Schiefergas in Europa: so viel wie in Nordamerika!

Das Institut CERA (IHS Cambridge Energy Research Associates®) aber ist ständig sowohl traditionell bei den Mainstream-Medien, wie auch als Wegbereiter des Schiefergases tätig.  Das rührt wohl von der Unternehmenskultur von Daniel Yergins Firma her, die neugierig, offen und zukunftsorientiert ist, anstelle des engstirnig ängstlichen herkömmlichen Von-oben-nach-unten-Denkens in Energiefragen.
Wenn also CERA – immer realistisch beim Thema Schiefergas, aber wie alle anderen auch nicht in der Lage, Zahlen zu nennen –  sich mit Schiefergas zu beschäftigt, dann wird man aufmerken.

Die Menge an unkonventionellen europäischen Gas-Reserven gleicht der in Nordamerika, wie in der neuen großen Studie des CERA (IHS Cambridge Energy Research Associates®) "Breaking with Convention Prospects for European Unconventional Gas" steht. Die Reserven an europäischen unkonventionellen Gasvorräten werden auf 173 Trillionen Kubikmeter geschätzt.
Die Studie ist die erste einer Reihe von wichtigen Analysen zu den Aussichten unkonventioneller Gasförderung in Europa und der Welt. Beruhend auf der systemischen Analyse von Hauptlagerstätten unkonventioneller Gasvorkommen in Europa (Schiefergas und Methan in Kohlenflözen) und unter Benutzung der umfangreichen IHS-Datenbanken, untersucht die Studie, in welchem Umfang das zugängliche unkonventionelle Gas gefördert werden könnte, und welche Bedeutung das für den europäischen Gasmarkt haben könnte.
"Die technologische Revolution in Bezug auf unkonventionelles Gas ist die in diesem Jahrhundert bei weitem wichtigste Energie-Innovation," sagte Daniel Yergin, IHS CERA Institutsleiter und Autor des mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Buches "The Prize". “Das gewaltige Potenzial hat bereits Nordamerikas Energielandschaft verändert und es könnte nun die globale Gasindustrie verändern.”

Kann ich Daniel Yergin zustimmen? Ich würde "könnte" mit "unausweichlich" im vorhergehenden Zitat ersetzen. Die beigefügten CERA-Zahlen für Europa haben sogar einen (rationalen) Optimisten wie mich überrascht. CERA hat Zugriff auf teure geschützte Datenbestände.

Hier noch weitere Zahlen:

Unkonventionelles Gas in Europa wird wahrscheinlich einen bedeutenden Beitrag zur Versorgung in den kommenden 10 bis 15 Jahren leisten, sagt der Bericht. IHS CERA schätzt Fördermengen von mindestens 60 Mrd. Kubikmetern bis etwa 200 Mrd. Kubikmetern im Jahr 2025.

Die 60 Mrd. Kubikmeter sind weniger als die Hälfte der gegenwärtigen Förderung von Schiefergas in Nordamerika.
Betrachten wir die Mindestmenge von 60 Mrd. Kubikmetern im Vergleich zu den gesamten Flüssig- und Erdgasimporten Europas von 69,02 Mrd. Kubikmetern im Jahre 2009. Das bedeutet große Probleme für den europäischen Flüssig- und Erdgasimporte, wenn der Markt so schrumpft wie in Nordamerika. Ein kleiner Trost für die europäische Gasindustrie ist, dass, anders als in den Vereinigten Staaten und in Kanada, niemand von europäischen Exporten ausgeht. Andererseits repräsentieren 200 Mrd. Kubikmeter den gesamten Bedarf von England, Frankreich und Deutschland zusammen, oder des größten Teils von Kontinentaleuropa ohne die drei.

Damit verändert sich alles.

Die Auswirkung dieser Stabilisierung der heimischen Versorgung könnte bedeutend sein, wenn auch nicht so revolutionär wie in den USA, meint der Bericht. Eine Stabilisierung der heimischen Versorgung würde die gegenwärtigen Bedenken wegen der Versorgungssicherheit ausräumen und zu höherem Vertrauen trotz der zunehmenden Abhängigkeit von Gas führen, auch in Bezug auf die Importe. Die europäische Politik wäre dann mit einer wichtigen strategischen Entscheidung konfrontiert: zwischen einer sicheren heimischen und relativ sauberen unkonventionellen Gasversorgung oder teueren Null-Emmissions-Alternativen zu wählen.

Eine schwacher Trost für die KWler liegt darin, dass diese Zahlen nicht vor weiteren 10 bis 15 Jahren Wirklichkeit werden. Versorger, Energieberater und deren Helfershelfer wie z. B. die englische Gasmarkt- und Elektrizitäts-Regulierungsbehörde Ofgem  können ruhig bleiben und sicher sein, dass die hohen Preise noch so lange da sein werden, bis sie in den Ruhestand gehen. Vielleicht finden sie auch andere Wege zum Abzocken der Bürger.Oder sollten sie doch nicht so ruhig schlafen? Die Schiefergasmengen brauchen wir ja heute noch gar nicht, um die Preise zu beeinflussen. Wer spart denn schon für sein Alter, wenn er eine reiche, liebenswerte 90jährige Erb-Oma hat?Wir brauchen noch viele bestätigte Zahlen von den heutigen Produzenten. Anders gesagt, wir müssen wissen, dass das Geld auf der Bank liegt, auch wenn es erst in 10 Jahren fällig ist. Keine Sorge, die Zahlen kommen noch, wie ich seit zwei Jahren sagte, CERA liefert sie jetzt.Wenn wir mehr wissen, heißt es Abschied nehmen von so verrückten Dingen, wie CO2-Abscheidung-und-Speicherung, Offshore Windanlagen, Kernenergie, Ölleitungen wie NABUCCO. Dieser ganze 200 Mrd. £ teure Mist, um angeblich die Lichter an zu lassen, ist für den Mülleimer der Geschichte. Wir können ruhig in Energieeffizienz investieren und Technologie einsetzen, um verlässliche Informationen über den Energieverbrauch zu gewinnen, damit wir sparsamer werden. Wir können Forschungs- und Entwicklungs-Investitionen finanzieren für Technologien wie Energie-Speicherung, Sonnenenergie und kleine Kernkraftwerke, die wirklich Aussicht bieten, den Kohlenstoffverbrauch rasch und zu bezahlbaren Preisen zu vermindern, anstelle des Einsatzes unserer heutigen feinen Technologie, die sehr teuer ist, nicht nachhaltig oder beides. Was aber soll mit dem Großteil der 200 Mrd. £ geschehen?  Den können wir klugerweise in die Ausbildung, in unser Transportwesen oder in die Gesundheit stecken. Das würde wirklich für die meisten von uns ein Fest werden!

Nick Grealy; den Originalartikel finden Sie hier

Die Übersetzung besorgte Helmut Jäger EIKE