbeträge, verteuert den Klimaschutz, lässt sich nicht wirtschaftlich speichern und fällt in mehr als der Hälfte des Jahres fast komplett aus. Auch industriepolitisch ist die Solarförderung ein gewaltiger Schuss in den Ofen: Bereits mehr als 70 Prozent der in diesem Jahr in Deutschland verbauten Solarmodule stammen aus Asien.

Die Nachteile der solaren Energieversorgung im schattigen Deutschland sind aus wissenschaftlicher Sicht so eklatant, dass der Sachverständigenrat für Umweltfragen, ein hochkarätiges Beratergremium der Bundesregierung, dazu rät, den Ausbau der Fotovoltaik nicht mehr weiter zu forcieren, sondern im Gegenteil in sehr engen Grenzen zu halten. Der Flensburger Umweltwissenschaftler Olav Hohmeyer, ein Mitglied des Sachverständigenrats, fordert, die derzeitige solare Ausbaurate um mindestens 85 Prozent zurückzuschrauben, auf nur noch 500 bis 1000 Megawatt pro Jahr. Dabei ist der Sachverständigenrat durchaus kein natürlicher Feind erneuerbarer Energien: In anderen Gutachten zeigt das Professorengremium Wege auf, wie Ökostrom bis 2050 den kompletten deutschen Energiebedarf decken kann, verzichtet dabei aber lieber auf ein Übermaß an Sonnenenergie.

Die Forscher stehen mit ihrer Meinung nicht allein. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) sagt wegen des "Hype um die Fotovoltaik" in Deutschland einen "weiter anschwellenden Kosten-Tsunami" voraus. Das RWI, das zu den renommiertesten deutschen Wirtschaftsforschungsinstituten gehört, schlägt angesichts der deutschen Defizite bei Stromspeichern, Stromleitungen und der mangelhaften Vernetzung mit den europäischen Nachbarn deshalb sogar ein mehrjähriges Moratorium für erneuerbare Energien vor, um "die Förderanreize für diesen Zeitraum auszusetzen". Auch der unabhängige Energieexperte Sven Bode vom Arrhenius Institut für Energie- und Klimapolitik in Hamburg stellt offen die Frage, "ob die Förderung der Fotovoltaik nicht bereits heute vollständig eingestellt werden sollte".

Doch danach sieht es ganz und gar nicht aus: Die Fraktionen der Regierungsparteien wollen sich Morgen über die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes verständigen und dabei auch die Vergütungssätze für die unterschiedlichen Ökostrom-Arten festschreiben. Schon jetzt ist absehbar, dass es zu keinen nennenswerten Abstrichen bei den Solarsubventionen kommen wird. Vorgesehen ist im derzeitigen Gesetzentwurf lediglich, dass die Einspeisevergütung um jeweils drei bis vier Prozentpunkte sinkt, wenn der Grenzwert von 3500 Megawatt um 1000 Megawatt überschritten wird. Dass dies ausreicht, die solare Kostenexplosion zu beenden, glaubt kaum ein Marktbeobachter.

Der Wirtschaftsflügel der Unionsfraktion im Bundestag ist dabei schon bereit, die richtigen Konsequenzen zu ziehen: Er will den Fotovoltaik-Zubau in Deutschland – wie in anderen Ländern längst üblich – durch einen festen "Ausgabendeckel" begrenzen. Thomas Bareiß, der die Energiepolitik der CDU/CSU-Fraktion koordiniert, will mit dieser Forderung auch in die Koalitionsgespräche im Bundestag gehen, denn: "Was sich hier abzeichnet, ergibt energiewirtschaftlich keinen Sinn und ist sozialpolitisch verantwortungslos."

Doch Bareiß hat Zweifel, ob sich die Position des Wirtschaftsflügels der Union in den Koalitions- und Fraktionsgesprächen noch durchsetzen wird. Auch die anderen Wirtschaftspolitiker der Fraktion glauben nicht, dass sie bei der eigenen Parteiführung und beim Koalitionspartner FDP durchdringen.

Warum die Bundesregierung den Subventionsirrsinn jetzt nicht beendet, ist offensichtlich. Zu groß ist die Sorge der Partei- und Regierungsspitzen, vor den anstehenden Landtags- und Bundestagswahlen vom ökologischen Mainstream der Bevölkerung abgestraft zu werden. Nach außen hin wolle die Bundesregierung nach der Abschaltung der Kernkraftwerke eben nicht nur als "Ausstiegspartei" wahrgenommen werden, formuliert es ein hoher Beamter des Bundeswirtschaftsministeriums: "Ebenso wichtig ist es zu zeigen, dass man auch in etwas einsteigt." Und die Kappung von Solarsubventionen – wie sinnvoll sie inhaltlich auch immer sein mag – "passt da eben nicht ins Bild".

Folge dieses politischen Populismus dürfte sein, dass auch in den kommenden Jahren jeweils mehr als die Hälfte der vom Verbraucher zu zahlenden Ökostrom-Milliarden an die Solarindustrie fließen wird – und hier wiederum zum weitaus größten Teil an die asiatischen Modul- und Zellen-Hersteller. Während die Solarlobby in der Öffentlichkeit behauptet, die Bundesregierung würde bei ihrer Energiewende die Windkraft bevorzugen, sprechen die Zahlen eine völlig andere Sprache: Nach der offiziellen Statistik des Bundesumweltministeriums wurden im vergangenen Jahr rund 19,5 Milliarden Euro für die Errichtung von Fotovoltaik-Anlagen in Deutschland ausgegeben, jedoch nur 2,5 Milliarden für die deutlich ergiebigere Windkraft. Während die installierte Leistung der Solarmodule 2010 um 7500 Megawatt zunahm, wuchs die angeblich bevorzugte Windkraft lediglich um 1500 Megawatt. Ein Missverhältnis, das sich nach den Zubauprognosen in diesem Jahr weiter verfestigen dürfte.

In ihrem "Energiekonzept" hatte sich die Bundesregierung im vergangenen Jahr noch das Ziel gesetzt, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2020 von heute 17 auf dann 30 Prozent zu erhöhen. Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima und der Abschaltung mehrerer deutscher Atomkraftwerke wurde der zu erreichende Ökostrom-Anteil jetzt auf "mindestens 35 Prozent" heraufgesetzt. So steht es im Entwurf des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, das Ende kommender Woche vom Bundestag in zweiter und dritter Lesung verabschiedet werden soll. Doch viele Ökonomen und nicht wenige Bundestagsabgeordnete fragen sich inzwischen, wie die beschleunigte "Energiewende" innerhalb von zehn Jahren gelingen soll, wenn die Förderpolitik für Ökostrom dem luxuriösen Motto "Vom Teuersten das Meiste" folgt. Müsste man angesichts des Zeitdrucks und der knappen Mittel nicht die effizientesten Techniken am stärksten fördern?

Dass die "Energiewende" eher zu einer "Sonnenwende" zu werden droht, hat viel damit zu tun, dass die einseitige Argumentation der Solarlobby öffentlich kaum je hinterfragt wird. Aber halten die wichtigsten Argumente einer Überprüfung stand?

1. Solarstrom ist nicht billig

 "Die Sonne schreibt keine Rechnung": Angesichts der realen Kosten für Verbraucher und Volkswirtschaft bekommt das beliebte Lobbyistenwort einen fast zynischen Beiklang. Strom aus Solarmodulen, die im Jahre 2005 montiert wurden, wird 20 Jahre lang mit 50,23 Cent pro Kilowattstunde vergütet. Dieser Wert übersteigt den Börsenwert für Elektrizität um das Zehnfache. Die Stromnetzbetreiber sind verpflichtet, den Solarstrom, wie anderen Ökostrom auch, vorrangig einzuspeisen und mit dem gesetzlichen Fixpreis zu bezahlen. Die gewaltige Differenz zum eigentlichen Marktwert wird über die Stromrechnung auf alle Verbraucher abgewälzt.

Zwar wurde die Einspeisevergütung in mehreren Schritten gesenkt – auf heute rund 28 Cent pro Kilowattstunde. Doch weil der Preisverfall bei Solarmodulen noch drastischer war, können Investoren noch immer Traumrenditen auf Kosten der Verbraucher erzielen. Während ein Tagesgeldkonto derzeit kaum 2,5 Prozent abwirft, können Besitzer von Solardächern völlig risikolos jährlich sechs bis acht Prozent Gewinn einstreichen, gesetzlich garantiert über 20 Jahre lang. Kein Wunder, dass die Zahl der Fotovoltaik-Anlagen Jahr für Jahr exponentiell auf inzwischen mehr als 800 000 mit einer Gesamtleistung von rund 17 000 Megawatt angewachsen ist. Zum Vergleich: Ein Atomkraftwerk hat ungefähr 1000 Megawatt Leistung.

Die Frage, welche Nettokosten von den Verbrauchern zu schultern sind, hat in der Vergangenheit einigen wissenschaftlichen Streit ausgelöst. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung hat die Strommengen aller bis Ende 2010 installierten Solarmodule mit ihren Einspeisetarifen summiert und um den eigentlichen Marktwert des Stroms bereinigt. Ergebnis: Allein für die bis Ende letzten Jahres verbauten Module wird der deutsche Verbraucher mit reinen Subventionskosten oder "Solarschulden" von real 81,5 Milliarden Euro belastet, die er über einen Zeitraum von zwanzig Jahren abzustottern hat.

Mit diesem gewaltigen Entzug an volkswirtschaftlicher Kaufkraft zahlt der Bürger für eine Stromquelle, die in jeder Nacht und mit Einbruch der dunklen Jahreszeit ihren Beitrag zur Stromversorgung fast völlig einstellt und durch andere Kraftwerke ersetzt werden muss. Obwohl die Solarenergie in diesem Jahr nur etwa 20 Prozent des gesamten Ökostrom-Aufkommens in Deutschland stellt und lediglich drei Prozent des gesamten Strombedarfs deckt, verschlingt sie 55 Prozent der gesamten Ökostrom-Beihilfen nach dem EEG.

Sogar die "Agentur für Erneuerbare Energien", ein in Berlin ansässiges Lobbybüro der Ökobranche, hielt das Kosten-Nutzen-Verhältnis des Solarstroms nach den RWI-Berechnungen für so schlecht, dass man das "Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie" im vergangenen Jahr mit einem Gegengutachten beauftragte. Man könne die "Horrorzahlen des RWI so nicht stehen lassen", hieß es dazu. Nötig sei endlich "eine seriöse Diskussionsgrundlage". Und tatsächlich: Das Gutachten der Wuppertaler fiel für die Ökolobbyisten wunschgemäß aus. In einer Pressekonferenz im Oktober vergangenen Jahres erklärte das Wuppertal Institut, man habe in den RWI-Berechnungen mehrere Rechen- und Bewertungsfehler gefunden, unter anderem bei der Diskontierung zukünftiger Werte. Fazit des Wuppertal Instituts: Die Subventionskosten des Solarstroms seien in Wahrheit 42 Prozent niedriger als vom RWI behauptet.

Das allerdings ließen die Essener Wissenschaftler nicht auf sich sitzen und überprüften ihrerseits die Berechnungen aus Wuppertal. Ihr Ergebnis publizierte das RWI in einer mehrseitigen Streitschrift mit dem Titel "Eine unbequeme Wahrheit": Die Wuppertaler hatten sich demnach selbst verrechnet und in ihren Formeln versehentlich doppelt abgezinst. Um diesen Fehler bereinigt, ergab die Kalkulation der Öko-Gutachter fast dieselbe "Horrorzahl", die zuvor vom RWI berechnet worden war. "Die vom RWI ermittelte Größenordnung der Kosten der deutschen Solarstromförderung wird durch die Wuppertal-Studie nolens volens bestätigt", resümieren die angegriffenen Wissenschaftler aus Essen zufrieden.

Wenn der Solarausbau vom Bundestag in der kommenden Woche nicht gedeckelt wird, steigen die Solarkosten innerhalb kürzester Zeit sogar auf einen dreistelligen Milliardenbetrag. Nach Berechnungen des RWI kämen bis 2020 für die deutschen Verbraucher weitere 42 Milliarden Euro Kosten hinzu. Dies allerdings auch nur unter der konservativen Annahme, dass der Solarzubau ab 2012 auf 3500 Megawatt jährlich begrenzt werden kann. Es könnte auch noch doppelt so teuer werden, wenn es bei der bisherigen Zubaurate bleibt.

Die Förderung der Solarbranche ist längst so hoch, dass sie den Bundeshaushalt völlig überfordern würde. Mehr als sieben Milliarden Euro überweisen die deutschen Verbraucher in diesem Jahr wohl an die Besitzer von Solaranlagen. Das übersteigt den Etat des Bundesumweltministeriums von 1,6 Milliarden Euro um fast das Vierfache. Die Summe, die von allen Bundesministerien zusammen in diesem Jahr für Energieforschung ausgegeben wird, beträgt mit 700 Millionen Euro nur ein Zehntel der Solarförderung.

Der Wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums warnt angesichts der "riesigen Subventionen" bereits vor einem "gewaltigen Umverteilungsprogramm". Es wäre mit einem Volumen von mehr als 100 Milliarden Euro tatsächlich die größte soziale Umverteilung von unten nach oben, die je von einer sozialdemokratischen Regierung mit ausgelöst wurde. Denn die Milliardenlast zahlt der Mieter mit seiner Stromrechnung, den Ertrag streicht der tendenziell wohlhabende Solardach- also Immobilienbesitzer ein. Allein zu Jahresbeginn 2011 erhöhte sich die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms in einem einzigen großen Schritt um 70 Prozent auf 3,53 Cent pro Kilowattstunde. Der Kostensprung, der den Strompreis für Privathaushalte um rund zehn Prozent verteuerte, war fast ausschließlich auf den Fotovoltaik-Zubau zurückzuführen.

2. Atomstrom ist nicht teurer

Die Kosten der Solarförderung mit denen der Kernenergie zu vergleichen und so zu relativieren, ist ein beliebtes Argument von Solarfreunden. Tatsächlich sind die Beihilfen für beide Technologien gar nicht mehr so weit von einander entfernt. In einer Studie zur staatlichen Förderung von Atomkraft kommt Greenpeace zu dem Ergebnis, dass die staatlichen Forschungsgelder für die Nukleartechnik bis 2010 real – also in Preisen des Jahres 2010 – rund 55 Milliarden Euro betrugen. Insgesamt gaben die öffentlichen Haushalte für die Atomkraft bislang sogar 203,7 Milliarden Euro aus, heißt es in der Greenpeace-Berechnung. Eine hohe Zahl, die auch dadurch zustande kommt, dass selbst "die Vorteile der Atomenergie durch den Emissionshandel" als Kostenpunkt angesetzt wurden – und eine Reihe weiterer fragwürdiger Posten, zum Beispiel die "Sanierungskosten des sowjetischen Uranerzbergbaus in Wismut".

Tatsächlich kommen die Solarkosten den von Greenpeace errechneten Atom-Subventionen schon recht nahe. Denn der Ausbau der Verteilnetze in den Kommunen, der wegen des Solarbooms nötig wird, kostet Experten zufolge allein schon rund 30 Milliarden Euro zusätzlich. Kommt es zum erwarteten Ausbau des Solarstroms, addieren sich Subventionen und Netzausbaukosten bis 2020 ebenfalls schon auf 150 Milliarden Euro. Noch nicht eingerechnet sind dabei die indirekten volkswirtschaftlichen Kosten, die durch die so ausgelösten Strompreissteigerungen entstehen, wie etwa Produktionsverlagerungen ins Ausland oder Arbeitsplatzabbau.

Kommt es also nicht zu einer effektiven Ausbaubremse für Fotovoltaik, dürften die Solar-Kosten in absehbarer Zeit denen der Kernenergie gleichen. Einziger Unterschied: Atomkraftwerke haben für dieses Geld den Strombedarf der größten europäischen Volkswirtschaft 40 Jahre lang rund um die Uhr zu einem Viertel gedeckt. Solarenergie deckt derzeit nur drei Prozent des Strombedarfs und kann nach Angaben des Bundesverbandes Solar auch im Jahr 2020 nur maximal neun Prozent zur Bedarfsdeckung beitragen, wie es in der "PV-Roadmap" des Verbandes heißt. Dabei ist freilich zu berücksichtigen, dass der Beitrag der Solar-Technologie in jeder Nacht und während langer Wintermonate fast auf null sinkt und dann komplett von einem weiteren, "doppelten" Kraftwerkspark ersetzt werden muss, dessen enorme Kosten in der Rechnung ebenfalls noch nicht berücksichtigt sind.

3. Die Nachfrage fehlt

Setzt sich die Solarlobby mit ihren Subventionswünschen politisch durch, dürfte im Jahr 2020 eine installierte Leistung von 70 Gigawatt Sonnenenergie am Netz sein. Dieses Ziel hat die Branche in ihrer "PV-Roadmap" selbst ausgegeben. Allerdings beträgt die gesamte Stromnachfrage Deutschlands im Schnitt nur 60 Gigawatt. Schon in zwei oder drei Jahren werden Solar- und Windkraftanlagen gemeinsam an einigen Tagen im Sommer, zur hellen Mittagszeit, phasenweise deutlich mehr Strom produzieren, als überhaupt nachgefragt wird. Wegen des gesetzlichen Einspeisevorrangs für Ökostrom müssten während dieser Stunde alle anderen Atom- Kohle- und Gaskraftwerke nicht nur gedrosselt, sondern komplett abgeschaltet werden.

Weil das mit enormen Kosten und technischen Risiken verbunden ist, bleibt als Alternative nur, den überschüssigen Strom an ausländische Abnehmer zu "verschenken". Die jüngsten Erfahrungen am Strommarkt zeigen allerdings, dass ausländische Abnehmer deutschen Ökostrom noch nicht einmal geschenkt haben wollen – sie nehmen ihn nur gegen Zuzahlung ab. Das hat in den letzten Monaten bereits mehrmals zum Effekt "negativer Strompreise" an der Europäischen Energiebörse geführt.

Die Besitzer großer Pumpspeicherkraftwerke wie etwa Österreich oder die Schweiz profitieren in diesen Stunden doppelt vom deutschen Ökowunder: Zunächst lassen sie sich die Abnahme des zur Unzeit produzierten deutschen Stroms teuer bezahlen. Dann kassieren sie für dieselben Kilowattstunden ein zweites Mal, wenn sie die gespeicherte Energie aus ihren Pumpspeichern ablassen und als teuren Spitzenlaststrom nach Deutschland zurückverkaufen.

Die absehbare temporäre Überproduktion von Wind- und Solarstrom führt zu einem weiteren, bislang ungelösten Problem: Welcher Sauberstrom muss für den anderen im Netz Platz machen, wenn doch beide eigentlich gesetzlichen Einspeisevorrang genießen? Regeln dafür sind auch in der jetzigen EEG-Novelle noch nicht enthalten. Ökonomen plädieren zwar dafür, dass in Zeiten der Überproduktion der billigere Windstrom den teureren Solarstrom verdrängen sollte. Doch RWI-Experte Frondel fürchtet, dass es wohl eher die leicht regelbaren Windparks sein werden, die in einer solchen Situation abgestellt werden, "da das Abschalten einer großen Zahl an kleinen, dezentralen Fotovoltaikanlagen mit großem Aufwand verbunden sein dürfte." Teuer verdrängt billig: Für die Verbraucher dürfte das anbrechende Solarzeitalter noch einige Überraschungen bereit halten.

4. Die Mär von der Autarkie

Dass Solarstrom "dezentral" produziert wird, stellt der Lobbyverband der Branche gern als Vorteil heraus, ohne allerdings zu erklären, worin eigentlich genau dessen Wert liegt. "Ob Einfamilien-, Mehrfamilien- oder Mietshaus: Jeder kann investieren, profitieren und sich künftig selbst versorgen", wirbt der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) dieser Tage in ganzseitigen Zeitungsanzeigen unter dem Titel "Solarstrom – ein Gewinn für alle". Das Argument appelliert an das unterschwellige psychologische Bedürfnis vieler Menschen nach Autarkie und Unabhängigkeit.

Allerdings bleibt Autarkie mit Solarenergie eine teure Illusion. Denn Tatsache ist, dass Solaranlagen in diesen Breitengraden nur an 875 Stunden der 8760 Stunden eines Jahres ihre Volllast erreichen. In der übrigen Zeit herrscht Nacht, schlechtes Wetter oder Winter. An neun von zehn Stunden sind Solardachbesitzer darauf angewiesen, Strom aus dem Verbundnetz zu beziehen, wie jeder andere auch.

5. Kommunen werden geschwächt

Dennoch lautet ein Argument der Solarbranche, die dezentrale Stromerzeugung stärke auch die Wertschöpfung in den Kommunen. Fragt man vor Ort einmal nach, ist die Begeisterung der Stadtwerke über den Fotovoltaikboom allerdings begrenzt. Zum Beispiel im nordrhein-westfälischen Froendenberg im Kreis Unna. Die Stadtwerke Froendenberg sind ein Traditionsbetrieb, der schon vor 100 Jahren damit begann, mit einem Wasserkraftwerk in der Ruhr Strom zu produzieren. Auch heute noch ist der Betrieb, der 22 000 Einwohner in 14 Ortsteilen versorgt, dem Ökostrom gegenüber aufgeschlossen: Es gibt neun Windräder, drei Laufwasserkraftwerke und 340 Fotovoltaik-Anlagen in der Stadt. Nur die Tatsache, dass die Dächer überall mit blauen Modulen belegt werden, treibt Bernd Heitmann, dem Geschäftsführer der Stadtwerke, die Sorgenfalten auf die Stirn. "Fotovoltaik hat die unangenehme Eigenschaft, dass alle Anlagen bei Sonneneinstrahlung zeitgleich ans Netz gehen", sagt er. "Das erzeugt einen plötzlichen Spannungshub, der im Verteilnetz nur in begrenztem Umfang vorhanden sein darf."

Mit ihren 340 Fotovoltaik-Anlagen haben die Froendenberger bereits 5,6 Megawatt ans Netz gebracht. Dabei liegt der Strombedarf in der Region, etwa an Feiertagen, oft nur halb so hoch bei rund 2,5 Megawatt. So musste Heitmann etwa 25 Anträge auf Netzanschluss neuer Solaranlagen bereits ablehnen, weil dies sein Leitungsnetz in einigen Außenbereichen überlastet hätte.

Um dem Solar-Problem Herr zu werden, müsste das kleine Stadtwerk allein 12 bis 13 Millionen Euro in den Ausbau der Leitungsnetze vor Ort investieren. "Das entspricht der Höhe unseres gesamten Eigenkapitals", sorgt sich Heitmann. Weil die Kosten des Netzausbaus vom örtlichen Netzbetreiber zu tragen sind, müssten die Stadtwerke ihre Netznutzungsentgelte erhöhen, um die Investition tragen zu können. "Das könnte sich zum Standortnachteil für unsere Stadt auswachsen", glaubt Heitmann. Aus Sicht des Stadtwerke-Chefs, "stimmt die Verhältnismäßigkeit nicht, wenn wir hier 12 Millionen Euro investieren müssen, damit 30 Leute dann ein paar Tausend Euro mit Solarstrom verdienen."

6. Das Problem der Stromspeicherung

An dem Tag im vergangenen Oktober, als Bundeskanzlerin Angela Merkel den Grundstein für den größten Solarpark Mecklenburg-Vorpommerns legte, brauchte Deutschland den ganzen Tag über knapp 50 Gigawattstunden Strom. Die 17 Gigawatt installierter Solarleistung in Deutschland hätte davon einen Gutteil decken können – wenn denn die Sonne geschienen hätte. Tatsächlich aber quälte sich die Solarleistung an diesem Tag nur ganz kurz am Mittag mal über die 2-Gigawatt-Grenze, um schon bald nach 16 Uhr gegen null abzutauchen. 88 Prozent der installierten Solarleistung an diesen Tag blieben ungenutzt, und die ungeliebten fossilen Kraftwerke mussten die Versorgung übernehmen.

Ganz anders die Situation am vergangenen Pfingstsonntag. Da lag der Strombedarf Deutschlands feiertagsbedingt bei lediglich 28 Gigawatt. Zugleich brannte diesmal die Sonne und die Solaranlagen speisten den ganzen Tag über mehr als sechs Gigawatt Strom ein. Als die Sonne über Mittag am höchsten stand, deckte Solarstrom mit zehn Gigawatt Leistung allein mehr als ein Drittel des gesamten deutschen Bedarfs. Es wäre schön gewesen, wenn der relative Solarstrom-Überschuss von Pfingsten hätte gespeichert werden können für die dunkle Jahreszeit – oder zumindest für die kommende Nacht. Doch Speichertechnologien stehen in der geforderten Größenordnung auch nicht ansatzweise zur Verfügung. Nach Berechnungen des Beratungsunternehmens Boston Consulting Group (BCG) liegt die derzeitige Speicherkapazität Deutschlands bei gerade einmal sieben Gigawatt. Um das schwankende Aufkommen von Wind- und Solarstrom mithilfe von Speichern ausgleichen zu können, müsste die Speicherkapazität bis 2025 vervierfacht werden.

Die billigste Art, dies zu tun, wäre der Bau von Pumpspeicherkraftwerken. Ein temporärer Überschuss von Ökostrom wird dabei dazu genutzt, Wasser bergauf in eine Talsperre zu pumpen. Bei Windflaute oder nächtlichem Ausfall des Solarstroms kann das Wasser in Röhren zu Tal rauschen und dabei eine Turbine zur Stromproduktion antreiben. Aber das größte deutsche Pumpspeicherkraftwerk Goldisthal hat gerade mal eine Leistung von einem Gigawatt. Viel zu wenig, um in der dunklen Jahreszeit Solarausfälle ausgleichen zu können.

Die Größenverhältnisse beschreiben die Wissenschaftler Sven Bode und Helmuth Groscurth vom Hamburger Arrhenius-Institut: Um eine Woche lang ohne Wind, Fotovoltaik und ohne konventionelle Kraftwerke auszukommen, bräuchte man nach ihrer Modellrechnung 1260 Pumpspeicherkraftwerke vom Typ Goldisthal. "Abgesehen davon, dass es in Deutschland dafür keine Standorte mehr gibt", schreiben die Autoren Bode und Groscurth, "wären die Kosten für eine Kilowattstunde astronomisch, da die meisten dieser Anlagen nur für einige Stunden im Jahr betrieben würden."

Auch die Batterien von Elektroautos können als Puffer für das schwankende Ökostromaufkommen noch lange nicht dienen. Da ein Elektrosmart im Schnitt nur 40 Kilowattstunden Strom speichern kann, wären nach den Berechnungen des Arrhenius-Instituts "250 Millionen dieser Fahrzeuge erforderlich, um ausreichend Strom für Deutschland für eine Woche zu speichern".

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen, ein Beratergremium der Bundesregierung, schlug kürzlich in einem Sondergutachten vor, die norwegischen Wasserkraftwerke als Speicher für deutschen Ökostrom zu nutzen. Allerdings geben die Dimensionen dem Projekt eher visionären Charakter. So liegt heute erst ein Kabel in der Nordsee zwischen Norwegen und den Niederlanden. Dieses NorNed-Kabel hat eine Kapazität von 600 Megawatt. Bei einer annähernden Vollversorgung Deutschlands mit Ökostrom, wie sie die Bundesregierung bis 2050 erreichen will, müssten die Kabelkapazitäten laut Sondergutachten aber auf 70 000 Megawatt mehr als verhundertfacht werden, damit die Lichter auch nachts und bei Windflaute nicht ausgehen. Da aber schon die Baukosten des NorNed-Kabels 600 Millionen Euro betragen haben, ist nicht ganz klar, wer die Baukosten tragen könnte.

Der Plan wird dadurch erschwert, dass sich schon das NorNed-Kabel nur refinanzieren lässt, weil die Preise für Elektrizität im Strommarkt Skandinavien stets deutlich vom übrigen Europa abweichen. Das erlaubt den Kabelbetreibern Handels- oder Arbitragegeschäfte, um die Baukosten wieder hereinzuholen. Diese Finanzierungsmöglichkeit wird aber in dem Maße eingeschränkt, in dem weitere Seekabel hinzukommen. Denn durch den intensiveren Stromverbund würden sich die Elektrizitätspreise zwischen Skandinavien und dem Rest Europas tendenziell angleichen. Norwegen würde auf diesem Wege geradezu das höhere deutsche Strompreisniveau "importieren". Die Finanzierung der Seekabel auf diesem Wege wäre nicht mehr möglich. Ohnedies ist es unsicher, ob die Norweger ihre Flusstäler als Speicher für deutschen Ökostrom überhaupt zur Verfügung stellen würden – zumindest ohne dafür einen üppigen Preisaufschlag zu verlangen.

Andere Methoden sehen vor, Strom in Form von Druckluft in unterirdischen Kavernen zu speichern. Doch sie sind mit hohen Wirkungsgrad-Verlusten verbunden und sind schon aus geologischen Gründen nur begrenzt einsetzbar. Blei- oder selbst Lithium-Ionen-Akkus, wie sie von einigen Solarfirmen bereits angeboten werden, lassen die ohnehin verheerende Kostenbilanz der Solartechnik völlig aus dem Ruder laufen. Dass in absehbarer Zeit genügend wirtschaftlich nutzbare Speicher für Ökostrom zur Verfügung stehen, ist damit nicht zu erwarten.

7. Hightech-Industrie – aber nicht in Deutschland

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) erhofft sich aus der ökologischen Energiewende vor allem ein Programm zur wirtschaftlichen und technischen Erneuerung und einen "Jobmotor" für Deutschland. Insbesondere in der Solarwirtschaft sieht der Minister eine neue Hightech-Industrie heranwachsen. Die Solarsubventionen dienen aus seiner Sicht dazu, den "Technologievorsprung" und die "Marktführerschaft" der deutschen Solarindustrie zu sichern. Lassen sich Solarsubventionen also wenigstens industriepolitisch begründen?

Die Zahlen ernüchtern: Der globale Marktanteil deutscher Solarzellen-Hersteller hat sich innerhalb des letzten Jahres von 15,4 auf 9,7 Prozent fast halbiert. Im gleichen kurzen Zeitraum hat sich der Weltmarktanteil Chinas um ein Viertel auf 48 Prozent gesteigert. Gefördert mit günstigen Darlehen der chinesischen Staatsbanken kaufen die chinesischen Hersteller wie Yingli, Suntech oder JA Solar gleich ganze Produktionslinien modernster westlicher Technologie in großem Stil ein. Die Qualität der asiatischen Solarzellen steht deshalb der von deutschen Anbietern in nichts nach, wie unabhängige Testlabors bestätigen.

Kein Wunder: Wie aus der "PV-Roadmap"-Studie des Solar-Bundesverbandes hervorgeht, investieren die deutschen Hersteller lediglich 2,5 Prozent ihres Umsatzes für Forschung und Entwicklung. Erstaunlich wenig für eine vorgebliche "Hightech-Branche". Im Maschinenbau oder in der Automobilindustrie liegt die F+E-Quote mindestens doppelt so hoch zwischen fünf und acht Prozent des Umsatzes. Da in China im Vergleich zu den deutschen Fabriken auch gleich große Stückzahlen gefertigt werden, ergeben sich Kostenvorteile, mit denen die deutsche Solarindustrie längst nicht mehr mithalten kann. Von den im letzten Jahr in Deutschland verbauten Solarmodulen stammten bereits 70 bis 80 Prozent von asiatischen Herstellern. Bislang völlig unbekannte Firmen wie etwa Yingli Solar treten inzwischen als Sponsor des Erstliga-Klubs Bayern München selbstbewusst in Erscheinung. Andere bereiten die Übernahmen deutscher Wettbewerber vor, wie die geplante Übernahme des Konstanzer Herstellers Sunways AG durch die chinesische LDK Solar beweist. Sogar Maschinenbauer und Ausrüster von Solarfabriken, eigentlich eine Domäne deutscher Ingenieurskunst, werden bereits von ausländischen Konkurrenten aufgekauft. Erst im Mai hatte Roth & Rau aus Hohenstein-Ernstthal, eines der wenigen deutschen Unternehmen auf der globalen Top-10-Liste der Solarfabrik-Ausrüster, dem Übernahmeangebot der Schweizer Firma Meyer Burger zugestimmt. Was Bundesumweltminister Röttgen besonders nachdenklich stimmen sollte: Ausgerechnet die erfolgreichsten Solarfirmen mit dem stärksten Marktwachstum wie etwa Meyer Burger stammen aus Ländern, die selbst überhaupt kein eigenes Einspeisegesetz für Ökostrom haben.

Der größte deutsche Anbieter Solarworld arbeitet zwar noch profitabel. Auf der Liste der 20 größten Solarzellen-Hersteller der Welt ist der deutsche Marktführer allerdings schon nicht mehr vertreten. Dort dominieren jetzt Chinesen. Auf der gesamten Top-20-Liste findet sich überhaupt nur noch ein deutsches Unternehmen, Q-Cells. Doch der einst weltweit führende Solarkonzern ist auf Platz neun abgerutscht, Tendenz fallend. Für die ersten drei Monate des laufenden Geschäftsjahres musste Q-Cells-Chef Nedim Cen gerade einen Verlust über 41 Millionen Euro ausweisen. Seither kursieren auch im Falle von Q-Cells Gerüchte um eine feindliche Übernahme.

8. Jobmotor Solarindustrie: ein Mythos

Dieser Trend ist – gerade mit Blick auf Arbeitsplätze in Deutschland – besonders misslich, weil die Zell- und Waferfertigung den eigentlichen "Hightech"-Teil der Solarproduktion darstellt, wohingegen das Zusammensetzen der Zellen in gerahmte Module eher dem "Medium- oder Lowtech"-Bereich zuzuordnen ist. Doch in der deutschen Branche herrscht stillschweigendes Einvernehmen über die Tatsache, dass Solarzellen in Deutschland nicht mehr wirtschaftlich zu produzieren sind. In dieser Woche war es Holger von Hebel, Chef der Firma Bosch Solar, der ankündigte, die nächsten großen Solarfabriken mit tausenden Arbeitsplätzen in Malaysia und den USA zu bauen. Wolfgang Hummel von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin, der den Solarmarkt seit Jahren intensiv verfolgt, glaubt: "Im Bereich der Solarzellen- und Modulproduktion ist kein weiterer Aufbau von Arbeitsplätzen in Deutschland mehr zu erwarten."

Damit hat Hummel vermutlich recht. Zwar wirbt die Solarlobby stets mit den 133 000 Arbeitsplätzen, die durch eine Kappung der Solarförderung gefährdet wären. Doch den Mythos vom angeblichen "Jobmotor" Solarindustrie hat die Branche selbst entzaubert: In ihrer eigenen "PV-Roadmap" gibt die Branche zu, dass von den 133 000 Arbeitsplätzen nur ein Bruchteil – lediglich 18 000 – in der eigentlichen Fotovoltaik-Produktion angesiedelt sind. Die Zahl von Solar-Arbeitsplätzen im Handwerk ist mit 39 000 demgegenüber mehr als doppelt so hoch. Weitere 64 000 Solar-Arbeitsplätze werden in den nicht weiter definierten Bereichen "Vorleistungen" und "Sonstiges" verortet.

Angesichts dieser Zahlenverhältnisse scheinen die zweistelligen Milliardensubventionen weniger dem Aufbau eines "Jobmotors" der Hightech-Industrie zu dienen als vielmehr einem arbeitsmarktpolitischen Strohfeuer im Handwerk. Dass sich daran allzu viel ändert, ist wenig wahrscheinlich: Sogar nach den Zielen, die sich die deutsche Solarbranche selbst steckt, soll die Zahl der Arbeitsplätze bis 2020 nicht nur nicht wachsen, sondern sogar leicht zurückgehen.

9. Erfolge einer gute Lobby

Als die Parteivorsitzenden von CDU, CSU und FDP am 23. Oktober 2009 zur Beratung ihres Koalitionsvertrages zusammenkamen, lag ein Vorschlag der Unionsarbeitsgruppe "Wirtschaft" auf dem Tisch, die schon damals ausufernden Solarsubventionen bereits zum 1. Januar deutlich um 30 Prozent zu senken. Als Angela Merkel, Horst Seehofer und Guido Westerwelle den Koalitionsvertrag tags darauf der Öffentlichkeit präsentierten, fand sich der Vorschlag der Abgeordneten darin nicht wieder. Nur unbestimmt, ohne festes Datum und Mengenangabe, stand dort, die Regierung wolle "im Dialog mit der Solarbranche" darüber reden, wie "eine kurzfristige Überförderung vermieden werden" könne.

Szenebeobachter sehen in der Verwässerung des Unionsvorschlags einen Erfolg des damaligen FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle. Denn Westerwelles Wahlkreis ist Bonn, wo der größte deutsche Solarkonzern Solarworld AG seinen Sitz hat. Solarworld-Chef Frank Asbeck stand nach Beobachtung mehrerer an den Koalitionsverhandlungen Beteiligter damals in regem SMS-Austausch mit seinem erklärten "Freund" Westerwelle. So dürfte es wohl auch kein Zufall sein, dass der Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW) auch heute noch auf seiner Homepage unter dem Kapitel "Politikberatung" seine eigene Lobbyarbeit preist und dies unter der Überschrift "Ohne starke Lobby keine solare Energiewende" ausgerechnet mit einem Foto des Bundesaußenministers Guido Westerwelle dekoriert.

"Tag für Tag sind engagierte und kompetente Streiter des Verbandes auf den Fluren von Bundestag und Ministerien in Berlin unterwegs", heißt es in dem Abschnitt, in dem der BSW seine eigenen Lobbyerfolge feiert. "Die Politikberater des BSW-Solar" hätten schon "im Juni 2008 auch die Neu-Novellierung des EEG im Sinne der Branche positiv mitgestalten können." Erzielt wurden diese Erfolge mit einem außergewöhnlich hohen Etat für politische Arbeit: Der Bundesverband der Solarwirtschaft leistet sich in Berlin immerhin 29 hauptamtliche Mitarbeiter. Zum Vergleich: Die angeblich so mächtige Lobby-Organisation der deutschen AKW-Betreiber, das "Deutsche Atomforum" beschäftigt in der Hauptstadt lediglich 13 Mitarbeiter, Sekretariat und Buchhaltung schon miteingerechnet.

Doch auch Einzelunternehmen der Branche betreiben auf eigene Kosten politische Landschaftspflege. Dabei sind nicht alle Parlamentarier so ehrlich wie der Bonner SPD-Abgeordnete Ulrich Kelber, der auf seiner Homepage als "gläserner Abgeordneter" selbst zugibt, in den Jahren 2007, 2008 und 2009 jeweils Spenden in Höhe von 25 000 Euro von der Solarworld AG aus seinem Bonner Wahlkreis erhalten zu haben. Dies zusätzlich zu einer Spende über 15 000 Euro von "First Solar" im Jahre 2009. Allerdings betont der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Kelber, durch die Gelder in seiner Arbeit nicht beeinflusst worden zu sein. Kelber ist in der SPD-Fraktion unter anderem für den Schwerpunktbereich Umwelt zuständig und ist Mitglied der "Arbeitsgruppe Energie".

Auch die IBC Solar AG aus Bad Staffelstein erklärt auf Nachfrage, dass sie "die politische Arbeit in Deutschland über Parteigrenzen hinweg unterstützt". IBC hatte unter anderem Bundeskanzlerin Merkel dafür gewinnen können, den ersten Spatenstich beim Bau des Solarpark Grimmen in Mecklenburg-Vorpommern zu setzen, den IBC errichtet und mit chinesischen Solarmodulen bestückt hatte. Als IBC in der vergangenen Woche den Baubeginn für den Solarpark "Jura" in Oberfranken feierte, war es mit CSU-Chef Horst Seehofer ebenfalls hohe politische Prominenz, die hier kamerawirksam den ersten Spatenstich setzte.

Das politische Engagement von IBC ist breit gestreut: "Die im Bundestag vertretenen Parteien CDU, CSU, SPD, FDP sowie Bündnis 90/Die Grünen wurden und werden von uns unterstützt", gibt die Firma Auskunft. Dabei halte man sich "strikt an die gesetzlichen Vorgaben", und knüpfe "in keinem Fall Bedingungen an die von uns getätigten Spenden". Wenn es im Zusammenhang mit Parteispenden zu Kontakten mit Abgeordneten komme, dann nur um die Zahlungmodalitäten abzustimmen, "nicht aber – und darauf legen wir großen Wert – um Einfluss auf die Entscheidungen dieser Mandatsträger zu nehmen."

Das klingt nach einem geradezu selbstlosen Engagement. Allerdings ergibt eine stichprobenartige Anfrage beim Schatzmeister der FDP, dass die Firma IBC Solar die Spendenempfänger relativ gezielt auswählt. "Im Jahr 2010 sind zwei Spenden in Höhe von jeweils 5000 Euro an den Kreisverband Dortmund sowie an den Kreisverband Regensburg verbucht", gibt FDP-Sprecher Wulf Oehme Auskunft. Dortmund ist der Wahlkreis von Michael Kauch, der als umweltpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion jetzt auch an der Verabschiedung der EEG-Novelle mitwirkt. Kurz vor den jetzt anstehenden parlamentarischen Gesprächen hatte sich Kauch für eine stärkere Kürzung, aber gegen eine feste "Deckelung" der Solarsubventionen ausgesprochen, wie sie etwa vom Wirtschaftsflügel der CDU gefordert wird. Der andere IBC-Spendenempfänger, der FPD-Kreisverband Regensburg, ist der Wahlkreis von Horst Meierhofer, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Bundestag.

Auch auf europäischer Ebene sind Solar-Lobbyisten erfolgreich: So gelang es etwa der Firma First Solar im vergangenen Jahr, bei der EU-Kommission in Brüssel eine Ausnahmegenehmigung für die Verwendung des krebserregenden Nervengifts Kadmium in der Verbindung Kadmiumtellurid zu erwirken.

Obwohl die EU-Kommission mit ihrer sogenannten RoHS-Richtlinie eigentlich die industrielle Verwendung giftiger Schwermetalle wie Quecksilber oder eben Kadmium zum Schutz von Mensch und Umwelt komplett untersagen wollte, machte sie dann für die Solarbranche doch eine Ausnahme. Die besonders günstigen und leistungsfähigen Solarmodule der Firma First Solar enthalten nach Angaben vom vergangenen Jahr pro Stück etwa sieben Gramm der toxischen Schwermetallverbindung. Nach Erkenntnissen der unabhängigen Initiative "Lobbycontrol" gab First Solar im Jahre 2009 für Lobbyarbeit in Brüssel zwischen 100 000 und 150 000 Euro aus. Dass First Solar im Kampf gegen das Kadmium-Verbot "mit problematischen Mitteln vorgegangen ist", sei "nicht auszuschließen", heißt es in dem Dossier der unabhängigen Initiative weiter.

10. Beitrag zum Klimaschutz?

Solarstrom gilt als "saubere" Energie, die klimaschädliche, fossile Kraftwerke verdrängt. Doch für Solarenergie gilt dasselbe wie für alle Ökostromvarianten: Unter dem Dach des Europäischen Emissionshandelssystems führen sie lediglich dazu, dass Emissionen verlagert, aber nicht vermieden werden.

Der Mechanismus wird von Vertretern der Ökostrom-Branche zwar immer wieder angezweifelt, gilt aber im Grundsatz als unwiderlegt. Denn im Kampf gegen die Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland und Europa ist seit 2005 der sogenannte Emissionshandel das erste Mittel der Wahl. Wirtschaftssektoren bis hinunter zum einzelnen Kraftwerk bekommen eine streng begrenzte Menge an Emissionszertifikaten zugeteilt. Das sind Gutscheine, die für den Ausstoß von jeweils einer Tonne Kohlendioxid (CO2) berechtigen. Anlagenbetreiber, die weniger CO2 ausstoßen als geplant, können überzählige Zertifikate am freien Markt verkaufen. Dieses System setzt marktwirtschaftliche Kräfte für den Klimaschutz frei und erzeugt "Preissignale", die dafür sorgen, dass die Investitionen der Unternehmen zuerst in die günstigsten und effizientesten Umwelttechnologien fließen.

Durch Subventionen für bestimmte Ökostrom-Techniken wird der Emissionshandel als marktwirtschaftlich konzipiertes Klimaschutzinstrument jedoch ausgehebelt. Denn der Solarausbau sorgt zwar für weniger CO2-Emissionen in Deutschland, doch zugleich fallen dadurch in gleichem Umfang die Preise für Emissionszertifikate an der Börse. Das führt dazu, dass "Vermeidungsmaßnahmen in anderen Sektoren nicht ergriffen werden, weil es kostengünstiger ist, stattdessen Zertifikate zu kaufen", beschreiben die Wissenschaftler des Essener Wirtschaftsinstituts RWI die Wirkung: Andere Industriesektoren im europäischen Ausland "weisen folglich höhere Emissionen auf und gleichen so die Emissionseinsparungen, die im deutschen Stromerzeugungssektor durch das EEG ausgelöst werden, gänzlich aus." Im Ergebnis, so die Ökonomen, "ergibt sich lediglich eine Emissionsverlagerung". Der "Nettoeffekt" jeglicher Ökostrom-Subventionen sei, jedenfalls solange das europäische Emissionshandelssystem existiert, genau "null".

Zudem stellt die Fotovoltaik die bei Weitem teuerste Art des Klimaschutzes dar. Wissenschaftler der Internationalen Energieagentur (IEA) oder des RWI haben errechnet, wie viel es kostet, den Ausstoß von jeweils einer Tonne des Treibhausgases Kohlendioxid aus einem fossilen Kraftwerkspark durch den Einsatz verschiedener Ökostrom-Techniken zu verhindern. Ergebnis: Die CO2-Vermeidungskosten der Fotovoltaik lagen zuletzt bei rekordverdächtigen 648 Euro je Tonne. Denselben Klimaschutzeffekt würde man mit Windkraft schon für 69 Euro pro Tonne erzielen. Die Tatsache, dass an der Europäischen Strombörse in Leipzig Emissionsgutscheine für nur 16 Euro pro Tonne gehandelt werden, weist darauf hin, dass die Fotovoltaik als reines Klimaschutzinstrument sogar rund 40-mal teurer ist als die günstigste derzeit verfügbare CO2-Vermeidungstechnik.

Die Subventionierung gerade der teuersten CO2-Vermeidungstechnik aber "konterkariert das Prinzip des Emissionshandels, den Treibhausausstoß dort zu verringern, wo es am kostengünstigsten ist", stellt Manuel Frondel, Leiter des Kompetenzbereichs Umwelt und Ressourcen des RWI fest. Fazit: Welche Gründe es für die Subventionierung von Solarstrom auch immer geben mag: Klimaschutz gehört eher nicht dazu.

Obwohl also fast kein Argument der Solar-Befürworter einer kritischen Überprüfung standhält, droht der Solarzubau weiterzugehen. Denn weil die Preise für Solarmodule dank der chinesischen Billiganbieter allein im ersten Halbjahr 2011 um rund 30 Prozent gefallen sind, bleibt es für Investoren in Deutschland ein äußerst lukratives Geschäft, sich Solarzellen aufs Dach zu setzen. So sagen die Anlageexperten der Investmentbank Morgan Stanley voraus, dass in diesem Jahr erneut die Leistung von 6500 Megawatt auf deutsche Dächer geschraubt werden wird. Und die Credit Suisse erwartet sogar einen Zubau von 7500 Megawatt Solarleistung. Das ist fast die Menge, die im bisherigen Rekordjahr 2010 aufgestellt wurde. Und es wird noch mehr: Branchenbeobachter erwarten, dass Deutschland im kommenden Jahr mit einer wahren Flut von Billig-Solarmodulen überschwemmt wird, weil andere große Abnehmerländer wie Tschechien oder Italien ihre Solarförderung bis dahin drastisch zurückfahren wollen. Deutschland aber, das als einziges Land übrig bleibt, das Solarenergie weiter in unbegrenzter Höhe und Menge fördert, dürfte dann den größten Teil der Weltproduktion an Modulen geradezu aufsaugen. Nach inoffiziellen, aber gleichlautenden Schätzungen aus Kreisen des Bundesumwelt- und des Bundeswirtschaftsministeriums könnte so im kommenden Jahr erneut mindestens 10 000 Megawatt Solarkraft hinzukommen. Eine gewaltige Überkapazität, die den Spielraum für die Förderung anderer, effizienterer Ökostromarten stark einschränkt, und damit die Chancen für eine nachhaltige ökologische Energiewende zu vertretbaren Kosten verringert. Denn falls die Wirtschaftspolitiker der Unionsfraktion kommende Woche mit ihrer Forderung nach Deckelung der Solarausgaben scheitern sollten, ist die Messe erst einmal gelesen, glaubt ein Kenner der Solarszene: "Dann wird es wohl bis weit nach der nächsten Bundestagswahl 2013 dauern, bis man sich wieder mit dem Thema beschäftigt und endlich jemand die Notbremse zieht."

Daniel Wetzel aus "Die Welt am Sonntag" vom 26.6.11 

mit freundlicher Genehmigung

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30 Kommentare

  1. der große Eike Schwindel!

    Hallo EIKE, wenn es nicht so traurig währe, könnte man ja noch darüber lachen. aber diese webseite ist derart gefärbt, dass man mehrere rosa brillen aufhaben muss um das zu glauben.
    die nachfolgenen stellungnahmen zeigen aber, es gibt sie noch immer, die menschen die über zehntelcent diskutieren und die billionenkosten der großkraftwerke verdrängen.
    vor über 30 jahren habe ich als angehender ingenieur zum thema erneuerbare energin referiert und wurde für meine arbeit vom „leer“körper böse abgetraft. nicht wegen fehlender fussnoten, denn alle was sie heute in zweifel ziehen war ja schon damals entwickelt, sonder für den „schwachsinn“ den ich da ausgegraben hatte!
    es hat sich nichts geändert könnte man glauben wenn man ihre seite liest, denn für sie ist es immer noch zu dunkel über deutschland.
    sie sind gegen klimapolitik, und dagegen diese kosten auf den bürger um zu legen. sie rechnen vor wie unrentabel die sonne ist (übrigens jegliche energie die wir nutzen dürfen stammt von der sonne) aber wer glauben sie trägt die kosten hochgegangener atommeiler??? ach ich vergass das kommt ja nur alle 10.000 jahre mal vor.
    es ist sicher ihr gutes recht ihre meinung kund zu tun, aber sagen sie doch den menschen die sie angeblich vor kosten und bevormundung schüten wollen wenigstens welche ziele sie verfolgen und wer sie dafür bezahlt. das wäre ehrlicher.
    schönen tag noch.

  2. Herr J.,

    ich schaue auch immer erst, wer was bezahlt;-)

    „es gibt sie noch immer, die menschen die über zehntelcent diskutieren und die billionenkosten der großkraftwerke verdrängen.“

    Das würde mich aber interessieren. Der spanische Umweltminister hat im Frühjahr die Solarförderung eingeschränkt, mit der Begründung, er sehe in der Förderung von Geldanlagemodellen für reiche deutsche Zahnärzte mittels spanischer Steuergelder keinen Sinn mehr.

    Welchen Sinn hat Solar und Wind in Deutschland, vor dem Hintergrund, dass wahrscheinlich auch in 20 Jahren keine Speichermöglichkeiten für den Überschuß an Strom gibt?

    Ihre zehntelcent liegen jetzt bei 3,5 cent/KWh und ergeben ca. 15 Mrd € pa. Nach 100 Mrd Investition in EE ist doch noch keines ihrer Großkraftwerke abgeschaltet worden, für die stillgelegten AKW werden zügig neue Kohle-und GasKW gebaut.
    Die Finnen bauen gerade ein KKW für 5 Mrd., für eine Billion könnten sie 200 Stück bauen, brauchen sie aber nicht. Also, welche Billionen meinen Sie?

  3. @25: Herr Harald J., so viele sachliche Fehler, wie Sie sie auf kleinstem Raum gemacht haben, haben ich noch selten gesehen. Herzliche Gratulation dazu!

    Kennen Sie die Antworten auf die folgenden Fragen:

    1) Ist es wissenschaftlich erwiesen, dass CO2 des Menschen die Lufttemperaturen in einigen Tausend Jahren erhöht? (Antwort: NEIN)

    2) Ist es erwiesen, dass menschliches CO2 den Meeresspiegel so erhöht, dass schon bald (z.B. 2020) circa 40 Millionen Menschen eine andere Heimat finden müssen? (Antwort: NEIN)

    3) Ist es sinnvoll, für „Klimapolitik“ (ich nehme an, Sie meinten CO2 Reduktionen) steuerliche Belastungen der Wirtschaft und Privathaushalte einzuführen? (Antwort: NEIN, siehe 1 und 2)

    4) Wieviele Atommeiler sind in Deutschland schon „hochgegangen“ (wie Sie sagen)? (Antwort: KEINER)

    5) Ist die Speicherung Erneuerbarer Energien schon gelöst? (Antwort: NEIN)

    6) Kann sich Deutschland „Ihre“ Klimapolitik und die EE leisten? (Antwort: NEIN, NEIN, UND NOCHMALS NEIN)

    7) Ist es Ihnen egal, ob Deutschland in den Staatsbankrott taumelt? (Antwort: ich vermute mal: JA)

    Ihre schäbigen Anspielungen, dass diejenigen, die sich hier auf EIKE nicht in Ihren Sinne äussern, entweder nicht ganz bei Trost sind, oder von der Ölindustrie bezahlt sind, oder sonstiger abartiger Unsinn, demaskiert Sie als ganz strammen Vertreter des öko-sozialistischen Komplexes, der in völliger Verkennung des Umfangs der eigenen Erkenntsnislage, ein massiv verkürztes Weltbild (in moralisch-ethischer, wie auch technisch-/wissenschaftlicher Hinsicht) hat, und vollkommen unfähig ist, über die eigene Nasenspitze hinaus auch nur einen Millimeter weiter zu denken. Ausserdem ist Ihr Bildungsstand bezüglich der behaupteten Erwärmungswirkung von CO2 mehr als bedenklich (das können heute schon viele sehr viel besser als Sie).

  4. Hmmm, wer hat denn die drei Jungs hier bei EIKE vorbeigeschickt?
    Solarlobbyisten den die Felle wegschwimmen, Windradverkäufer den die Luft zu dünn wird oder gar eine gewisse Kirche, die ihre Kirchensteuer mittels Solarpaddel sogar von Atheisten kassiert?

    Ich glaube, da muss mal wieder Onkel Heinz (der Erklärbär), seines Zeichens Ex-Fastkommunist und überzeugter Atheist, ran.

    „““““plasphemische Technologie“““““…..ich nehme mal an, es ist die gotteslästerliche Kernkraft gemeint……….kaufe ein B…und verscherble das P dafür.

    So ihr lieben Kleinen, vor langer langer langer Zeit erschuf der liebe Gott die Erde.
    In seiner weisen Voraussicht hat er da gleich mal Kohle, Öl, Gas und Uran mit verbuddelt, damit seine Schäfchen je nach Entwicklungsstand diese zur Weiterentwicklung nutzen können.
    Da Ihm die Sache mit den wassermoderierten Kernreaktor noch nicht sicher erschien, hat er das Dingens erstmnal selber getestet.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Naturreaktor_Oklo
    Als er sah, das das ganze gut funktioniert, hat er Thorium und Uran in der Erdkruste belassen, weil er sich sicher war, das seine geliebten Schäfchen daraus lernen werden und selber einsetzen

    Nachdem er sah, das sein Werk gut war, knipste er das Licht an.
    Tja liebe Kinder, dazu nahm er aber kein Kienspan oder Bio-Öl-Laterne, geschweige denn eine Sparlampe……….nööö, dieser geniale Typ hat uns da einen astreinen Fusionsofen mit Brennstoff für viele Milliarden Jahre vor die Nase gesetzt.
    Er hoffte damit, das der Mensch eines Tages diese unerschöpfliche Energiequelle auch kopieren wird und hinterließ schon mal vorsorglich schweres Wasser in unseren Weltmeeren.

    Blasphemie dagegen ist folgendes, mit Renditeversprechungen von 7-24% ein Produkt zu verscherbeln, das sich nur Aufgrund der Subvention von kleinen Leute am Markt halten kann.
    Diese Typen hatte ER vor über 2000 Jahren noch eigenhändig von seinem Sohn aus den Tempeln jagen lassen.

    Hmmmm, wenn die Gaia-Religion das neue Opium für ex-kiffende Grüne ist, dann betrachte ich EIKE einfach mal als neuartige Drogenberatungsstelle.

    PS. Wer derart substanzlose Argumente in die Runde wirft, darf sich nachher nicht wundern, wenn er mit Spott und Häme überschüttet wird.

    So liebe Kinder, wenn ihr in Physik, Chemie und Mathematik schön aufpasst, dann kann euch anschließend niemand mehr nachhaltige Märchen erzählen, sagt

    Onkel Heinz, der Liebe

  5. Hans Thoma,
    „schon mal davon gehoert, dass die pv die gesamte foerderung bereits ein spielt, da der mitagsstrom mittlerweile so guenstig geworden ist, das alleine darueber die subventionen eingefahren werden!?“

    wo gibt es den Mittagsstrom zu kaufen?
    Und kann man für nachts aufheben?

    Oder kauft der Finanzminister alles auf, um seine Steurgelder wieder zurückzubekommen?

  6. @ werner thoma

    „polemische und tendentiöse Stimmungsmache gegenüber regenerativen PV Strom“

    Wenn Sie ökonomische und ökologische Fakten als „polemisch und tendenziös“ ansehen, stimme ich Ihnen zu.

    Allerdings ist das, was sie schreiben nach den Regeln der Germanistik, Politik- und Sozialwissenschaften „polemisch und tendenziös“, es sei denn, Sie können nach den Regeln der Naturwissenschaften und der Ökonomie beweisen, daß die derzeitige Nutzung von Solarmodulen (Wassererwärmer und Photozellen zur Gleichstromproduktion) in Deutschland zur Energiegewinnung ökonomisch und ökologisch vorteilhafter ist, als andere Technologien.

    Deshalb die Aufgabe für Sie: Liefern Sie doch eine ökonomisch-ökologische Kosten- und Nutzenrechnung.

  7. #21 verehrter hans thoma,
    du verwechselst da etwas.
    Keiner will dir vorschreiben, was du mit deinem Geld machst,
    oder ob du nachts Petroliumlampen benutzt.

    Aber lass die Finger bitte von MEINEM Geld.
    Ich möchte also nicht dein teures Hobby bezahlen!

    Damit darf man allenfalls Forschung betreiben, wie man vielleicht in Zukunft ökonomischer an Sonnenlicht heran kommt.
    Kohle ist letztlich auch durch Sonnenlicht entstanden.

    Gruß

  8. Der RWE EON usw. muss der Arsch ganz schön auf Grundeis gehen, wenn sie es schon nötig haben, Foren als Deckmäntelchen für polemische und tendentiöse Stimmungsmache gegenüber regenerativen PV Strom zu betreiben. Es fällt mir immer mehr auf wie unter
    dem Kleidchen von harmlosen und auf dem ersten Blick umweltmäßig engagierter Argumentation am Schluss genau das Gegenteil als Resümee kommt.
    Die arme arme Atomindustrie bzw. die arme diskriminierte Atomtechnik …mir kommen die Tränen ich bitte um eine Dose Mitleid,auf diese
    plasphemische Technologie kann ich gerne verzichten. Es lebe die Demokratisierung der Energiewirtschaft, denn nichts anderes ist Photovoltaik, die Beteiligung des Bürgers an der Energiewende!! So schauts aus!!
    MFG Werner Thoma

  9. ich bin wirklich erstaunt wie hier photovoltaik und thermie schlecht geredet und gerechnet werden. welcher unsinn hier erzaehlt wird grenzt schon an lobbiismus…
    schon mal davon gehoert, dass die pv die gesamte foerderung bereits ein spielt, da der mitagsstrom mittlerweile so guenstig geworden ist, das alleine darueber die subventionen eingefahren werden!?
    und ich persoenlich investiere meine steuern tausend mal lieber in solar als in atom, kohle oder sonstige grosstechnologie. der wahre grund fuer diese art der argumentation duerfte wohl eher sein, dass den grossen vier immer mehr umsatz wegbricht und der einzelne buerger dezentral energieversorger wird.
    jetzt haben wir ein ganzes jahrhundert gebraucht um unsere verbraucher schoen am zentralen gaengelband abhaengig zu machen, da kommt jetzt pv und thermie und macht diese wieder unabhaengig. das ist der grund …..
    im uebrigen betreibe ich zwei pv anlagen und ueberlege sehr wohl mittels batterien meinen eigenverbrauch bis auf 70 prozent zu bringen.
    dazu muss ich aber kein szenario von zwei wochen ohne sonne und wind durchspielen dazu genuegt bereits eine bescheidene batterrie fuer wenuge tausend euro!
    entlastet das netz von immerhin 70 prozent meines stromverbrauches.
    wenn das jetzt viele machen ist das ganze horto szenario von netzausbau, norwegen usw. nicht mehr noetig.
    ich empfehle eine intelligente auseinandersetzung mit der sonne, nicht zahlenueberfrachtete pseudo wiseenschaftliche tendenz meinungsmache.
    entschuldigung fuer rechtsschreibung, tippe auf ipad ein finger
    in diesem positiven und sonnigen sinne
    hans thoma

  10. http://tinyurl.com/3e6cqa
    Emmissions-Zertifikate für LuxusLimusinen vom TÜVDeutschland setzt jetzt endlich das Kyotoprotokoll um. Neu zugelassene LuxusKfz dürfen nur noch mit HiTec-Emmissionszertifikaten wie dem hier unterwegs sein. Dank modernster Technik, kann die Klimabelastung jederzeit vorort in Echtzeit überprüft werden. Umweltsündern drohen drastische Strafen.

  11. @13: Falk Blau sagt:
    „Herr Wanninger, es ist ein weit verbreiteter Trugschluss, dass thermische Solaranlagen nicht gewartet werden müssen.“

    Lieber Herr Blau,
    und wo sind Ihre Vorschläge wie eine Solaranlage konstruiert und gebaut werden muss, damit diese wartungsfrei und effektiv ist? Wir schreiben immerhin das Jahr 2011 und waren angeblich schon auf dem Mond.
    Wie gross ist denn die Anlage in die Sie für 500€ Frostschutz einfüllen? 200qm Kollektorfläche?
    Im Automobilbereich müssen sie weder den pH Wert messen noch etwas austauschen oder nachfüllen, es sei denn ein Marder versucht die Kühlflüssigkeit zu wechseln.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Alkohol zu Teer umgewandelt wird. Vermutlich wird etwas anderes umgewandelt, was aber eindeutig Ihr Verschulden ist. Ungeeignete Stoffwahl!

    @18 „Nein Herr Wanninger, Kunststoff im Solarkreis ist unzulässig. Verbindungen des Steigstrangs dürfen nur mit Schneitringverschraubungen oder „hart“ gelötet werden. Als Material wird Kupfer oder Edelstahlwellrohr verarbeitet.“

    Ihre Aussage ist grundsätzlich unhaltbar. Es gibt keine Verbote für Kunststoff und Weichlötungen im Solarkreis und keinen Zwang zu Kupfer oder Edelstahlwellrohr (Literaturempfehlung: DKI Druckschriften).
    Wenn der Kollektor z.B. aus Kunststoff ist, dann können die Rohre sicherlich aus dem gleichen Kunststoff hergestellt sein – oder?
    Wollen Sie Trockendampf mit 600°C in den Kollektoren erzeugen? Dann müssen Sie selbstverständlich geeignete Werkstoffe verwenden. Logisch – oder?
    In einem gebe ich Ihnen recht, mit den Heizungen liegt vieles im Argen, nicht nur die übliche Überdimensionierung. Aber da sollten Sie mal vor Ihrer Türe kehren, damit Sie die Heizungen verbessern und ein halbwegs akzeptables Preisniveau erreichen. 1kg Heizung ist fast so teuer wie 1kg Auto und vergleichen Sie mal die Technik. Sie sind gerade bei Ford T Model angelangt. Und an dieses T-Model schliessen Sie eine Solaranlage an und erwarten, dass diese den Heizungspfusch kompensiert.
    Bin schon neugierig was Sie alles vorschlagen.

    Die Solarkritik wird nur temporär sein, denn irgendwann wird es (fast) jeder kapiert haben, dass solare Wärme die effektivste und einfachste Nutzung aller EEs darstellt. Die Primärenergie kostet nämlich 0€/kWh und sie kommt dorthin, wo man sie benötigt und sie ermöglicht einen beträchtlichen Beitrag zur Wärmeversorgung von Gebäuden z.B. in Deutschland.
    Sogar die Tierwelt nutzt sie direkt. Die könnten auch „Nicht-EE“ verheizen, tun es aber nicht.

    Man sieht an Ihrer Argumentation, dass man schon ganz schön tricksen muss, um die Zahlen von Solar schlecht aussehen zu lassen.
    Ihr Vergleich mit der Ölheizung mit 0,08€/kWh und der Holzpelletheizung mit 0,045€/kWh könnte von Karl Valentin stammen.
    Samstag Nachmittag ist Badetag. Da wird mit Holzpellet warmes Wasser bereitet und die restliche Zeit bleibt der Ofen kalt (RT).
    Wollen Sie aber für die 2 Leutchen jederzeit warmes Wasser bereit halten, dann sieht die Sache anders aus.
    Sie wissen schon, Wärmeleitungsverluste, Konvektionsverluste, Zugverluste u.s.w. Der Wirkungsgrad liegt dann schnell bei umsatzfördernden 10% und lässt sich je nach Verbrauchsgewohnheit bis gegen 0% senken. Je sparsamer die Leutchen um so schlechter der Wirkungsgrad.
    Das ist unseriös – aber gar nicht so selten!
    Eine solare Raumheizung ab Mitte Februar bis Mitte Juni(wie dieses Jahr) und zwischen September und Mitte November(?) wollen Sie den Leutchen aber verwehren.
    Das sind 9 Monate ausschliesslich Solar mit einer Leistungsziffer von ca. 200.

    MfG
    Paul Gogo

  12. Nein Herr Wanninger, Kunststoff im Solarkreis ist unzulässig. Verbindungen des Steigstrangs dürfen nur mit Schneitringverschraubungen oder „hart“ gelötet werden. Als Material wird Kupfer oder Edelstahlwellrohr verarbeitet. Dazu kommt noch, dass die allermeisten Anlagen keine objektive Kontrolle der Leistungsernte haben. Man geht daher davon aus, dass 60 % der installierten Anlagen gar nicht funktionieren, ohne dass der Nutzer es merkt. Es gibt auch Anlagen, welche eine objektive Kontrolle haben und tatsächlich 600 kwh/a liefern, allerdings spielen die auch preislich in einer anderen Liga. Dazu kommt noch die perverse Förderpolitik der deutschen Regierung, welche nämlich die Fläche und nicht die Leistung fördert – das mal völlig unabhängig, welchen Sinn eine Solarförderung überhaupt macht. Dazu wurde in den unterschiedlichsten Beiträgen hier bei EIKE schon genügend referiert. Wenn man weiß, dass jede staatliche Förderung auf der anderen Seite Arbeitsplätze vernichtet, bin ich persönlich gegen jede Förderung. Der Markt würde früher oder später entscheiden, was Sinn macht oder nicht. Pauschal lässt sich sagen, dass gerade „Billiganlagen“, welche natürlich von Bauträgern bevorzugt werden, die beschissenste Leistung haben. BUSO hat mal ein Monitoring veröffentlicht, da hat man mit guten 200 kwh/a rumgeprotzt. Den Rest kann man sich selbst ausrechnen. Eine kwh bezogen auf Heizöl liegt z.Z.bei 8 ct (http://www.tecson.de/tecson-heizoel-500.html) Beim Holzpellets liegt man bei 4,4….4,6 ct. Fakt ist, dass eine thermische Solaranlage um so effizienter ist, um so größer der BW-Bedarf ist und das vor allem im Sommer. Hotels, Galvanik, Wäschereien Bäder….Zwei alte Leutchen, die sich ein Mal die Woche duschen zum Altbau eine Anlage zur Heizungsunterstützung zu verkaufen, ist gelinde gesagt – unseriös.

  13. @ Wanninger #16

    Bei 3000 € Gesamtkosten, einer Amortisationszeit von 10 Jahren (keine Wartung!) und einem Zinssatz von 3% müßte man jährliche Kosten zur Trinkwassererwärmung von 351,69 € haben.
    Macht bei 2400 kWh/a 15 Cent/kWh, die kWh „Solarwärme“ kostet. Bei Gestehungskosten von 7 Cent/kWh mit Gas ist die Solaranlage ausgesprochen rentabel, aber nur für den Hersteller.

    Ich wundere mich immer wieder, daß die Leute in der Schule die Zins- und Zinsesrechnung nicht gelernt haben. Früher hat man sowas noch mit nem Rechenschieber errechnet, aber heutzutage gibt es doch Taschenrechner und Tabellenkalkulation (Funktion RMZ), wo man sowas doch in Sekundenschnelle kalkulieren kann.

  14. Also bei den Installationkosten lag der angesprochene Fall bei unter 3000 Euro, komplett in Eigenarbeit für ein EFH mit 4 Personenhaushalt. Die Zahlen müsste ich beschaffen, ich frage mal nach. Für mich selbst kam aufgrund des baulichen Aufwands eine nachträgliche Installation nie in Frage. Insofern fehlen mir tiefgreifende Kenntnisse und ich will hier nichts behaupten. Wenn allerdings die Folgekosten für die Wartung tatsächlich so hoch sind, wie von Euch angegeben (oder gibt es vielleicht auch wartungsfrie Bauprinzipien), glaube ich allerdings auch, dass die Amortisationszeit gegen Unendlich gehen könnte. Aber, Frage zu den Rohren: Verwendet man hier nicht längst Kunststoffe?

  15. #9bis 12 und Jürgen Wanninger:

    Richtig !! Jürgen Wanninger soll mal die Zahlen der Solaranlage seines Bruders liefern, in ähnlicher Form, wie sie Michael Clemens aufgelistet hatte. Die Zahlen von M. Clemens decken sich grundsätzlich mit meinen Recherchen.
    Deshalb dürften die „echten Solar-Zahlen“ von Jürgen Wanninger interessant sein.

    Denn wie Solaranbieter tricksen und sich die Solarkunden auch selbst belügen, dokumentiert auch das Dokument, was hier verlinkt ist:

    http://tinyurl.com/6ktrr8c

  16. Herr Wanninger, es ist ein weit verbreiteter Trugschluss, dass thermische Solaranlagen nicht gewartet werden müssen. Ich will mal zur Effizienz gar nichts sagen, da ich selbst in der Branche arbeite. Bei Glycolanlagen, welche mit Frostschutzmittel arbeiten, ist zwingend der pH-Wert und der Leitwert zu kontrollieren, ansonsten kommt es zur Korrosion, welche Wärmetauscher zerstören kann, im ungünstigsten Fall cract die Solarflüssigkeit und Kollektoren, Speicher und Verrohrung werden unbrauchbar (Teer). Eine Wartung ist kostenpflichtig. Muss die Solarflüssigkeit getauscht werden, sind locker 500,00 EUR fällig. Bei großdimmensionierten Flächen, kann das alle drei Jahre sein. Bei Wasseranlagen (Trainback oder Aquasytem), muss trotzdem das Wasser kontrolliert werden, da der Leitwertsgrenzwert bei 350 Microsiemens liegt, einige Trinkwasser aber darüber liegen. Aufgrund der Tatsache, dass in jeder Solaranlage ein Materialmix verarbeitet wird, entsteht eine Spannungsreihe der Elemente, welche dazu führt, dass sich die unedelen Materialien „opfern“, zerfressen werden, sich auflösen und sich dort ablagern, wo man sie am allerwenigsten haben will, also – muss man das Trinkwasser demineralisieren, verschneiten und jährlich kontrollieren – sonst gibt es früher oder später Stress. All das eben genannte, macht die Rentabilitätsberechnung nicht besser.

  17. @ J.Wanninger #11

    Sie brauchen nur die Frage zu beantworten, was die vom Kollektor tatsächlich genutzte Energie kostet. Ich sage Ihnen dann, ob die Anlage sich überhaupt amortisieren kann.

  18. Ich will nun hier nicht zum Vertreter für Solarkollektoren auftreten, die Kalkulation meines Bruders sah bei einem Neubau aber wesentlich günstiger aus: deutlich geringere Installationskosten, Ersparnis bei der Heizunganalage, Ersparnis bei Heizungswartung (läuft ja nur 6 Monate), dann, was soll am Solarkollektor gewartet werden?, höhere Energierparnis, Amortisation war nach 12 Jahren und das kommt wohl auch so.

  19. #7 Jürgen Wanninger

    Dann, Herr Wanninger, rechnen Sie doch hier den Lesern mal vor, wie sich eine Solaranlage zur Trinkwassererwärmung für 4.000 Euro mit einem Ertrag von 150 Euro (7 Cent Gaspreis, Ertrag 2.000 kWh) innerhalb „von wenigen Jahren“ (!!) rechnen soll ??

    Ich glaube, Herr Wanninger, Sie sind auch auf den „Solaren 60%-Schwindel“ herreingefallen und sollten besser auf SOLARKRITIK.DE intensiv recherchieren.

  20. @7 Jürgen Wanninger

    Wollen Sie wirklich Herrn R. Hoffmann von der Effizienz der Solarthermie überzeugen?

    Anbei mal ein kleines Rechenbeispiel, wie schnell sich eine typische Anlage zur Warmwasserbereitung im 4-Personen Haushalt rechnet.

    Energieverbrauch WW ca. 2.000 kWh/a
    möglicher solarer Deckungsanteil 1.200 kWh/a
    eingesparte Primärenergie 1.500 kWh/a
    Eingesparte Brennstoffkosten 150 EUR/a bei z.B. 10 ct/kWh

    abzüglich Betrieb, Wartung, Instandhaltung, Stromkosten der solarthermischen Anlage
    ca. 100 EUR/a
    Kostenersparnis ca. 50 EUR/a
    Investitionskosten ca. 5.000 EUR

    Amortisationsdauer ?

  21. #6: Hofmann,M sagt:

    ‚Diese Regierung schafft einen zukünftigen Monopolisten „Russland-Gas“‚

    Vielleicht findet ja endlich mal jemand ein schwarzes Konto bei Trittin, Roth, Özdemir, Merkel usw. usw., auf das GAZPROM oder chinesische PV-Hersteller einzahlen. Auf Ihr Spiegel-Reporter – sucht mal schön!

  22. @#3, Rainer Hofmann,

    Achtung – nicht verwechweln:

    Photovoltaik (Stromerzeugung) – teuer, subventioniert, schlecht!
    Solarthermie (Wassererwärmung) – günstig, kaum subventioniert, rechnet sich trotzdem schon nach wenigen Jahren, bei jedem Neubau nur zu empfehlen. Vorsicht allerdings bei heizungunterstützung im Winter, Das rechnet sich in Deutschland wieder nicht!

    Nicht alles, was ’solar‘ heisst, ist automatisch gleich schlecht. Denn wir wissen ja auch, nicht alles was ‚Öko‘ heisst, muss ‚gut‘ sein!

  23. @Rainer Hoffmann #3
    Bei der Solarförderung brauch es keiner hochtrabenden Berechnungen. Allein die Kenntnis, dass dem Solarbauer auf 20 Jahre ein ein Abnahmepreis von mehr als 100% des momentanen Marktpreises vom Staat (Steurzahler) garantiert wird, macht diese Technik schon überflüssig für Deutschland.
    Die Solartechnik ist mit Subventionen auf den Markt gebracht worden und wird nur mit Subventionen am Markt gehalten zu lasten ALLER.
    Auch die anderen erneubaren Energieformen können nur am Markt existieren, weil Sie von uns Steuerzahlern Zwangssubventioniert werden. Zum Schaden des deutschen Volkes und zum Wohle einiger Abzocker!
    Aber der Irrsinn (Schaden) für den deutschen Bürger durch die Politik geht ja noch weiter. Nicht nur, dass man in Deutschland einen künstlichen Zwangssubventionierten Energiemarkt geschaffen hat sondern auch dass die erneubaren Energieformen bei der Einspeisung in das Stromnetz vorrang vor den Rückgrat der deutschen Energieversorgung, den Kohle- Gaakraftwerken erhalten sollen. Damit haben wir nicht nur eine Unwirtschaftlichkeit bei den Erneuerbaren Energieformen sondern auch bei den noch verbliebenen Kohle und Gaskraftwerken in Deutschland. Mit der politisch gewollten Abschaffung der Kernkraftwerke in Deutschland werden wir unseren Rohstoffenergiemix einschränken. Wenn jetzt die Kohlekraftwerke auch noch abschafft werden sollen und nur noch die Gaskraftwerke übrig bleiben, dann haben wir in Deutschland einen neuen Monopolist. Das GAS (Russland).
    Fassen wir zusammen:
    Die deutsche Regierung erzeugt einen kostenintensiven künstlichen Energiemarkt. Diese Regierung macht das hochsubventionierte Nischenprodukt „Erneubare Energie“ zur Seule der zukünftigen Energieversorung Deutschlands. Diese Regierung schreibt Millarden an Steuereinnahmen mit der Abschaltung der Kernkraftwerke einfach ab. Stattdessen verschenkt diese Regierung lieber Millarden ins europäische Ausland. Diese Regierung schafft einen zukünftigen Monopolisten „Russland-Gas“ indem Sie die Rohstoffe Uran,Kohle und Oel über Jahre hinweg verteufelt hat. Der deutsche Bürger wurde über Jahre durch die Medien und Politik dazu erzogen, dass er in Kohle, Uran und Oel „das Böse“ für uns und noch schlimmer für unsere Umwelt zu sehen hat.
    Die Ökosozialisten mit ihren Helfern und Verbindungen in die Politik und Wirtschaft haben hier ganze Arbeit geleistet. In den deutschen Medien sind nur noch Experten von diesen Lobbygruppen (Ökosozilisten) zu finden.

  24. @ #2: Johannes Hartung
    „Bei einer so einfachen Rechnung frage ich mich, wer je auf die Idee gekommen ist das Märchen vom Elektroauto-grid zu propagieren“

    Lieber Herr Hartung, auch Ihre Frage ist sehr einfach zu beantworten.
    Da gibt es erstens die Experten, wie hier zu sehen:
    http://tinyurl.com/5s3nahb
    http://tinyurl.com/5rkvj7k

    Zweitens, wenn Sie Batteriehersteller sind, werden sich Ihre Proteste auch in Grenzen halten.

    Drittens gibt es auch hier „Experten“, lesen Sie mal die Postings und „Berechnungen“ von F. Naumann! Viel Spaß!

  25. Zu Nr. 3

    Mir fällt immer wieder auf, dass klimakritische Seiten durch Web of Trust (WOT) als Seiten mit schlechtem Ruf dargestellt sind. So auch beim Link in Nr. 3.
    Wehrt euch und setzt die WOT-Bewertungen auf Grün wenn ihr diese Seiten besucht. Ich gehe einmal davon aus, dass auf EIKE eher vertrauenswürdige User Links eingeben. Übrigens hat auch EIKE eine schlechte Bewertung, also immer wieder mal auf Grün stellen.

  26. Warum wird nicht endlich mal der Schwindel mit der Solarthermie thematisiert und warum wird nicht im Detail erklärt, warum die EEG-Belastung auf den Strompreis trotzdem noch mindestens bis zum Jahr 2020 weiter steigt, auch wenn die EEG-Fördersätze noch so oft gesenkt werden. Die Antwort findet man hier:

    http://tinyurl.com/6dral7d

  27. Die Kosten eine kWh in eine typische E-Auto Batterie zu laden und wieder herauszuholen liegen heutzutage zwischen 30 und 50 ct.

    Ich sage das seit Jahren, aber auf mich hört ja keiner 😉

    Zur einfachen Rechnung:
    Ein 20 kWh Akku kostest ca. 10 tausend Euro und erlaubt ca. 1000 Be- und Entladezyklen. Das bedeutet ohne Einrechnung von Verlusten reine „Verschleisskosten“ von 50 ct/kWh.

    Bei einer so einfachen Rechnung frage ich mich, wer je auf die Idee gekommen ist das Märchen vom Elektroauto-grid zu propagieren.

  28. Sehr guter Artikel.
    Das ganze Fiasko lässt sich jedoch auf die ganze erneuerbare Energiebranche ausbreiten.
    Die Chinesen sind ja momentan in Berlin bei unserer Esotherikkanzlerin. Die werden jetzt noch schnell die letzten verbliebenen Solar- und Windfirmen in Deutschland aufkaufen und dann wars das!
    Es herrscht Ausverkauf in Deutschland. Die Bildung wird auf eine Gesamtschule zusammengeschrumpft, die Energiepreise werden künstlich in die Höhe getrieben, das letzte Pulver noch schnell ins Ausland überwiesen, die Industrie aus Deutschland verjagt und Großprojekte bestreikt. Somit wird ein Wirtschaftsland Schritt für Schritt lahm gelegt.

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