„Klimaschutz durch E-10?“ – kritisch nachgefragt!

Es gab eine Zeit, da wurden politische Aktionen mit „Bekämpfung der Arbeitslosigkeit“ begründet, z.B. der Einstieg in die 35-Stunden-Woche 1984, die Einführung der Ökosteuer 2000. Das hat sich inzwischen geändert, die heutige allgemein übliche Begründung von politischen Aktionen jeglicher Art ist der „Klimaschutz“. So war das auch bei der kürzlich durch die Politik erzwungenen Einführung des Bio-Sprits E-10, Benzin mit 10% Ethanol-Zusatz.


Aber wie ist das zu verstehen? Die Verwendung von Biomasse im Energiebereich gilt als CO2-neutral, denn jede Pflanze braucht zum Wachsen CO2 aus der Luft, dieses wird vorübergehend in jeder wachsenden Pflanze gespeichert.

Ethanol wird aus Getreide hergestellt, wir kennen das von der Bierbrauerei. Die alternative Verwendung von Getreide ist die Herstellung von Brot. Natürlich macht es bezüglich der CO2-Speicherung keinen Unterschied, wozu das Getreide verwendet wird: wenn die Ethanolherstellung als CO2-neutral gilt, dann ist auch die Herstellung von Brot CO2-neutral. Die Verwendung von Getreide zur Ernährung dient daher ebenso dem „Klimaschutz“, – wenn man denn überhaupt an die Möglichkeit des „zu schützenden Klimas“ glaubt.

Es bleibt rätselhaft, warum die Bürokraten in Brüssel und in der Folge die Politik in Berlin die Rede vom Klimaschutz durch E-10 propagieren. Entweder hat man diesen einfachen Zusammenhang nicht verstanden, oder man meint, der Bürger wäre so einfältig, den Unsinn in der Verwendung wertvoller Nahrungsmittel als Spritzusatz nicht zu durchblicken.

Deutschland ist im Bereich der Ernährung im Saldo ein Importland, vor dem Beginn der „Energiewende“ in 1998 war es zu ca. 70% durch die eigene Landwirtschaft versorgt 1). Das änderte sich durch die „Energiewende“, durch vielfältige Maßnahmen geschah eine Umstellung der Landwirtschaft von der Nahrungsmittelerzeugung zur Energieerzeugung (Biosprit, Biogas durch Vergärung, Biostrom durch weitere Veredlung von Biogas). Der Grund waren reichlich fließende Subventionen durch die Zwangsmaßnahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. In 2008 wuchsen in Deutschland auf 18% der Ackerfläche Energiepflanzen (Heinloth). Das bedeutet, dass für weitere ca. 10 Millionen Menschen die Lebensmittel nicht mehr in unserem Lande erzeugt wurden, sondern auf dem Weltmarkt zugekauft werden mussten mit der Folge von weltweiter Verknappung der Lebensmittel.

E-10 soll in Deutschland einen Anteil von 90% am Benzinverbrauch erreichen 2), dazu sind rund 3 Mill. t Ethanol erforderlich, zu dessen Herstellung werden ca. 10 Mill. t Getreide benötigt 3). 10 Mill. t Getreide sind ca. 25% der Getreideernte in Deutschland, es sind zu dessen Erzeugung rund 2 Mill. ha Ackerfläche erforderlich (16% von Deutschlands Ackerfläche). Auf 2 Mill. Hektar könnte man Nahrungsmittel für ca. 10 Millionen Menschen erzeugen.

Professor Ernst-Ludwig Winnacker (ähnlich wie Thilo Sarrazin für deutliche Worte bekannt) spricht in einem kürzlich unter der Mithilfe der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung herausgegebenen Buch „Unsere Erde gibt es nur einmal“ (H. Kaul, H. Zehetmair, ISBN 978-3-428-13183-9) auf Seite 110 von 40 Millionen zusätzlichen Hungertoten weltweit in 2008 durch den Unsinn der Bioethanolerzeugung. Es gibt Menschen, die sehen die Erde als überbevölkert an. Die weltweiten Getreidevorräte nehmen schon lange ab, in vielen Importländern herrscht Hunger (z.B. Ägypten). Mit E-10 werden die Probleme verschärft, warum wird dieses dann eingeführt? Die Politik sollte dem Bürger eine Antwort geben.

1) Agrarbericht der Bundesregierung 1996 und 2000

2) DIE WELT, 11.2.2011)

3) VDI-Nachrichten vom 2.3.07

Dr. Lutz Niemann für EIKE

Lesen Sie auch den passenden Beitrag "Ich tanke SuperPlus" von Peter Heller in Science Sceptical

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32 Kommentare

  1. #30: Dr.Paul sagt:

    „Es bedeutet nichts anderes, als dass die Erziehung vom Kindergarten bis zum Abitur einfach heute „weiblich“ dominiert ist, das beinhaltet aber auch eine gewisse Vernachlässigung von Naturwissenschaften mit dem oft beklagten Mangel an Ingeniören. …Ich mag übrigens Frauen sehr, gerade wegen ihrer Emotionalität, “

    Chauvi, beruhigend, dass Sie außerhalb der Physik auch so exzentrisch sind.

  2. Dr. Paul:
    Mich gibt es hier schon länger. Da ich aber keine Naturwissenschaften studiert habe und überdies auch nicht zum Quasseln neige, kann ich zum Blog nur wenig beitragen.
    Es ist schon richtig, daß die meisten Erzieher und Lehrer Frauen sind, aber Lehrplan ist immer noch Lehrplan.
    Beleidigend finde ich aber, daß Sie die Verbindung von keinem Fachwissen mit Hang zum Quasseln als weiblich definieren. Es gibt auch die Menge Männer, die gern unbelastet von jeglichem Wissen herumschwadronieren, das können Sie jeden Sonntag bei Anne Will sehen. Allerdings kann keiner von denen den missionarischen Blick von Hanna Poddig nachmachen 😉
    Verzeihung, Herr Limburg, daß ich mich vom Thema entferne. Ich mach’s auch nie wieder!

  3. hallo Frau Kristin Scharnowski,
    ich begrüße Sie ganz herzlich hier in diesem Forum und freue mich über Ihr Interesse.
    Das mit dem „weibliches Bildungssystem“ sollten Sie bitte nicht persönlich sehen vor allem nicht als Wertung. Es bedeutet nichts anderes, als dass die Erziehung vom Kindergarten bis zum Abitur einfach heute „weiblich“ dominiert ist, das beinhaltet aber auch eine gewisse Vernachlässigung von Naturwissenschaften mit dem oft beklagten Mangel an Ingeniören. Ich will jetzt nicht soweit gehen, das bis aufs „logische Denken“ auszudehnen.
    Es geht da nicht um meine persönliche Meinung, sondern um PISA-ERGEBNISSE, nun gerade da wo ich wohne, im größten Bundesland (bevölkerungsmäßig) gibt es halt auch eine weibliche Schulministerin, schon die zweite oder dritte, früher schwarz, jetzt grün und die Vermittlung von Sachkenntnissen nicht nur in den Naturwissenschaften ist eher als traurig zu bezeichnen (grottenschlechte PISA-Noten).
    In der Klasse meiner Tochter kann man z.B. in einem rel. wichtigen Fach wie Geschichte das „schriftliche“ ganz abwählen und trotzdem nur mit Quasseln eine 2 oder 1 bekommen.
    Meine Tochter beschwert sich, da sie nicht so gerne quasselt, dass sie trotz besserer schriftlicher Noten (=Wissen) benachteiligt wird gegenüber Quasseltanten, die schriftlich nur 5-er produzieren können.
    Das meinte ich mit „weiblich“, also wenig Fachwissen, aber gut (und emotional)quasseln können.
    Da ist man natürlich für Weltuntergangstheorien und Angstappelle besonders empfänglich. Natürlich wird da der Werbefilm von Al Gore in den Schulen gezeigt als Tatsachenbeschreibung und bereits in der „Kinder-Uni“ in meiner Stadt wird den kleinen Kinder die drohende menschengemachte Katastrophe erklärt,
    von einer Kinderpädagogin, natürlich, nicht einem Biolehrer mit dem Titel:
    „Was hat die Glühbirne mit unserem Klima zu tun?“
    und damit man sein Wissen auch gleich den Nachbarkindern weitererzählt:
    „Was hat der Eisbär mit meinen Nachbarn zu tun?
    KinderUni klärt über Energie und Stromsparen auf
    “ (wörtlich)
    Sie sind da ganz sicher eine Ausnahme. Ich mag übrigens Frauen sehr, gerade wegen ihrer Emotionalität, nur bei Physik könnte das evtl. ein ganz kleiner Nachteil sein. Ich hoffe, dass Sie mich deshalb aber nicht als Gegner betrachten.
    Mit freundlichem Gruß
    Paul

  4. # Dr. Paul
    „weibliches Bildungssystem“
    Solche Pauschalisierung verbitte ich mir! Wer macht denn die Lehrpläne und segnet sie ab? Na? Meistens Männer. Im übrigen hat diese erschreckende Unwissenheit ziemlich viel mit der Bildungspolitik der 68er zu tun.
    Allerdings: Im DDR-Bildungssystem wurden Naturwissenschaften gründlich und gut vermittelt, so richtig „nachhaltig“ war das aber leider auch nicht.

  5. Zu der Unsinnigkeit von E10 hier noch einige interessante Zahlen (das Nachrechnen lohnt sich immer, auch ich mache manchmal Rechenfehler):

    1) Wir nehmen an, das die Hälfte des in Deutschland verbrauchten Benzins durch E10 ersetzt wird, dann werden rund 1,6 Mill. t Erdöl durch Alkohol ersetzt. Das gesparte Rohöl kostet derzeit ca. 800 Mill. EURO. Zur Erzeugung von 1,6 Mill. t Alkohol werden ca. 5,5 Mill. t Getreide benötigt (s. VDI-Nachrichten vom 2.3.07). Für das Getreide braucht man 1 Mill. Hektar Ackerfläche (8,3% von Deutschlands Ackerfläche). Auf 1 Mill. Hektar könnte man Nahrungsmittel für ca. 5 Millionen Menschen erzeugen, das entspricht einer landwirtschaftlichen Wertschöpfung von rund 6 Mrd. EURO (Zahlen aus dem Agrarbericht der Bundesregierung 1996 und 2000, hochgerechnet auf 2010).

    2) Ein Mensch braucht zur Ernährung etwa 1000 kWh im Jahr, hier ist zur Vergleichbarkeit die bei Nahrungsmitteln übliche Angabe in Joule/Kalorien umgerechnet in kWh. Für unseren Wohlstand in Deutschland (Strom, Heizung, Verkehr, Industrie aus den Quellen Öl, Gas, Kohle, Kernkraft) werden ca. 50 000 kWh pro Person als Primärenergie im Jahr benötigt. Wenn man im Rahmen der „Energiewende“ von den unersetzbaren 1000kWh der Ernährung etwas abzwacken will und damit bei den 50 000 kWh des Wohlstandes Entlastung schaffen will, zeugt das von Unkenntnis wichtiger Zusammenhänge unseres Lebens.

  6. Herr Czichy,

    bitte gründen Sie eine neue Partei, ich werde Sie sofort wählen. Im Moment sind alle Parteien ergrünt und ich habe keine Wahl mehr in meiner Demokratie.

  7. @ Rassbach
    Ahaaa
    Ethanol zur Stromerzeugung geht also nicht zu Lasten von Lebensmitteln und Regenwäldern.
    Grüne Logik. Toll

    Ich habe einen besseren Vorschlag zur Beendigung des Ethnolunsinns und Vermeidung von CO2 aufgrund eines angenommenen anthropogen erzeugten Klimawandels. Damit werden Lebensmittelpflanzen und Regenwälder entlastet,
    Mineralöl eingespart, Abhängigkeiten verringert,
    Subventionen für Ethanolhersteller und Großlandwirtschft überflüssig und Pachtpreise für Weide- und Ackerland wieder normal.
    Die Grünen und Umweltfundis werden aufheulen.
    Kernenergie und Wasserstoff!
    Kernenergie aus Thorium-Hochtemperatur-Reaktoren
    zur Erzeugung elektrischer Energie und Herstellung von Wasserstoff.
    Aufgrund der hohen Temperaturen des THTR kann Wasserstoff kostengünstig erzeugt werden. Mit Wasserstoff funktioniert jeder Verbrennungsmotor problemlos. Aus dem Auspuff kommt dann nur Wasserdampf. Der THTR ist inhärent sicher und erzeugt bei der Stromproduktion kein sog. schädliches CO2.
    China und Indien bauen ihn mittlerweile.
    Autobauer haben Wasserstoff auch schon lange getestet.
    Biosprit ist also vollkommen überflüssig.
    Die Technik ist vorhanden, aber solange in Deutschland und in der EU Öko-Fundamentalisten und Subventionslobbyisten ihr Unwesen treiben, wird der politische Wille noch lange auf sich warten lassen.
    P.S.
    Um Gotteswillen, ich habe etwas übersehen.
    Wasserdampf ist ja auch ein Treibhausgas und kommt dann aus dem Auspuff. Hoffentlich merken das die Grünen nicht.

  8. Hier ist das Neueste vom Oberenvironmentalisten Özdemir heute in MoMa:
    -die Grünen haben damals für Biokraftstoff gestimmt, aber nicht zu Lasten von Lebensmitteln und Regenwäldern.
    -mit dem Ethanol sollte lieber Strom erzeugt werden, da ist die CO2 Entlastung größer.
    -mehr bringt ein Tempolimit auf Autobahnen auf 120 km/h

    jetzt ist es raus, wohl ein neuer Test, ob die Verblödung schon ausreicht , die nächste Wahl zu gewinnen….

  9. Na wenigstens unser Umweltminister glaubt an den Quatsch. Er meinte heute Brasilien hat den Biosprit ja schon lange. Keiner der anwesenden Reportern fragte nach was die denn dort mit den Urwald anstellen um die Pflanzen für den Sprit anzubauen

  10. Die ideologisch verblendeten Forentrolle aus dem Kanzleramt sind sogar zu debil zum Lesen… Bitte einfach ignorieren!

  11. #18: Herr Wanninger, Sie vergessen einen wichtigen Punkt, der auch für Solarstrom und Windmühlen gilt:
    Es geht um Geldumverteilung in großem Umfang mit falscher ideologischer Rechtfertigung.
    Wenn Sie mir vorrechnen können, dass die Feldbestellung, Ernte IN DEUTSCHLAND und Umwandlung von Nahrungsmittel in Autosprit billiger ist als die Raffinerie von Rohöl, wo auch immer, das mit eigener Kraft aus der Erde sprudelt, könnte man ihre Kritik nachvollziehen.

    Muss ich daran erinnern, dass die Rohölreserven trotz ständiger Totsagung bisher NICHT abgenommen haben? Dass auch noch Gas aus der Erde sprudelt, dass Kohle verflüssigt werden kann. Dass es sehr wahrscheinlich eine anorganische Entstehung von Öl- und Gasnachschub aus der Erde gibt? Das Kriterium der Umweltschädlichkeit lasse ich ungeschmälert gelten, CO2-Produktion ist dafür kein negatives Kriterium, wie wir hier alle wissen.
    Der PREIS schon, also lieber Wald in Deutschland als Preissteigerung für Autosprit und – zweifellos – das ist in der Tat makaber, für menschliche Nahrung.

    Prinzipiell könnte man genauso gut aus Öl Nahrung machen, wo bleiben da die ganzen Gut-Menschen?
    Nur, es ist zu teuer, auf einmal.

    Und es gibt auch eine nicht agrarische wesentlich wirtschaftlichere Weise der Energieerzeugung.
    Ich hätte keinerlei Probleme, in Zukunft ein Elektroauto mit Atomstrom zu fahren.
    WENN ES SICH RECHNET.
    Das wird sicher eher möglich sein, als über den schwachsinnigen Umweg über Nahrungsmittel.

    Unser weibliches Bildungssytem hat versagt,
    wenn darüber noch lange diskutieren muss.

  12. @Jürgen Wanniger #18:

    Die Flächen die für die Ethanolproduktion genutzt werden, lagen vorher bei weitem nicht brach. Brachflächen in Deutschland gab es nur, weil diese von der EU gefördert wurden. Eine Maßnahme gegen die Überproduktion von Lebensmitteln und für den Umweltschutz (der Natur eine Chance geben sich zu erholen). Die Brachflächen die es gab, langen aber bei weitem nicht für die Produktion von Biomasse für Biogas- und –sprit. Deswegen muss man dafür auch Flächen nutzen die vorher der Nahrungsmittelproduktion dienten.
    Auch heute liegen Ackerflächen nicht brach. Im Gegenteil sind sogar die Pachtpreise gestiegen, da die Nachfrage nach Flächen steigt.
    Wie kann man Geringqualifizierte in der Ethanolproduktion sinnvoll einsetzen? Das sind alles normale Ausbildungsberufe und in Teilen mit Hochschul- und Universitätsabschlüssen bestückt. Soviel neue Arbeitsplätze entstehen da auch nicht.
    Das E10 ist nicht günstiger als vergleichbare Kraftstoffe. Es ist in der Produktion teurer als normales Super, bei gleichzeitig höherem Verbrauch und höherem Verschleiß. Von der Steuerersparnis die sie ansprechen ist an den Tankstellen nichts zu spüren. Es wurde vorher nicht umsonst darüber berichtet, dass man das normale Super künstlich verteuern oder ganz entfernen muss, um E10 verkaufen zu können.
    Warum das Ethanol die Motoren angreift, dazu befragen sie mal ihre Kfz-Werkstatt. Die kann ihnen das erklären.

  13. Wer heute verhungert, der kann in 50 Jahren nicht ersaufen (angenommener Anstieg des Meeresspiegels). Auf diesen Satz lässt sich der ganze Klimaschutz reduzieren und das ist sein wahrer Sinn.
    Beim Lösen von eingebildeten Problemen von übermorgen, treten die Nebenwirkungen sofort ein.
    Das ist in etwa so, als würde ein Arzt einem Patienten mit Schnupfen erklären, dass er wahrscheinlich (very likely) Krebs hat und ihn schon einmal zur Chemotherapie schickt.

    Nun ist es nicht verwunderlich, dass Linke und Grüne für Klimaschutz sind, schlimm ist, dass Liberale und Konservative den Unsinn nicht erkennen. Eine Partei, die das „C“ im Namen trägt, sollte einmal in die Bibel gucken, was da steht, wenn man heute Probleme von morgen lösen will:
    „Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.“ (Mt. 6,34)

    M. Wehlan

  14. @Jürgen Wanninger #18
    Stellen Sie sich doch einfach mal die Frage, was es heißt, wenn wir weiterhin Rohstoffe wie Weizen und Mais zu Dumpingpreisen importieren und wie weit E10 dazu beiträgt, dass wir noch mehr von diesen Lebensmitteln zu Dumpingpreisen von Afrika usw. impotieren?

  15. Also die Diskussion hier ist hitzig und wirkt äußerst inkompetent. Prinzipiell ist es natürlich zu verurteilen, wenn Nahrungsmittel ‚verfeuert‘ werden, keine Frage. Wir sollten aber ehrlicherweise akzeptieren, dass die Flächen, die jetzt für Ethanol-Erzeugung bebaut werden, sonst brach liegen würden! Die Nahrungasmittelproduktion lohnt schon lange nicht mehr in Deutschland, viele Ackerflächen liegen brach und hier ist der Hauptgrund, warum wir ständig mehr Nahrungsmittel importieren.
    Und unter dieser Voraussetzung ist es volkswirtschaftlich wohl durchaus sinnvoll, zu importierendes Öl durch eigene Rohstoffe zu ersetzen, zumal hier auch Geringqualifizierte (davon haben wir ja massiv Überschuss) sinnvoll und produktiv arbeiten können.
    Und warum 5% mehr Ethanol nun plötzlich den Motoren (bzw. eher wohl Gummimaterialien im Kraftstofftrakt) zerstören sollen, ist auch nicht ganz einzusehen. Es bleibt jedem seine Sache, das (wegen weniger Steuern) günstigere E10 zu tanken oder eben nicht.
    Also ich halte die ganze Aufgeregtheit hier für deplatziert und eigentlich könnte diese Diskussion unmittelbar so von unseren Grünen Freunden stammen!
    Einziges Gegenargument, das ich für sinnvoll halte, wäre, wenn tatsächlich Nahrungsmittel verdrängt würden.
    Und zu #6 hätte ich eine Frage. Ethanol ist ja ein Alkohol und der wird meines Wissens nach destilliert. Wie kommen denn da radioaktive Partikel hinein?
    Wie gesagt, das meiste hier in diesem Post hört sich für mich an, als diskutierten hier Claudia Roth, Boris Palmer, Renate Künast oder Jürgen Trittin, sorry.

  16. Was die Bürger auf die Barrikaten bringt, ist die undurchsichtige Politik. Meiner Meinung nach wird ohne Not eine neue Benzinsorte (Biosprit) in den Markt geprügelt. Ohne Not soll vom Produkt Oel immer mehr Abstand gehalten werden.
    Der Bürger fragt sich…warum sollen wir das Oelzeitalter nicht bis zum Ende genießen? Warum diese unnötigen voraus eilenden Aktionen? Warum sollen wir von Kohle und Oel abweichen??? Warum soll unser Lebensstandard dadurch immer teuerer und irgendwann unbezahlbar werden?
    Der Mensch wird, wenn für alle auf der Welt Kohle und Oel knapp wird, von selbst andere Formen der Energiegewinnung erfinden und dann auch ohne Subventionen auf den dann gültigen Weltmarkt plazieren. Alles hat seine Zeit! Momentan und auch in naher Zukunft haben wir die Oel-und Kohlezeit. Dieses Zeitalter sollten wir bis zum Schluss nutzen. Wenn wir es nicht in Deutschland nutzen, dann wird es eben China für uns „mehr“ mit nutzen oder auch Russland oder die USA…Die deutsche Bürokratie/Politik mit ihren vorauseilenden Aktionismus…es ist wirklich immer mehr zum Kotz..

  17. Bitte nicht die Vorteile des „Bio“sprit übersehen:

    Es erspart Vater Staat eine Neuauflage der Abwrackprämie. Viele Leute werden ihre Autos völlig freiwillig verschrotten, sobald Motoren und/oder Einspritzsysteme irreparabel oxidiert sind.

    Das schafft dann Platz für neue Autos, und sichert somit Arbeitspltze.

    Ausserdem sind die Leute doch selber schuld, die meinen, sie müssten uralte Kisten, mehr als zwei Jahre alt, unterhalb Euro27, 28 oder was auch immer noch benutzen. Pfui, solche Umweltfrevler!

    Dank an die Grünen.

    Ach nein, lieber nicht, denen haben wir schon viel zu viel zu „verdanken“

  18. #11 H. Igel

    Meine Frau fährt einen Kia Baujahr Nov. 2005
    T-online gab letzthin 40 Kfz-Hersteller und ihre Vorgaben zu der Verwendung von E10 an :
    Bei Kia stand : alle Modelle können E10 tanken.

    Die Kia-Werkstatt bei uns sagte : „Sie können E10 ruhig einmal tanken, auch zweimal, … aber dann freuen wir uns auf ihren Besuch in unserer Werkstatt“
    Ich glaube nicht, dass bei einem Schaden t-online die Haftung übernimmt.
    Auf der Kia homepage habe ich nichts gefunden.

    Das zu Ihrem Allerweltsargument Verschwörung.
    Was die in den USA oder Brasilien machen interessiert mich wenig wenn mein Motor, mein Auto das nicht verkraftet. Wenn sie die Garantie, sprich die Kosten übernehmen, dann ist´s o.k. Ansonsten schweigen sie.
    Deutschland ist der größte Exporteur der Welt in Ethanolmotoren – aber die gehen nach Brasilien.
    Die Nahrungsmittel steigen, falls Ihnen das entgangen ist. Bei uns spielt das kein Problem. Nur in den Ländern in denen sich die Menschen mit dem Geld nicht mal jetzt genügend zu essen kaufen können spielen 50 oder mehr Prozent Erhöhung, gerade des Getreides, eine existenzielle Rolle.

    Ihre Antwort ist zynisch.
    Gehören sie zu den Verharmlosern der Verbrennung von Nahrungsmitteln ?

    Was steckt denn hinter E10 für ein Sinn ? doch nicht etwa CO2 ?

    Gerechter Lohn ? was soll das ?
    Alle befürworten die freie Marktwirtschaft und dann sprechen sie von gerechtem Lohn.

    Ich bin gegen Umwandlung von Nahrungsmitteln in Sprit. Das geht gegen meine Erziehung, meine Achtung vor dem Essen, vor der Nahrung. Sie können es auch einen christlichen Grundwert nennen, obwohl ich nicht sehr kirchlich bin.

  19. #11: „2. E10 wird dazu führen, dass unsere Landwirte endlich einmal für ihre Arbeit einen gerechten Lohn erhalten. “

    Wie fast immer auf Kosten der Steuerzahler,
    koste es was es wolle.
    Feministen nehmen auch gerne das Wort Gerechtigkeit in den Mund wenn sie weitere Privilegien fordern.

    Ich persönlich werde jedenfalls KEIN E10 tanken.

  20. Eike scheint sich immer mehr zu einem Verschwörungsmedium zu entwickeln. Halten wir einmal die Fakten fest.
    1. Biosprit gibt es in den USA schon seit Jahrzehnten (20 Jahren) . Es hat weder den Motoren geschadet noch hat es zu einem Anstieg der Nahrungsmittelpreise geführt. Der Anstieg der Nahrungsmittel hat auch mit der Erholung der Weltwirtschaft zu tun.
    2. E10 wird dazu führen, dass unsere Landwirte endlich einmal für ihre Arbeit einen gerechten Lohn erhalten. Denn seit Jahrzehnten kannten die Lebensmittelpreise doch nur eine Richtung und zwar die nach unten.
    3. In Frankreich gibt es E10 schon länger. Dort hat man den Sinn auch erkannt. In Deutschland versuchen einige Rattenfänger mit Professorentitel die Leute aufzuhetzen. Einige werden sogar von der Deutschen Autoindustrie bezahlt. Dem Deutschen Michel will man wieder eine Lüge für eine Wahrheit verkaufen.

  21. Es ist unfassbar, mit welcher Perversität unsere Regierenden daran gehen die Grundlage des Lebens, neben Wasser, die Nahrungsmittel zu zerstören.
    Und sie finden noch nicht mal was dabei ! sie denken anscheinend wirklich sie tun dem Klima was Gutes an, sie tun der Menschheit was Gutes an.
    Sie denken also wirklich sie wissen wo´s lang geht.(fragt sich welchen Weg sie meinen)
    Sind die abgehoben ? leben die in einer anderen Welt ?

    Bei der nächsten Gelegenheit wird dann wieder zu Spendenaktionen aufgerufen um das hungernde Leid der Weltbevölkerung (eine Steigerung der Hungertoten wird dann sogar mitgeteilt) zu bekämpfen.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Leute nicht merken wie pervers ihr Denken ist, wie es von Mißachtung allen Lebens strotzt.

  22. Es ist so niederträchtig, was im Namen des angeblichen „Klimaschutzes“ so angerichtet wird.

    Schlimm ist der Missbrauch von Lebensmitteln für den Gewinn von Antriebsstoffen; in Folge dessen eine Verteuerung und Verknappung der Lebensmittel eintritt und die arme Bevölkerung dieser Erde das mit Hunger, im schlimmsten Fall mit verhungern teuer zu bezahlen hat.

    Dieser Aktionismus soll angeblich weit in der Zukunft Menschenleben retten, zerstört aber schon heute, Tausende Menschenleben.

    Was ist das nur für eine Doppelmoral? !!!

    Zur sicherung der Energieversorgung gäbe es allerdings andere Möglichkeiten als Energiequelle = Methanhydrate — und bei vernünftigem Abbau auch sicher machbar…
    http://tinyurl.com/6kdrt5x

  23. E10 – Ökofaschismus pur

    http://tinyurl.com/5ta2dk5

    noch ein netter Kommentar:

    „Mein gestriger Absatz zu E10 hat einige Resonanz ausgelöst, deshalb greife ich das hier noch einmal auf. Ein Leser hat darauf hingewiesen, daß durch die Beimischung von Bioalkohol der Mineralölanteil verringert würde – und damit der Anteil, auf den Mineralölsteuer erhoben werden darf. Ich fürchte, diese Konsequenz haben unsere Steuereintreiber übersehen… Davon abgesehen, wird Bioalkohol aus Mais, Weizen oder anderen Nahrungsmitteln gewonnen. Dieses Zeug sorgt folglich dafür, daß die Lebensmittelpreise steigen. Man könnte fast sagen, daß Brüderles E10 die Hungerrevolutionen in Nordafrika ausgelöst hat. E10 tötet also Menschen, zum Beispiel in Libyen. Es geht aber auch anders herum: Jeder dieser Drecksäcke in der dritten Welt futtert uns Jahr für Jahr 150 Liter Biodiesel weg. Wenn man folglich die arabische Bevölkerung um 400 Millionen reduziert, würde das nicht nur die Existenz Israels sichern und Italiens Zuwanderungsproblem lösen, sondern auch genug Nahrungsmittel freisetzen, um alle Autos in Merkeldeutschland zu betanken. Eine solche Weitsicht hätte ich dem Brüderle von der FDP gar nicht zugetraut.“

  24. Alleine der gesunde Menschenverstand, der wohl allen menschenverachtenden, ideologisch verblendeten AGW-Sektierern bzw. CO2-Nazis fehlt, muss zu dem Schluss kommen:

    NICHTS ist ASOZIALER, als Lebensmittel zu verfeuern!!!

    Denen scheint jedes Mittel Recht, unseren Planeten in eine ökokommunistische Diktatur zu verwandeln. EKELHAFT!

  25. #Franz: Ja, diesen fiesen Gedanken hatte ich auch schon!
    Unsere Qualitätspolitiker sollten eigentlich wissen, was sie für Blödsinn anrichten, und wie unglaubwürdig sie sich machen, wenn sie später bei passenden Gelegenheiten (in Gestalt ernst blickender Nachrichtensprecher) den Bürger zum Spenden für allerlei Unglücke in der Welt auffordern. WISO hatte vor kurzem einen herzerfrischenden Beitrag zu E10, dessen Überschrift lauten könnte: Murks. Ich habe mich richtig gewundert (und natürlich gefreut), daß im öffentlich-unredlichen Fernsehen solch deutliche Worte gegen diese Plörre gesagt werden.

  26. Ja, so „reguliert“ sich das Problem der Überbevölkerung der Erde auch?! Denken die Verantwortlichen in diese Richtung?

    Ich hoffe nicht! Hoffentlich wachen bald noch mehr auf, die sich dieser Öko-Diktatur verwehren.

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