Die punktuelle Entrüstung über Michael Manns Klima-emails

Ein weiteres Beispiel punktueller Empörung… aber mit rechtlichen Konsequenzen:
Der fortgesetzte Streit zwischen Generalstaatsanwalt Ken Cuccinelli und der University of Virginia (UVA) über den Zugang zu den Emails des früher an der UVA tätigen Klimawissenschaftlers Michael Mann muss noch vom Virginia Supreme Court entschieden werden. Jedoch, einem Beitrag in [dem Magazin] C-Ville Weekly zufolge könnten Del. Bob Marshall und Chris Horner vom Competitive Enterprise Institute mit ihren Anforderungen im Rahmen des Freedom of Information Act (FOIA) [etwa: Gesetz zur freien Information] an das amerikanische Traditionsinstitut auf einen Schlammpfuhl getroffen sein.


Die Universität… „hat mehr als 34 000 Dokumente identifiziert, die für die FOIA-Anforderung relevant sind. Aber sie hatte sie bis Ende März nicht für die Freigabe begutachtet.“ Die Möglichkeit, dass diese FOIA-Anforderung tatsächlich Erfolg haben könnte, wohingegen Cuccinellis Bemühungen gerichtlich untersagt wurden, hat einige Leute ziemlich wütend gemacht.

In einem Brief von einer Horde linker Gruppen und Organisationen, die der These von der anthropogen verursachten globalen Erwärmung anhängen (oder tief darin verstrickt sind), an die Präsidentin der UVA, Teresa Sullivan, wurde diese gedrängt, hinsichtlich dieser Bemühungen durch die Hintertür, diese Dokumente zu bekommen, nicht einzuknicken. Die Gruppen unterstützten ihr Anliegen mit zahlreichen früheren Gerichtsurteilen, in denen es um akademische Anforderungen im Rahmen des FOIA ging. Sie machen (mit einem Zitat aus einem Urteil eines Obersten Gerichts in den USA) geltend, dass die Anforderung zurückgewiesen werden sollte, und zwar weil sonst die freie Untersuchung und die unmittelbare Zukunft der Zivilisation zugrunde gehen könnten.

Oh Mann!

Am interessantesten unter den Unterzeichnern ist Robert O’Neil, ein früherer Präsident der UVA und Vorsitzender des Thomas Jefferson Center für den Schutz der freien Meinungsäußerung, welches dafür bekannt ist, „Maulkörbe“ als Auszeichnung an jene zu verleihen, die versuchen, das freie Reden abzuwürgen.

Vielleicht stellt sich ja O’Neil nur vor seinen alten Arbeitgeber. Weniger wohlmeinend könnte man aber auch fragen, wo er während der politisch motivierten Hexenjagd war, die den vormals an der UVA tätigen Wissenschaftler Pat Michaels von der Universität vertrieben hatte, nur weil er weiter orthodoxe Ansichten über den Klimawandel hatte.

Das ist genau der Punkt, den Chris Horner in einer Pressemitteilung als Antwort auf den Brief aufwirft:

ATI stellt fest, dass die Entrüstung über die “akademische Freiheit” bei den 12 Gruppen gefehlt hatte, als Greenpeace ähnliche Aufzeichnungen von Manns früherem Kollegen im Department of Environmental Sciences an der UVA, dem wohlbekannten Klimaskeptiker Patrick Michaels einsehen wollte. Sie waren genauso ruhig, als Greenpeace die Aufzeichnungen von Professor David Legates an der University of Delaware sehen wollte sowie jene von Dr. Willie Soon und Dr. Sallie Baliunas an Harvard. Und sie waren ruhig, als mit Kampagnen Druck auf klimawissenschaftliche Akademiker in Washington (state) und Oregon ausgeübt worden ist, die ebenfalls skeptisch hinsichtlich des Alarmismus waren.

 „Aber natürlich waren diese früheren Bemühungen etwas ganz anderes”, sagte Horner. „Diese Gruppen mochten das Denken und die Ansichten jener Wissenschaftler nicht. Offensichtlich waren diese unbequem und daher nicht seriös.“

Vielleicht qualifizieren sie sich nicht für einen “Maulkorborden”, aber sie haben sich mit Sicherheit einen Platz in der Ruhmeshalle selektiver Entrüstung verdient.

Mein Kollege Scott Lee hat Horner zu dem UVA-Fall interviewt und zu den ziemlich eigenartigen Argumenten, mit denen man begründen wollte, ihm die Mann’schen Dokumente auszuhändigen. Diese jüngsten Entwicklungen machen klar, dass wir Chris erneut in der Show brauchen.

Update

Unser Folgeinterview mit Chris Horner ist hier. Ich habe dieses Interview hier schriftlich gefasst.

Link: http://scoreradionetwork.com/2011/04/the-selective-outrage-over-michael-manns-climate-emails/

[das erwähnte Interview liest sich so:]

Horner: Michael Mann könnte etwas zu verbergen haben

Von Norman Leahy 04/26/11 12:53 PM

In der Radiosendung „The Score” haben wir die Story von Chris Horner verfolgt, wie er in Zusammenarbeit mit dem American Tradition Institute ATI eine Anfrage an die UVA im Rahmen des FOIA gerichtet hat, und zwar nach Einsichtnahme in e-mails und Materialien, die der frühere Professor bei der UVA Michael Mann während seiner Zeit dort erstellt hat. Was wir im Interview mit Horner erfahren haben, hat uns den  Unterkiefer fallen lassen.

Als eine, wie Horner es nannte, „Horde von Interessengruppen“ Wind davon bekam, dass einige Leute auf Manns emails lauern, wurden sie bei der UVA vorstellig mit „wagen Sie es nicht, mit Berufung auf Gesetze die Aufzeichnungen zu veröffentlichen, für die der Steuerzahler gezahlt hat, und in einer betrügerischen Voruntersuchung unter einem Statut zu kooperieren, das einstimmig in der Virginia General Assembly beschlossen worden ist, und die nirgends eine Befreiung für Akademiker vorsieht.“

Horner sagte, dass die UVA, nachdem diese Gruppen einmal ihr Missfallen kundgetan hatten, „den Kurs um 180 Grad drehte“ und zu kämpfen beschloss, und zwar mit Hilfe der Anwaltskanzlei (des früheren US-Senators) John Warner in Washington, der gegen eine Zahlung von $ 500 000 dafür sorgte, dem Steuerzahler diese Aufzeichnungen vorzuenthalten.“

Er schilderte, wie er entdeckt hatte, dass die FOIA einen Richtlinienbeauftragten hatte – dessen Büro gar nicht schnell genug die emails des früher an der UVA tätigen Klimawissenschaftlers Pat Michaels an Greenpeace übergeben konnte (sobald der Verein einmal die festgelegte Gebühr entrichtet hatte) – und beschloss, eine eigene Anfrage unter dem FOIA nach Manns emails zu starten.

Aber das wissen wir alles. Die UVA und die anderen Interessenverbände standen auf Manns Seite und bekämpften Monate lang Cuccinellis Anforderung von Dokumenten. Aber es war jene Anfrage von Greenpeace an die UVA nach den Arbeiten von Pat Michaels, die Beine bekommen hatte.  Die Umweltgruppe richtete ähnliche Anfragen an andere Institutionen, um die Aufzeichnungen weiterer Klimaskeptiker zu sehen, die in einer Anzahl von Fällen in Kampagnen gipfelte, jene Skeptiker von ihren Stellungen zu feuern. Wo waren die Stimmen zur akademischen Redefreiheit während dieser Kampagnen? Sie saßen auf ihren Händen.

Nun jedoch wurden sie plötzlich aktiv, weil Michael Mann, der ihren Glauben an die Klimaänderung teilte, vermeintlich angegriffen wurde. Horner sagt, dass diese Gruppen „ein wenig zu spät zur Party gekommen waren“, weil, wie oben erwähnt, die UVA schon gesagt hat, dass sie gewillt ist, diese emails der Akademiker bekannt zu machen, „solange er ein Klimaskeptiker ist“.

Horner stellte fest, dass die erste von vielen Mann’schen Aufzeichnungen inzwischen veröffentlicht worden sein sollten. Aber er macht sich Sorgen, dass diese jüngste Intervention von den Unterstützern Manns dazu führt, die Führung der UVA davon zu überzeugen, die weitere Veröffentlichung abzulehnen. Für ihn ist das eine verstörende Möglichkeit.

Also warum kämpfen sie so schwer? Horner meint mit Hinblick auf die legale Vorgabe der UVA: „Sie haben uns eine halbe Millionen Gründe geliefert dafür, dass es etwas (in Manns emails) zu verbergen gibt“. Man hatte Horner gesagt, dass Manns eigener Rechtsanwalt die UVA kontaktiert und gefragt hat, ob die Universität die Absicht hatte, die Aufzeichnungen öffentlich zu machen. Seine Anfrage deutete darauf hin, wie besorgt er ist, was da enthüllt werden könnte, wenn sie wirklich veröffentlicht werden würden.

Wir könnten es nur zu bald erfahren.
Mehr dazu im Washington Examiner: http://washingtonexaminer.com/blogs/local-opinion-zone/2011/04/horner-michael-mann-may-have-something-hide#ixzz1LBHxgi3j

Link: http://washingtonexaminer.com/blogs/local-opinion-zone/2011/04/horner-michael-mann-may-have-something-hide

Beide Artikel übersetzt von Chris Frey für EIKE

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4 Kommentare

  1. #2: Karlo Funk sagt:

    „Gehe ich recht in der Annahme, dass die meisten Eike-Opis kein Englsich in der Volks-schule hatten?“

    Lieber Herr Funk

    Mit dieser Schreiberei haben Sie sich selber als dummer Jungen klassifiziert, der noch grün hinter den Ohren ist. – Solche gehören in den Kindergarten, nicht in ein wissenschaftliches Forum.

    Außerdem zeigt ihre Frage, dass Sie offensichtlich noch nicht in der „Volksschule“ sind, sonst wüssten Sie, da gab es für die Leute hier bei Eike kein Englisch, das haben die nämlich im Gymnasium gelernt. – und seit 1968 heißt die Volksschule auch nicht mehr Volksschule sondern Hauptschule.
    Also, dann Montag im Kindergarten gut aufpassen, damit es bei Ihnen mit der Hauptschule später mal klappt. Gelle.

  2. Hallo Herr Funk in #2, oder wie immer Sie heißen,

    danke für diesen Kommentar! Sie haben recht! Ich hatte Englisch nur sporadisch in der Schule – und habe es im Lande gelernt (genauer in GB und USA mehrere Jahre lang)! Und Opi – Sie glauben nicht, wie sehr ich mich auf diese Rolle freue, doch leider ist es noch nicht ganz so weit…

    Ohne Grüße, Chris Frey, Übersetzer

  3. Grauenhafte Übersetzung eines an sich schon grauenhaften Textes. Gehe ich recht in der Annahme, dass die meisten Eike-Opis kein Englsich in der Volksschule hatten?

  4. Je mehr vertuscht, verdeckt und verheimlicht wird, umso verdächtiger machen sich die Täter. Transparenz und Offenheit war noch nie die Stärke der Alarmisten.

    Über Michael Manns Charakter und Fähigkeiten zum Thema Hockeyschlägerkurve weiß jeder mit gesundem Menschenverstand denkende Person bestens Bescheid. Diese AGW-Ikone ist ein infames Konstrukt.

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