Der Schwindel mit der Nachhaltigen Entwicklung

„Nachhaltige Entwicklung” („Sustainable Development“ SD) ist im Grunde ein Slogan ohne eine bestimmte Bedeutung. In Verbindung mit dem Earth Day (22. April, Karfreitag), ist es ein Ausdruck, der Dinge wie saubere Luft und grüne Energie maskiert. Und er gaukelt uns eine makellose, idyllische Existenz für uns und unsere Nachkommen vor – für immer. Aber in Wirklichkeit ist er zu einem ungemein nützlichen Begriff für viele Gruppen geworden, die den Slogan verwenden, um ihre eigene spezielle Agenda voranzutreiben, was für eine auch immer.


Der Ausdruck selbst wurde von Gro Harlem Bruntland geprägt, einer norwegischen sozialistischen Politikerin und ehemaligen Premierministerin. Nach ihrer Amtszeit dort landete sie in Paris, und zusammen mit dem Veteran des Club of Rome Alexander King begann sie, den Begriff zu publizieren. Tatsächlich ist dieses Konzept der Nachfolger der Neo-Malthusianischen Thematik* des Club of Rome, welches sich um das Jahr 1970 manifestierte und zu dem berüchtigten Buch „Grenzen des Wachstums“ führte. Das Konzept „Grenzen des Wachstums“ wiederum wurde einige Jahre früher von US-Geologen wie Preston Cloud und King Hubbert entwickelt. In einem Bericht, der von einem Fachbereich der Nationalen Akademie veröffentlicht worden ist, vertraten sie die Ansicht, dass der Welt die Ressourcen ausgehen: Nahrung, Treibstoffe und Mineralien. Ihren Ansichten zufolge sowie denen des Club of Rome und Grenzen des Wachstums würden die wichtigsten Metalle noch vor Ende des 20. Jahrhunderts nicht mehr verfügbar sein.

(King Hubbert ist natürlich am besten bekannt durch sein Konzept des „Peak Oil“, welches während der letzten paar Jahre eine weit verbreitete Popularität erlangte. Der Geologe Kenneth Deffeyes von Princeton hatte einen flüchtigen Erfolg mit seinem Buch „Hubberts Peak“, welches prognostizierte, dass die gesamte Ölerzeugung der Welt im Jahre 2008 ihren Höhepunkt erreichen werde. Natürlich muss dieser Höhepunkt irgendwann erreicht werden, aber der Zeitpunkt wird durch ökonomische und technische Faktoren bestimmt, die nur schwer vorherzusagen sind).

Diese Neo-Malthusianischen* Bedenken wurden wiederum durch die sogenannten „Cornucopians“* abgelehnt. Deren führender Apostel war zweifellos der ältere Julian Simon, der irgendwie in die andere Richtung über das Ziel hinaus schoss. Viele werden sich an die berühmte Wette von Julian Simon mit Paul Ehrlich erinnern, dem renommierten Untergangspropheten der Stanford University hinsichtlich der ab 1990 nicht mehr verfügbaren Mineralien. Simon hat die Wette gewonnen, aber er hatte mit seiner Prognose, dass das Rohöl der Erde niemals zu Ende gehen würde, sicherlich irgendwie abgehoben. Fossile Brennstoffe sind natürlich logischerweise nicht erneuerbar. Unabhängig davon, wie lange es dauert, alles zu verbrauchen; wenn es einmal alle ist, ist es weg und kann in absehbarer Zukunft nicht wieder aufgefüllt werden.

[*Neomalthusianer: z.B. Malthus (1785): durch Bevölkerungswachstum ausgelöste Knappheit an Lebensmitteln (Wasser), Lebensgrundlagen, 1972: Club of Rome: Grenzen des Wachstums. Fokus: Environmental Scarcity

Cornucopians: (griech. Füllhorn des Überflusses), B. Lomborg: Lösung durch Innovation (z.B. in der Landwirtschaft, Düngemittel, Intensivierung usw., genetic engineering usw.). Probleme des Mangels sind durch den Menschen lösbar und Konflikte vermeidbar.

Quelle: http://www.afes-press.de/pdf/HGB_Einfuehrung_17112003.pdf A. d. Übers.]

Aber in gewisser Weise spielt das keine Rolle. Öl kann zur Neige gehen – zumindest billiges Öl – aber seine grundsätzliche Funktion ist die Energieerzeugung. Und hier haben wir eine Vielfalt von Möglichkeiten, Energie für viele Millennien oder sogar noch länger zu erzeugen – auf Grundlage der Kernspaltung.

Die Debatte zwischen den Neo-Malthusianern und den Cornucopianern erreichte 1969 einen Höhepunkt auf einem Symposium der AAAS, als Buch mit dem Titel „Is there an optimal level of population?”veröffentlicht [etwa: „Gibt es eine optimale Bevölkerungszahl?“]. Beide Seiten gaben zu, dass Bevölkerungszahl und –wachstum gleich wichtig sind, wenn man über die Erschöpfung von Ressourcen spricht. Diejenigen, die eine größere Bevölkerung befürworten, wie Julian Simon, scheinen auch die Umweltkosten zu vergessen, die rapide steigen würden, wenn die Fähigkeit der Natur, Abfälle aufzunehmen, überschritten wird.

Aber all das ist Geschichte. SD lebt weiter, weil es für die Durchführung verschiedener Politikmaßnahmen nützlich ist. Einige Beispiele sind:

1) Einschränkungen des Verbrauchs fossiler Brennstoffe unter der Maxime, „das Klima zu retten“.  

  • 2) Transfer von Ressourcen an weniger entwickelte Nationen – inzwischen gerechtfertigt durch Klimagründe (aber natürlich ziemlich im Gegensatz zum sparsamen Umgang mit Ressourcen)
  • 3) Das Streben nach einer Weltregierung unter Souveränität der UN – alles für die „Nachhaltigkeit“,  
  • 4) das Verkünden einer grünen Energiezukunft durch Sonne und Wind,
  • 5) Befürwortung eines negativen Bevölkerungswachstums, usw.

Unter den schlimmsten politischen Maßnahmen, die mit Hilfe von SD vorangetrieben werden, ist ein Schema, das sich Contraction & Convergence
(C & C) nennt. Die dahinter stehende Idee ist, dass jeder Mensch berechtigt ist, die gleiche Menge CO2 zu emittieren. Dies bedeutet natürlich, dass jedes einzelne Individuum auf der Erde die gleiche Menge Energie verbraucht – und in der Folge das gleiche Einkommen hat. Mit anderen Worten, C & C ist im Grunde eine Politik für eine gigantische globale Umverteilung des Einkommens.

Seit das SD-Konzept populär geworden ist, wurde es zu einem Modethema für Forschungsarbeiten, besonders in den Sozialwissenschaften. Wir könnten noch erleben, dass trendige Universitäten SD–Lehrprogramme einführen – und eventuell sogar Fachbereiche für SD und ausgestattet mit Lehrstühlen. Man unterschätze niemals den Trieb zur Expansion in der akademischen Welt.

Für den Earth Day 2011 hat die National Association of Scholars (NAS), die sich zumeist aus konservativen Akademikern zusammen setzt, eine Verlautbarung veröffentlicht, die die Nachhaltigkeitsbewegung auf dem Campus kritisiert. Der Präsident der NAS Peter Wood sagt:

 „Nachhaltigkeit klingt nach Recycling und sauberem Trinkwasser. Aber ihre Propagandisten haben viel ehrgeizigere Ziele. Für sie ersetzt eine nachhaltige Gesellschaft die Marktökonomie durch eine Regulierung von oben nach unten. Sie präsentieren den Studenten eine Angst machende Geschichte, in der die Erde am Rande einer Katastrophe steht und sofortige Aktionen unabdingbar sind. Dies ist eine Taktik, die darauf zielt, Kritiker ruhig zu stellen, die Debatte zu beenden und die Studenten zu mobilisieren, die niemals die Gelegenheit haben, oppositionelle Stimmen zu hören.“

Hier folgen einige Auszüge aus dem Statement selbst:

„Nachhaltigkeit“ ist eines der Schlüsselworte unserer Zeit. Wir leben seit sechs Jahren in der von den UN ausgerufenen „Dekade zur Unterweisung für eine nachhaltige Entwicklung“ [link: "Decade of Education for Sustainable Development“]. In den Vereinigten Staaten haben 677 Colleges und Universitäten sich selbst zu einem auf Nachhaltigkeit basierenden „Klimabekenntnis“ [link: "Climate Commitment]  zusammen geschlossen. Nachhaltigkeit ist in einem großen Maßstab die populärste soziale Bewegung in den höher gebildeten amerikanischen Kreisen. Es ist natürlich nicht nur eine Bewegung des Campus, sondern auch eine allgegenwärtige Präsenz im K-12-Studienplan sowie eine Klammer für Gruppen in den Gemeinden, für politische Plattformen, Anreize für Konsumenten und politische Richtlinien.

Die Nachhaltigkeitsbewegung ist hauptsächlich auf Einladung von Collegepräsidenten und der Verwaltung in Bereichen wie studentische Aktivitäten und residence life [?] auf dem Campus angekommen. Dies bedeutet, dass sie großenteils dem prüfenden Blick von Mitgliedern der Fakultät entgangen ist und dass es sich weiterhin einer Position unverdienter Autorität erfreut. In vielen Fällen kommt die Bewegung voran durch administrative Ermächtigungen, unterstützt von außen durch Fördervereine und Studenten, die wegen ihrer Begeisterung gewählt wurden, diese Bewegung anzutreiben. Von der Agenda getriebene Organisationen – wie die Association for the Advancement of Sustainability in Higher Education (AASHE) und die American College and University Presidents‘ Climate Commitment(ACUPCC) – haben Vorteile aus akademischen Empfindsamkeiten gezogen, Nachhaltigkeit in etwas zu verwandeln, was es in vielen Fällen ist: ein Fetisch des Campus. Nachhaltigkeit wird auch durch Gelegenheiten vorangetrieben wie Gelöbnisse, Spiele, Wettbewerbe und eine Vielzahl von psychologischen Mätzchen, die an einer ernsthaften intellektuellen Untersuchung vorbeigehen.

Einige Ergebnisse sind relativ trivial. Zum Beispiel wurden an gewissen Institutionen die Tabletts in der Cafeteria verbannt (cafeteria trays have been banned), um Nahrung, Wasser und Energie zu sparen. Also mussten die Studenten und die Bediensteten mit Tellern, Tassen und anderen Utensilien jonglieren, wenn sie zwischen den Tischen hindurch laufen. An vielen anderen Universitäten wurde der Verkauf von Einweggeschirr gestoppt, um den Plastikmüll zu reduzieren. Obwohl lächerlich, haben diese kleinen Ärgernisse einen bösen Schatten. Sie zeigen eine Tendenz der Einschüchterung, die insgesamt zu allgemeinen Versuchen der Einschüchterung führen, die auch auf andere Bereiche übergreift.

Praktisch heißt das, dass Nachhaltigkeit  als Mittel benutzt wird, um den Studenten den Standpunkt aufzudrängen, dass Kapitalismus und Individualismus „unhaltbar“ und moralisch wertlos sind sowie eine Gefahr für die Zukunft unseres Planeten darstellen.

Die Faszination von Rückschritt und Ruin sind im westlichen Gedankengut nichts Neues. Die Nachhaltigkeitsbewegung kombiniert bürokratische und regulatorische  Impulse mit einer aktualisierten Version der Endzeit, womit sich Romantiker beschäftigen, und mit Hinweisen auf die christliche apokalyptische Tradition. Dies ist die „Endzeit“ für einige Advokaten der Nachhaltigkeit – oder zumindest potentiell in den Augen vieler anderer. Die Bewegung hat ihre eigenen Versionen von Sünde und Erlösung und hat in vielen anderen Aspekten einen quasi-religiösen Charakter. Für einige der Anhänger wird die Erde selbst als empfindsame Gottheit behandelt; andere geben sich damit zufrieden, nach der Transzendenz in der Natur zu suchen.

Als ein Glaube unter vielen setzt Nachhaltigkeit noch eins drauf auf den ideologischen Einsatz. Feminismus, Afrokultur, glückliche Befreiung und verschiedene andere Marotten und Doktrinen aus jüngerer Zeit, was immer sie sind, waren säkular und richteten sich meistens an die Politik und die Kultur. Die Nachhaltigkeitsbewegung reicht darüber hinaus und hat nichts weniger im Herzen als die Erhaltung des Lebens auf der Erde  

Die religiösen Überzeugungen von Fakultätsmitarbeitern und Studenten gehen niemanden etwas an, aber wir haben Grund zur Sorge, wenn Dogmen in den Lehrplan geschmuggelt werden und zu einer Basis für Programme auf dem Campus werden, als ob sie lediglich Ausdruck für wissenschaftliche Fakten seien.

Die Nachhaltigkeitsbewegung ist, in einem Wort, unhaltbar. Sie steht zu sehr im Gegensatz zu den bleibenden Zielen höherer Bildung; sie enthält zu viele innere Widersprüche; und sie steht zu sehr gegen die Umwelt- sowie ökonomischen und sozialen Fakten, als dass sie für immer andauert.

Der Atmosphärenphysiker S. Fred Singer ist emeritierter Professor für Umweltwissenschaften an der University von Virginia und Gründungsvater des US-Wettersatellitenprogramms. Sein Buch „Unstoppable Global Warming – Every 1500 Years“ (Rowman & Littlefield 2007) präsentiert die Beweise für natürliche Klimazyklen von Erwärmung und Abkühlung und wurden zum Bestseller der New York Times. Er ist Organisator und Vorsitzender des NIPCC (Non-governmental International Panel on Climate Change), dessen Berichte zu Schlussfolgerungen kommen, die denen des von den UN gestützten IPCC widersprechen. Andere Bücher, die er geschrieben oder dessen Herausgeber er war, befassen sich mit Energie und ähnlichen Ressourcenfragen.

http://www.americanthinker.com/2011/04/the_sustainable_development_ho.html

Übersetzt von Chris Frey für EIKE

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12 Kommentare

  1. Herr Dr.Baan,

    nur wird Herr Vassiliades auch gefragt?
    Die NGO’s empfahlen auf der Ethikratsitzung nur die Aktivierung von alten KohleKW, neue verschlechtern auf lange Zeit die CO2 Bilanz.

    Ich habe das Gefühl, dass diese NGO’s entscheiden? Der Greenpeacler sagte auch den genauen Fahrplan, erst das Damoklesschwert (KKW) über Deutschland entfernen und dann alle fossilen KW weg (2 GradZiel) 😉

  2. Hinweis zu M.Schneider:Michael Vassiliades ist immerhin schon zu dem Schluss gekommen, dass wir nach Abschalten der Kernkraftwerke wieder verstärkt Kohle einsetzen müssen.

  3. Kleine Ergänzung zum verherigen Artikel :

    Wenn wir die Nachhaltigkeit, die für Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft sinnvoll ist, auf Rohstoffe ausdehnen, überlassen wir unseren Kindern eine verarmte Welt und verringern für sie die Möglichkeit, die Probleme, die sie mal haben werden und die wir heute noch nicht kennen, zu lösen.
    Wer glaubt zu wissen, wie die Welt in hundert Jahren aussieht, irrt sich mit Sicherheit.

  4. Sehr geehrter Herr Fischer,

    wenn man den Artikel im wikipedia so liest dann ist es doch eine Worthülse. Der Forstwirtschaftliche ist ja noch der sinnvollste, hat aber nicht wirklich was mit dem heutigen Begriff der Nachhaltigkeit zu tun.

    „Etwas enger formuliert:
    Handle so, dass nachfolgende Generationen über dieselben Chancen und Möglichkeiten verfügen wie deine eigene.“
    Klingt ja ganz vernünftig. Hat aber einen gewaltigen Hacken. Wir kennen die Bedürfnisse nachfolgender Generationen nicht. Daher wissen wir auch nicht ob unser Handeln für nachfolgende Generationen dienlich oder sogar schädlich ist.
    Indem wir uns selbst Beschränkungen unterwerfen, unterwerfen wir auch die nachfolgenden Generationen diesen Beschränkungen. Insbesondere wenn die Einschränkungen die Forschung betreffen, wie es ja aktuell der Fall ist.
    Hinzu kommt, dass diese Beschränkungen von „oben“ bestimmt werden und sowas ist schon ein paar Mal massiv schiefgegangen. Siehe das EEG und den Zertifikatehandel. Perfekte Beispiele für Planwirtschaft.

    Nebenbei möchte ich meinen Kindern nicht die gleichen Chancen und Möglichkeiten bieten, sondern bessere und dafür braucht es Fortschritt. Der Nachhaltigkeitsgedanke enthält jedoch keinen Fortschritt, da er ein Gleichgewicht anstrebt.

  5. Artikelfehler: die Annahme, erdöl sei fossil, ist falsch. es ist lediglich biogen kontaminiert. die annahme, erdöl gäbe es immer, ist richtig. Quellen, die nur soviel geschröpft werden wie nachkommt aus unteren Schichten, werden Jahrtausende sprudeln. erdgas und steinkohle sind ebenfalls nicht fossil. hatte ich an anderer stelle bereits ausführlich hier dargestellt-nach Quelle Thomas Gold, the hot and deep biosphere oder inzwischen deutsch und vergriffen Biosphäre der heissen Tiefe. super buch. super überzeugende logik und beweisführung. lg Klaus

  6. Ich meine, dass Herr Simon doch recht hatte mit seiner Aussage, die Rohstoffe würden niemals enden.
    Sie werden allenfalls teurer und bevor sie theoretisch zu Ende gehen, will sie der Mensch nicht mehr, weil er etwas besseres gefunden hat.
    Metalle kann man recyceln.
    Öl und Gas erneuern sich eventuell, zumindest teilweise, bewiesen ist das allerdings nicht. Für Kohle sehe ich die Chance nicht.
    Ich verweise auch auf die Möglichkeit der Kohle- und Gasverflüssigung.
    Nach derzeitigen Prognosen erreicht die Menschheit mit ca. 10 Mld. Menschen um 2075 ihr Maximum, sodass aus diesem Grund allein ein Ende irgendeines Rohstoffes unsinnig ist.
    Ich sehe auch in einem wachsendem Abfall kein Zukunftsproblem. Unserer größten Ressource, unserem Gehirn, wird schon etwas einfallen, vielleicht Hochtemperaturrecycling ?
    Meiner Auffassung nach ist – nach der Wasserkraft – die Kernkraft die regenerativste Form der Stromerzeugung. Über einen Lebenszyklus hinweg braucht letztere weniger Rohstoffe als der Solar- und Windmüll. Vergleichbares gilt auch für die Endlagerbelastung.

  7. #3
    Hallo Herr Johnson,

    es ist schön, dass es so aufmerksame Leser wie Sie gibt! Natürlich heißt das Kernspaltung! Das wollte ich auch schreiben, aber irgendwie war mir die KernFUsion im Kopf. Beim abschließenden Durchlesen ist mir der Fehler dann nicht mehr aufgefallen.

    Also – vielen Dank! Auch an admin für die rasche Änderung!

    Chris Frey, Übersetzer

  8. Kleiner Hinweis: „Und hier haben wir eine Vielfalt von Möglichkeiten, Energie für viele Millennien oder sogar noch länger zu erzeugen – auf Grundlage der Kernfusion.“
    Nuclear fission wurde hier fälschlicherweise mit Kernfusion anstatt mit Kernspaltung übersetzt.
    MFG

  9. Herr Schneider,

    diese Kommission soll doch nichts technisch begreifen. Gestern konnte ich die Passage sehen, als die NGO’s sprachen.
    Diese haben den Fahrplan für Deutschland schon festgelegt, der fossilnukleare Industriekomplex wird in Deutschland stillgelegt, für eine helle Zukunft der NIE’s.

    Der Greenpeacesprecher hat auch gesagt, dass die NGO’s quasi wissenschaftliche Einrichtungen seien. Es werden auch keine neuen Kohlekraftwerke gebaut, die alten werden zur Not reaktiviert und über die CO2 Börse ausgeglichen. Diese Börse würde auch sagen, dass der Importstrom aus Frankreich und Tschechien kein Atomstrom sei, das ließe sich über den Handel nachvollziehen, ergo unserer frohen sorgenfreien Zukunft steht nicht mehr im Wege und wir werden Vorretter auf dem Weg dahin.

    Diese Ethikkommission soll nur ein paar Kleinigkeiten regeln, deshalb Ethik.
    -wie kann man Volksvermögen am Volk vorbei vernichten
    -wie kann man Hausbesitzer zwingen, ihre Häuser in kleine klimafreundliche Fußabdrücke zu pressen
    -wie kann man rasch tarifgebundene Industriearbeitsplätze eliminieren
    -wie kann man Widerstand gegen die Dekarbonisierung brechen
    -brauchen wir noch Parlamente, wenn es doch um die Rechte unserer Urenkel geht…..

    Normalerweise ist eine Regierung für ihr Handeln verantwortlich. Unsere will ihre Handlungen mit den Vorschlägen von NGO’s begründen, die ihrerseits niemandem rechenschaftspflichtig sind. Obwohl sie vom Steuerzahler Deutschlands finanziert werden.
    Wenn das nicht abartig ist…

    Die Grünen und anderen Parteien scheinen noch nicht bemerkt zu haben, dass sie bald überflüssig sind?

  10. „Nachhaltigkeit“ ist kein leere Worthülse oder ein Modewort, es ist mit verschiedenen Definitionen versehen (s. z.B. Wikipedia).

    Der von mir geschätzte Philosoph Hans Jonas formulierte in einer Erweiterung des kategorischen Imperativs von Kant:
    „Handle so, daß die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.“

    Etwas enger formuliert:
    Handle so, dass nachfolgende Generationen über dieselben Chancen und Möglichkeiten verfügen wie deine eigene.

    Klar, momentan wird der Begriff etwas inflationär verwendet. Es lohnt also durchaus, genauer hinzuschauen, wer diesen Begriff nur als Worthülse verwendet.

  11. @M.Schneider
    Naja, was wollen Sie schon unter „Ethik“ erwarten. Hier geht es nicht „technisch“ zu sondern hier soll eine neue „technikfreie“ Gesellschaft für die Zukunft ausgelotet werden.
    Es werden hier Ideologien ausgetauscht in alle zum Ziel führen einer „kohlenstoffreie Gesellschaft“. Eben einer ethikbasierte Gesellschaft die von Luft und Liebe leben soll. Die Flowerpower Zeit und die 68er sitzen da zusammen. Die wollen alle eine andere „unaufgeklärte – verdummte“ Zeit. Eben wie vor der Aufklärung und Industriealisierung Zeit in Deutschland. Die Kriche und einige Ökoadlige haben wieder das Sagen. Das Wort des Pfarrers soll mit Hilfe der Ökobarone wieder „Gesetz“ werden.
    Die Aufklärung,Fortschritt und Wohlstand für Alle war für die Kirche und den meisten „Ökos“ schon immer der „Teufel“ in Persona!
    Der Einfluss der Kirche auf den „dummgehaltenen“ Gläubigen soll damit wieder zunehmen.

  12. So geht der Schwindel weiter.

    Das ist also die sogenannte Fachkonferenz, genannt Ethikkommission, die über das hoch-komplexe Thema urteilen soll, wie will Deutschland seine Energie in Zukunft erzeugen.

    Die Kommission wird vom früheren Bundesumweltminister Klaus Töpfer und vom Präsi-denten der DFG Matthias Kleiner geleitet.

    Als weitere Mitglieder berief Merkel:
    Ulrich Beck, ehemaliger Soziologieprofessor an der Ludwig-Maximilians-Universität München
    Klaus von Dohnanyi (SPD), früherer Bundesbildungsminister
    Ulrich Fischer, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden
    Alois Glück (CSU), Präsident des Zentralkomitees deutscher Katholiken
    Jörg Hacker, Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina
    Jürgen Hambrecht, Vorstandsvorsitzender der BASF
    Volker Hauff (SPD), ehemaliger Bundesminister für Forschung und Technologie
    Walter Hirche (FDP), Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission
    Reinhard Hüttl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen GeoForschungsZentrums Potsdam und Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften
    Weyma Lübbe, Philosophin, Mitglied im Deutschen Ethikrat
    Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising
    Lucia Reisch, Wirtschaftswissenschaftlerin, Professorin an der Copenhagen Business School, Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung
    Ortwin Renn, Risikoforscher, Soziologieprofessor, Vorsitzender des Nachhaltigkeitsbeirats von Baden-Württemberg
    Miranda Schreurs, US-amerikanische Politikwissenschaftlerin, Leiterin des Forschungszentrums für Umweltpolitik an der Freien Universität Berlin
    Michael Vassiliadis (SPD), Vorsitzender der IG Bergbau, Chemie, Energie

    von den 17 Mitgliedern sind schon mal 3 Leute Kirchenvertreter, also völlige Laien.
    Dann kommt mit Michael Vassiliadis der übliche Gewerkschaftsvertreter, als Chemielaborant ganz sicher ebenfalls völliger Laie in Sachen Energie.

    Dann haben wir einen bunten Haufen aus Soziologie, Philosophi, Juristen, Lehrer, Forst- und Bodenwissenschaftler, Politikwissenschaftler, Maschinenbauer. Alles für sich ehrenwert, aber fürs Thema ungeeignet.

    Fachleute wie Physiker, Thermdynamiker, Ingenieure für Energie und Verfahrenstechnik, oder Brennstoftechnik, Null, Kein Einziger.

    In Randgebieten tätig haben wir einen Biologen, einen Chemiker und ein wenig Volkswirtschaft, studiert neben Soziologie und Philosophi.
    (Der link Lucia Reisch ging nicht.)
    Wenigstens ist Herr Töpfer ausschließlich Volkswirt.

    Tja, eine solche Zusammensetzung kann man nur noch als lächerlich bezeichnen.
    Es drängt sich dabei ein anderer Schluss auf, vielleicht wollte man ja politisch gar keine Fachleute einsetzen, weil diese dann wohl politisch nicht gewollte Aussagen getroffen hätten.

    MfG

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