Die kalten Gleichungen

In diesem Beitrag legt der Autor dar, wie scheinbar unumstößliche Wahrheiten mathematischer Gleichungen durch das IPCC verbogen und die Verbiegungen verborgen werden. Er bezieht sich dabei auf eine Geschichte, die er als Jugendlicher gelesen hat. lesen Sie seine Schlussfolgerungen:

Ich habe diesen Beitrag schon viele Male geschrieben. Ich versuche es nochmals. Mit den Ergebnissen meiner früheren Arbeiten war ich nicht zufrieden. Den Titel habe ich nach der 1954 erschienenen gleichnamigen Science Fiction Story gewählt, die ich mit zehn oder elf Jahren gelesen habe. Der Inhalt ist etwa Folgender:

Ein Mädchen reist als blinder Passagier an Bord eines Rettungsschiffes, um eine bestimmte Arznei zu irgendwelchen planetarischen Kolonisten zu bringen. Sie wird entdeckt, sobald das Mutterschiff weg ist. Unglücklicherweise ergeben die kalten Gleichungen, dass das Rettungsschiff nicht genügend Treibstoff hat, um mit ihrem zusätzlichen Gewicht an Bord zu landen; aber wenn sie die Arznei über Bord werfen, um das Schiff zu erleichtern, würde die ganze Kolonie sterben… also musste das Mädchen durch die Luftschleuse katapultiert werden, um im All zu sterben.

Ich war höchst beeindruckt von dieser Geschichte. Ich mochte Mathematik schon immer, und hier habe ich zum ersten Mal gesehen, wie Gleichungen uns mit unbestreitbaren und unumstößlichen Ergebnissen versorgen können. Und ich sah, dass diese Gleichungen über den zur Verfügung stehenden Treibstoff und das Gewicht in keiner Weise von menschlichen Emotionen beeinflusst waren; entweder waren sie richtig oder falsch, ganz gleich, welche Gefühle ich oder irgendjemand sonst dabei hatte.

Vor kurzem habe ich mir die Gleichungen der AGW-Wissenschaftler angesehen, die sie in ihren Modellen benutzen. Abbildung 1 zeigt die fundamentalste Klimagleichung, die fast immer stimmt:


Abbildung 1. Die grundlegendste Klimagleichung besagt, dass die einfallende Energie gleich der ausgestrahlten Energie plus der in den Ozean gehenden Energie ist. Q ist die Menge der Energie, die in das System in einem bestimmten Zeitraum eingestrahlt wird. dH/dt ist die Veränderung der Wärmespeicherung in den Ozeanen von Anfang bis Ende dieses Zeitraumes. Die Einheit ist in allen Fällen Zettajoules (ZJ, oder 1021 Joule) pro Jahr.

Dies ist die gleiche Beziehung wie in der Wirtschaft, wo das, was ich innerhalb eines Jahres mache (in unserem Beispiel Q), gleich ist damit, was ich in jenem Jahr ausgebe plus die Änderungen meiner Ersparnisse von Jahr zu Jahr (dH/dt).

Jedoch, von hier starten wir in unbekannte Gewässer…

Ich werde meinen Text nehmen aus HEAT CAPACITY, TIME CONSTANT, AND SENSITIVITY OF EARTH’S CLIMATE SYSTEM , Stephen E. Schwartz, Juni 2007 (im Folgenden als S2007 bezeichnet). Die Studie ist weithin akzeptiert und wurde 49 mal in drei kurzen Jahren zitiert. Die Studie besagt unter Anderem Folgendes (Hervorhebung im Original):

Das Klimasystem der Erde enthält eine sehr empfindliche Balance zwischen der absorbierten kurzwelligen (solaren) Strahlung Q und der langwelligen Ausstrahlung (im thermischen Infrarot) an der Obergrenze der Atmosphäre E.

Q "fast gleich" E    *                                                                   (1)

Die globale und jährliche mittlere absorbierte kurzwellige Strahlung Q = gamma*J, wobei gamma für die mittlere planetarische Ko-Albedo (Komplement der Albedo) steht und J für die mittlere solare Strahlung an der Obergrenze der Atmosphäre (¼ der Solarkonstante) fast gleich 343 W/m2. Satellitenmessungen ergeben einen Wert Q fast gleich 237 W/m2 (Ramanthan 1987; Kiehl und Trenberth 1997), womit sich ein gamma von 0,69 ergibt. Die globale und jährliche mittlere langwellige Ausstrahlung kann mit der globalen und jährlichen mittleren Oberflächentemperatur GMST Ts in Beziehung gesetzt werden: E = epsilon x sigma x Ts^4, wobei epsilon für das effektive langwellige planetarische Emissionsvermögen (effective planetary longwave emissivity) steht, das definiert ist als das Verhältnis zwischen der globalen mittleren langwelligen Strahlung (flux), emittiert an der Obergrenze der Atmosphäre und jener durch die Stefan-Boltzmann-Gleichung berechnete der globalen mittleren Oberflächentemperatur; sigma  ist die Stefan-Boltzmann-Konstante.

Innerhalb dieses Einschichten-Energiebilanzmodells (North et al. 1981; Dickinson, 1982; Hansen et al., 1985; Harvey, 2000; Andreae et al., 2005, Boer et al., 2007) führt ein Ungleichgewicht Q – E durch eine einfache Störung in Q oder E zu einer Änderungsrate des globalen Wärmegehalts, die beschrieben wird durch 

dH/dt = Q – E                                                               (2)

wobei dH/dt für die Änderung des Wärmegehalts des Klimasystems steht.

Hmmm… Ich werde immer nervös, wenn jemand versucht, eine nicht nummerierte Gleichung in eine Studie einzuführen… aber ich schweife ab. Ihre Gleichung (2) ist die gleiche wie in meiner Abbildung 1 oben. Dies war ermutigend, weil ich die Abbildung 1 erstellt habe, bevor ich S2007 gelesen habe. In S2007 heißt es weiter (Hervorhebung von mir):

Der Ansatz des Energiebilanzmodells ist, dass dH/dt mit der Änderung der GMST (globale mittlere Oberflächentemperatur) in Beziehung stehen könnte, und zwar so:

dH/dt = C dTs/dt                          (3)

Hier steht C für die entsprechende Wärmekapazität. Es muss hier betont werden, dass C eine effektive Wärmekapazität ist, die nur den Teil der globalen Wärmekapazität reflektiert, der an die Störung im Zeitmaßstab der Störung gekoppelt ist [?]. Im gegenwärtigen Zusammenhang, der durch Änderungen der atmosphärischen Gasmischung im Zeitscale von Jahrzehnten und Jahrhunderten induzierten globalen Klimaänderung ist es das, was Gegenstand der Änderung in solchen Zeitscalen ist. Messungen des Wärmegehalts in den Ozeanen während der letzten 50 Jahre deuten darauf hin, dass diese Wärmekapazität von den oberen Schichten der Weltmeere dominiert wird.

[Im Original lautet dieser Absatz: „where C is the pertinent heat capacity. Here it must be stressed that C is an effective heat capacity that reflects only that portion of the global heat capacity that is coupled to the perturbation on the time scale of the perturbation. In the present context of global climate change induced by changes in atmospheric composition on the decade to century time scale the pertinent heat capacity is that which is subject to change in heat content on such time scales. Measurements of ocean heat content over the past 50 years indicate that this heat capacity is dominated by the heat capacity of the upper layers of the world ocean (Levitus et al., 2005).

Mit anderen Worten (unter Vernachlässigung der Ko-Albedo), sie schlagen zwei Einsetzungen in die Gleichung der Abbildung 1 vor. Sie sagen, dass

E = epsilon x sigma x Ts^4

und dass

dH/dt = C dTs/dt

was zu den Ergebnis führt

Q = epsilon x sigma x Ts^4 + C dTs/dt                     (4)

Abbildung 2 zeigt diese beiden Einsetzungen:


Abbildung 2. Eine graphische Darstellung der beiden zugrunde gelegten Einsetzungen in das „einschichtige Energiebilanzmodell“ der theoretischen Klimaerklärung. Die Originalgleichung vor der Einsetzung steht in hellbraun links unten, mit der Gleichung nach der Substitution darunter.

Warum sind diese Substitutionen wichtig? Man beachte, dass es in der Gleichung (4), wie in Abbildung 2 gezeigt, nur zwei Variablen gibt – Strahlung und Oberflächentemperatur. Sollten ihre Substitutionen gültig sein, bedeutet das, dass ein Strahlungsungleichgewicht nur durch eine Temperaturzunahme ausgeglichen wird. Oder wie es Dr. Andrew Lacis von NASA GISS ausdrückt (Hervorhebung von mir):

 „Wie ich schon früher gesagt habe, die globale Erwärmung ist in der Physik ein Problem von Ursache und Wirkung, dass stark auf akkuraten Messungen und wohlbekannten physikalischen Prozessen basiert. Im Besonderen ist das Klima der Erde das Ergebnis der Energiebilanz zwischen einfallender Solarstrahlung und thermischer Ausstrahlung, gemessen an der Obergrenze der Atmosphäre, also strikt ein Problem der Strahlungsenergiebalance. Da der Strahlungsfluss ein wohlbekannter und gut verstandener physikalischer Prozess ist, haben wir genaue Kenntnisse darüber, was mit der globalen Energiebalance der Erde passiert. Und wie ich früher schon bemerkte, die Konservierung von Energie lässt als Reaktion auf das zunehmende atmosphärische CO2 zum Erreichen des globalen Gleichgewichts der Temperatur nichts anderes als eine Erwärmung zu.

Die Kommentare von Dr. Lacis sind nichts anderes al seine englischsprachige Erklärung der Gleichung (4) aus S2007. Wenn Gleichung (4) falsch ist, ist auch seine Behauptung falsch. Und seine Behauptung, dass die zunehmende Konzentration von Treibhausgasen nur durch einen Temperaturanstieg kompensiert werden kann, steht im Zentrum der AGW-Klimawissenschaft.

Außerdem gibt es noch einen zweiten Grund, warum ihre Substitutionen wichtig sind. In der Originalgleichung gibt es drei Variable – Q, E und H. Aber da es in der Version in S2007 nur zwei Variable gibt (Ts und Q), kann man die eine Gleichung mit den Termen der anderen lösen. Dies gestattet es ihnen, die Entwicklung der Oberflächentemperatur zu berechnen, mit gegebenen Schätzungen von Antriebskräften in der Zukunft… oder, in anderen Worten, das zukünftige Klima zu modellieren.

Da ich nun von Natur au seiner bin, der immer misstrauisch ist, war ich sehr neugierig über diese beiden Substitutionen. Dies vor allem deshalb, weil ihr gesamtes Kartenhaus in sich zusammenfallen würde, falls nur eine der beiden Substitutionen falsch ist. Ihre Behauptung, dass ein Ungleichgewicht der Strahlung nur durch zunehmende Temperatur ausgeglichen wird, kann so nicht stehen bleiben, wenn nicht beide Substitutionen gültig sind.

SUBSTITUTION 1

Lassen Sie mich beginnen mit der Substitution, die in Gleichung (3) beschrieben wird:

dH/dt = C dTs/dt                          (3)

Das erste, was mir auffiel, waren die Worte „der Ansatz des Energiebilanzmodells“ [Im Original steht wirklich das deutsche Wort ‚ Ansatz’.]

Und was”, sagte ich, „ist ein ‚Ansatz’, wenn er zu hause ist?” Ich war ursprünglich ein Cowboy, der sich selbst gebildet hat, das ist wahr, aber ein sehr belesener und reformierter Cowboy. Und ich habe nie etwas von einem ‚Ansatz’ gehört.

Also schaute ich im Internet bei Wolframs Mathe-Welt, die beste Quelle für Mathematik, und fand dies:

Ansatz

Ein Ansatz ist eine angenommene Formel für eine mathematische Feststellung, die nicht auf irgendeinem zugrunde liegenden Prinzip oder einer Theorie basiert.

Nun, das sollte Ihnen ein warmes, sicheres Gefühl geben. Diese kritische Gleichung, diese Substitution durch die Temperaturänderung als Proxie der Änderung im Wärmegehalt der Ozeane, auf der die gesamte Multimilliarden schwere Behauptung basiert, dass eine zunehmende Konzentration von Treibhausgasen unvermeidlich und unerbittlich zu einem Temperaturanstieg führt, wird von enthusiastischen AGW-Anhängern als „nicht basierend auf irgendeine zugrunde liegende Theorie oder ein Prinzip“ beschrieben. Man erinnere sich, wenn nur eine Substitution falsch ist, ist auch die ganze „wenn-sich-der-Antrieb-durch-Treibhausgase-ändert-folgt-dem-die-Temperatur“ – Behauptung hinfällig… und dafür bieten sie nicht einmal eine Rechtfertigung oder einen Bezug an, es ist lediglich ein Ansatz.

Das ist gut zu wissen und hätte eine viel weiter verbreitete Bekanntmachung verdient…

Dies erinnert mich an einen alten Witz: „Wie viele Beine hat eine Kuh, wenn man den Schwanz ein Bein nennt?“

„Vier, weil ein Schwanz kein Bein ist, auch wenn man ihn so nennt.“

Genauso: Wenn man die Änderung des Wärmegehalts der Ozeane eine lineare Transformation der Änderung der Oberflächentemperatur (C dTs/dt) nennt, heißt das noch lange nicht, dass das auch so ist.

Tatsächlich ist die Korrelation zwischen der jährlichen dH/dt und dTs/dt nicht statistisch signifikant (r^2=0.04, p=0.13). Zusätzlich sind die Verteilungen von dH/dt und dTs/dt ziemlich unterschiedlich, sowohl im vierteljährlichen als auch im jährlichen Niveau. In den Anhängen 1 und 4 findet man Details. Das bedeutet: nein, wir haben keinerlei beobachtete Beweise, dass ihre Substitution gültig ist. Viel eher ist das Gegenteil richtig, es gibt kaum eine Korrelation zwischen dH/dt und dTs/dt.

Es gibt noch ein drittes und subtileres Problem, wenn man dH/dt und dTs/dt miteinander vergleicht. Es besteht darin, dass H (der Wärmegehalt der Ozeane) etwas ganz anderes ist als die anderen drei Variablen, als da wären Q (Einstrahlung), E (Ausstrahlung) und Ts (globale mittlere Lufttemperatur am Boden). Der Unterschied besteht darin, dass H eine Quantität ist, während es sich bei Q, E und Ts um Strahlungsflüsse handelt.

Da Ts ein Fluss ist, kann es von der Einheit Kelvin (oder Grad Celsius) zu den Einheiten Watt pro Quadratmeter (W/m2) umgerechnet werden, und zwar unter Verwendung der Schwarzkörperbeziehung sigma x Ts^4.

Und da die zeitliche Ableitung der festen Größe H ein Fluss ist, nämlich dH/dt, kann man (zum Beispiel) E + dH/dt mit Q vergleichen, siehe Abbildung 1. Das kann man machen, weil wir Flüsse mit Flüssen vergleichen. Aber sie wollen einen Fluss (dH/dt) durch eine Änderung eines Flusses (dT/dt) ersetzen. Dies ist jedoch nur unter speziellen Umständen möglich.

Die Änderung des Wärmegehalts kann in einer einzigen speziellen Situation in Relation zur Temperaturänderung gesetzt werden. Und zwar wenn durch eine Temperaturdifferenz zwischen dem Objekt und der umgebenden Luft etwas erwärmt oder gekühlt wird. Zum Beispiel, wenn man etwas in den Kühlschrank legt, kühlt es sich durch den Unterschied der Temperatur zwischen dem Objekt und der Luft im Kühlschrank ab. Irgendwann hat das Objekt im Kühlschrank die allgemein dort herrschende Temperatur angenommen. Ergebnis: Die Temperaturänderung des Objektes ist eine Funktion des Temperaturunterschieds zwischen dem Objekt und der umgebenden Luft. Falls sich die Lufttemperatur im Kühlschrank ändert, hängt in diesem Fall dH/dt mit dT/dt zusammen.

Aber gilt das auch für unsere Situation? Wer der Meinung ist, dass, ähnlich wie im Kühlschrank, die Lufttemperatur über dem Ozean der Treiber des Wärmegehalts der Ozeane ist, der hebe die Hand… weil ich das mit Sicherheit nicht glaube. Ich glaube, dass es zu 100% umgekehrt ist. Allerdings scheint Schwartz das zu glauben, wenn er in einer Diskussion über die Zeitkonstante sagt:

 „…wenn C die Wärmekapazität der Ozeane ist, dann ist dH/dt die Rate, mit der der Wärmegehalt in diesem Reservoir zunimmt, und ?T ist die Temperaturzunahme, die diesen Transfer antreibt.“

Zusätzlich zu dem Umstand, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass Änderungen der Lufttemperatur zu Änderungen des Wärmegehalts der Ozeane führen, spricht auch der Umfang der Änderung dieses Wärmegehaltes dagegen. Von 1955 bis 2005 änderte sich der Wärmegehalt der Ozeane um etwa 90 Zettajoule. Eine gleich große Änderung um 90 Zettajoule ereignete sich aber auch von einem Vierteljahr zum nächsten im Jahre 1983… Daher erscheint der Gedanke, dass Temperaturänderungen (dT/dt) die Änderungen des Wärmegehalts der Ozeane antreiben (und damit begrenzen) als sehr unwahrscheinlich.

Zusammenfassung der Ergebnisse von Substitution 1: dH/dt = C dT/dt

  1. 1. Die Leute, die diese Theorie vertreten, liefern keine theoretische oder praktische Grundlage für die Substitution.
  2. 2. Die jährliche Korrelation von dH/dt und dT/dt ist sehr klein und statistisch nicht signifikant.
  3. 3. Da H für die Quantität und T für einen Fluss steht, gibt es a priori keinen Grund, einen linearen Zusammenhang zwischen den beiden Größen zu vermuten.
  4. 4. Der Unterschied in der Verteilung der beiden Datensätze dH/dt and dT/dt (siehe Appendix 1 und 4) zeigt, dass weder die Erwärmung noch die Abkühlung der Ozeane mit dT/dt zusammenhängen.
  5. 5. Die Substitution schließt ein, dass die Lufttemperatur „diesen Wärmetransport treibt”, nach Schwartz’ Worten. Es scheint unwahrscheinlich, dass die kleine Masse der Atmosphäre [the wisp of atmospheric mass] die gewaltigen ozeanischen Wärmetransporte antreibt.
  6. 6. Die riesige Größe vierteljährlicher Änderungen deutet darauf hin, dass Änderungen des Wärmegehaltes der Ozeane durch korrespondierende Temperaturänderungen begrenzt werden.  

Meine Schlussfolgerungen aus dieser Zusammenfassung? Die Substitution von dH/dt durch C dT/dt ist weder durch Beobachtungen noch durch die Theorie gerechtfertigt. Obwohl man sehr in  Versuchung kommt, es trotzdem zu tun, weil es damit möglich ist, eine Gleichung für die Temperatur zu lösen, kann man diese Substitution allein aus dem Grund, eine Gleichung lösen zu wollen, nicht vornehmen.

SUBSTITUTION 2: E = epsilon x sigma x  Ts^4

Dies ist die Untersubstitution [original: the sub rosa substitution], also diejenige ohne eine Nummer. In diesem Zusammenhang sagt Schwartz:

 „Die globale jährliche langwellige Ausstrahlung kann zu der mittleren globalen Lufttemperatur über der Erdoberfläche GMST Ts in Beziehung gesetzt werden, und zwar durch:

E = epsilon x sigma x Ts^4

wobei  epsilon für das planetarische effektive Emissionsvermögen der langwelligen Ausstrahlung steht, definiert als das Verhältnis zwischen dem globalen mittleren langwelligen Strahlungsfluss an der Obergrenze der Atmosphäre (TOA) und jener berechnet durch die Stefan-Boltzmann-Gleichung zur globalen mittleren Oberflächentemperatur; sigma ist die Stefan-Boltzmann-Konstante.

Das wollen wir einmal näher betrachten und sehen, was sie hier getan haben. Es ist eine verführerische Idee, weil es teilweise aussieht wie eine normale Stefan-Boltzmann-Gleichung… mit Ausnahme davon, dass sie epsilon umdefiniert haben zum „effektiven planetarischen Emissionsvermögen“. Folgen wir mal dieser Logik.

Erstens, in ihrer Gleichung steht E für den langwelligen [Strahlungs]fluss an der Obergrenze der Amtosphäre (TOA), welchen ich mal als Etoa bezeichnen möchte, um es vom Fluss an der Oberfläche Esurf zu unterscheiden. Als nächstens sagen sie, dass epsilon das langzeitliche Mittel dieses Strahlungsflusses an der TAO ist (was ich Avg(Etoa) nennen möchte) dividiert durch die langzeitliche mittlere langwellige Schwarzkörperstrahlung (Avg(Esurf) genannt). Mit anderen Worten:

epsilon = Avg(Etoa) /Avg(Esurf)

Schließlich ergibt der langwellige Fluss der Schwarzkörperstrahlung Esurf nach Stefan-Boltzmann:

Esurf = sigma x Ts^4.

Setzt man dies in ihre unnumerierte Gleichung (?) ein, erhält man

Etoa = Avg(Etoa) / Avg(Esurf) x Esurf

Allerdings führt dies zu

Etoa / Esurf = Avg(Etoa) / Avg(Esurf)

was ganz klar allgemein nicht stimmt für irgendein vorgegebenes Jahr, und was nur für langzeitliche Mittel gilt. Aber für diese langzeitlichen Mittel reduziert sich das zu der bedeutungslosen Gleichung Mittel(x) / Mittel(irgendwas) = Mittel(x) / Mittel(irgendwas).

Zusammenfassung von Substitution 2: E = epsilon x sigma x  Ts^4

Diese Substitution ist nachweislich entweder mathematisch falsch oder bedeutungslos richtig wie eine Identität. Die kalten Gleichungen gestatten diese Art der Substitution nicht, selbst nicht dazu, um das Mädchen davor zu bewahren, hinaus katapultiert zu werden. Die Ausstrahlung an der Obergrenze der Atmosphäre hängt nicht auf die Art und Weise mit den Oberflächentemperaturen zusammen, wie sie behaupten.

Meine Schlussfolgerungen, ohne spezielle Reihenfolge:

  • * Ich denke gezeigt zu haben, dass keine der beiden Substitutionen gerechtfertigt ist, weder durch die Theorie, noch durch die Mathematik noch durch Beobachtungen.  
  • * Die Falsifizierung jeder der beiden Substitutionen in der Originalgleichung hat weitreichende Implikationen.
  • * Zumindest bedeutet die Falsifizierung jeder Substitution, dass zusätzlich zu Q und Ts mindestens eine weitere Variable in der Gleichung steckt. Dies bedeutet, dass die Gleichung für Ts nicht direkt gelöst werden kann. Und dies bedeutet natürlich, dass die künftige Entwicklung der planetarischen Temperatur nicht durch das bloße Forcing berechnet werden kann.
  • * Als Antwort auf meinen Beitrag über die Linearität des Modells von GISS hat Paul K auf die Studie S2007 von Schwartz verwiesen. Er zeigte auch, dass das Klimamodell von GISS sklavisch den einfachen Gleichungen in der Studie S2007 folgt. Daher bedeutet die Falsifizierung der Substitutionen, dass das Klimamodell von GISS (und die Gleichungen in S2007) als Übungen betrachtet werden müssen, die Parameter anzupassen. Ja, sie können eine Approximation der Realität vermitteln… aber nur durch optimierte Anpassung der Parameter und nicht durch eine saubere theoretische Begründung.
  • * Die Falsifizierung jeder der beiden Substitutionen bedeutet, dass die Wiederherstellung der Strahlungsbalance nicht nur eine einfache Funktion der Oberflächentemperatur Ts ist. Dies bedeutet, dass es mehr Möglichkeiten gibt, um die Strahlungsbalance im Himmel und auf Erden wiederherzustellen, als sich manche Schulweisheit dies träumen lässt, Dr. Lacis…

Wie immer lege ich das hier offen vor dem unbestechlichen Auge des Internets, um alle Leute zu ermutigen, mir meine Fehler aufzuzeigen. Das ist Wissenschaft. Bitte tragen Sie mir die Fehler mit Freundlichkeit und Anstand zu  mir und anderen vor, und vermeiden Sie es, über meine und anderer Motive zu spekulieren. Das ist auch Wissenschaft!

Link zum Original: http://wattsupwiththat.com/2011/01/28/the-cold-equations/

Übersetzt und mit einer Einführung versehen von Chris Frey für EIKE

Im Original folgen noch vier Anhänge, die das hier Gesagte noch näher ausführen. Zusätzliche Aspekte stehen dort jedoch nicht, daher werden diese Anhänge hier aus Zeitgründen nicht mit übersetzt. Man bedenke, dass ich zusätzlich zu diesen ehrenamtlichen Übersetzungen einen Vollzeitjob habe und außerdem auch anderweitig noch ehrenamtlich engagiert bin, nämlich in der Kinderbetreuung.

C. F.

* Das "fast gleich" Zeichen (Doppelwelle), dass im Original steht, bildet dieser Editor nicht ab

image_pdfimage_print

18 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Sippel,

    was ist eine „pertinent heat capacity“? Das ist naemlich der Begriff, den Schwartz benutzte. Er wurde hier mit entsprechende Waermekapazitaet akzeptabel uebersetzt. Ihre Begriffe haben damit nichts gemein.

    Fest steht, dass die Gleichung, wie sie bei Schwartz (2007) und Manabe & Stouffer (2007) verwendet wurde, bereits aus formalen Gruenden falsch ist. Sie ist allerdings sogar aus physikalischen Gruenden zu verwerfen, was Dlugi und ich nachgewiesen haben.

    Da diese Gleichung in allen IPCC-Berichten dazu diente, die Erhoehung der globalen Oberflaechentemperatur infolge eines ’net anthropogenic radiative forcing“ zu berechnen, muss man sich fragen, was diese Berichte eigentlich wert sind.

    MfG

  2. Sehr geehrter Herr Kramm.
    Ich sehe weder in Gleichung (3) noch in (2) ein Problem mit den Dimensionen, da Schwartz mit C keine Wärmespeicherzahl (z. B. in J/(K*mˆ3)), sondern eine extensive Wärmekapazität (z. B. in J/K) bezeichnet.
    Gleichung (2) benutzt Leistungen statt Intensitäten.

    Sie haben natürlich Recht damit, dass man einer Oberfläche keine Wärmekapazität verpassen kann. Tut Schwartz aber auch nicht.

    Von der Darstellung als totales Differential und der Bezeichnung Ansatz abgesehen halte ich auch (3) für im originalen Kontext korrekt.

    Dass in meinem ersten Beitrag griechische Buchstaben als ? dargestellt werden, bitte ich zu entschuldigen.

  3. #1: Christian Sippel sagt:

    am Freitag, 04.02.2011, 16:23

    Ohne dem Übersetzer zu nahe treten zu wollen, frage ich mich, wieso er seine so kostbare Zeit für die Übersetzung eines dermaßen witzlosen Gefasels verwendet.
    Zu den Substitutionen:
    1. ?H/dt=C*dT/dt folgt aus der Definition einer Wärmekapazität.
    Das Problem ist, dass die Erde keine homogene Temperatur hat, weshalb Schwartz hier die mittlere Oberflächentemperatur bemüht und C deshalb als sachdienliche („pertinent“) Wärmekapazität bezeichnet.
    (Außerdem geht er auch auf den Unterschied zwischen Wärmgehalt H der Erde und der Ozeane ein.)
    2.E=?*?*Tsurf^4 ist zweifellos richtig, da Schwartz ? als Quotient aus E und (?*Tsurf^4) einführt (von einem langzeitlichen Mittel ist dabei nicht die Rede). Das kann man von mir aus als „bedeutungslos richtige Identität“ bezeichnen, kommt bei Substitutionen schonmal vor 🙂

    Die ohnehin ziemlich wirren Schlussfolgerungen der angeblichen Falsifizierungen sind damit hinfällig.

    Sehr geehrter Herr Sippel,

    Ihre Schlussfolgerungen sind falsch, denn

    dH/dt = C*dT/dt

    ist falsch. Eine Oberflaeche hat keine Waermekapazitaet, sondern nur eine Masse, der man ein Volumen zuordnen kann. Die Warmekapazitaet wird z.B. in J/(m^3 K) ausgedrueckt. Entsprechend der Gleichung ergaebe sich damit W/(m^3). Was allerdings auftreten muesste, waere W/m^2, naemlich die Einheit von Q bzw E (siehe Gl. (2). Des Raetsels Loesung liegt darin, dass an Stelle der Waermekapazitaet, der sog. ‚thermal inertia coeffeficient‘ auftreten muesste. Dieser ist gegeben durch

    R = C D

    wobei D die Dicke der betrachteten Schicht ist. Gleichung (2) muesste also folgendermassen geschrieben werden:

    R dT/dt = Q – E

    Gleichung (2) wurde zwar von Manabe & Stouffer (2007) und Schwartz (2007) so verwendet, aber in der Originalpublikation von Schneider & Mass (1975) ist an Stelle der Waermekapazitaet der ‚thermal inertia coefficient‘ enthalten. Die richtige Darstellung findet sich ausserdem bei Hansen et al. (1984).

    Mein Ko-Autor Dlugi und ich haben diese Klarstellung in unserer Arbeit von 2010 vorgenommen. Willis Eschenbach haette uns nur zu zitieren brauchen.

    Mit freundlichen Gruessen

    Gerhard Kramm

  4. Lieber Herr Baecker
    Finden zwei Polizisten in den Südstaaten einen
    Schwarzen. Tot. 3 Messer stecken noch im Rücken. Meint der Eine zum Anderen“ So einen schrecklichen Selbstmord hab ich noch nicht gesehen!“ Hinweise kann man auch grosszügig übersehen. Von Piers Corbyn braucht man noch nichts gehört haben. Er sagt nur das Wetter von England richtig voraus,ohne ein Gramm CO-2 zu
    bemühen. Für Sie uninteressant. Nur seine Methode scheint die richtigere zu sein, denn sie funktioniert. Besser als die Goldmacherei im Absolutismus, die jetzt als Klimawissenschaft fröhlich Urständ feiert und aus ihren politischen
    Protektoren jede Menge Geld herauszieht um Modelle zu bauen. Die müssen nur dem Gewünschten entsprechen,über Sinn und Unsinn braucht sich der werte Modellierer keine Gedanken machen. Das würde seinen Arbeitsplatz gefährden. Wer macht sowas? Kein Modellierer und kein Maurer.Oder würden Sie sich arbeitslos machen, um der reinen Wissenschaft willen?? Lieber übersehen Sie Hinweise und verkünden Sachen als richtig, die Sie nicht selbst überprüft haben. Obwohl Sie es von Ihrer Ausbildung her könnten.
    Bei Erfolglosigkeit wurden die Goldmacher verjagt oder eingesperrt. Den Klimamachern könnte es ähnlich gehen.

    MfG
    Michael Weber

  5. Hallo Dr. Paul, #10

    Schön gesagt, freue mich immer über Ihre Kommentare soweit ich noch Zeit habe der Disputation zu folgen.

    „Wetter ist chaotisch…“

    Währe es nicht besser zu formulieren dass das Klima das chaotische System ist und Wetter bzw. Wettererscheinungen Strukturen im Chaos?

    Diese Strukturen im Chaos, wie Wirbel, die eben so überaus stabil sind im Universum, sich aber ebene jeder Berechenbarkeit entziehen.
    Immerhin kann man dann Aussagen treffen und quantifizieren wie: Wir wissen das es nächstes Jahr einen Wirbelsturm gibt, nur nicht wann und wo.

    Ist echt ‘ne Frage, auch an die anderen.

    mfG
    Christian

  6. Lieber Herr Dr. Paul,

    seinen Sie vorsichtig mit ihrer ungezuegelten Ausdrucksweise, sonst lerne wir uns persoenlich kennen. fuer diese Unsverscaemtheit koennte ich Sie juristisch belangen.

    @admin,

    bitte weisen Sie Paul nochmal auf die Blog Regeln hin oder sprerren Sie ihn.

  7. #10
    „Aber zu einem solchen Verdacht krimineller Entgleisungen fehlen mir die Hinweise!“

    Becker, Sie dreister Heuchler!
    Datenfälschungen sind doch hier ein Dauerthema, das ist etwas mehr als nur ein „Hinweis“
    Wenn dann einer, der in der Vergangenheit mehrfach mit seinen Prognosen daneben gelegen hat, behauptet, er könne aber für hundert Jahre in die Zukunft sehen, dann ist er für mich bereits ein erwiesener Schwindler,
    nicht besser als ein Astrologe.
    Er beschmutzt den Wissenschaftsbegriff.

    Wetter ist chaotisch, dann kann Klima nicht linear verlaufen.
    Machen Sie ein „chaotisches Modell“, implizieren Sie damit einen IRREVERSIBLEN Zeitfaktor.
    Das heist, jeder Durchlauf bringt ein anderes Ergebnis.
    „Klimavorhersager“ sind also Schwindler. Kritiker sind Realisten, die sich NICHT für längere Zeiten (=Klima) festlegen können, eben weil sie wissenschaftlich denken. Wettervorhersagen sind schon schwer genug.
    Die Spielwiese für alle Modellbauer ist doch die Vergangenheit, die ist nun wirklich alt genug um Modelle zu prüfen. Und es ist gerade zu eine intelektuelle Provokation, Modelle die bereits für diese BEKANNTE Vergangenheit NICHT passen, als so sicher für die UNBEKANNTE Zukunft anzupreisen, dass man auf die verrückte Idee kommt das lebensfördernde CO2 zu besteuern, progredient mit Milliarden,
    dass man einen faktisch lebensfeindlichen Kurs verlangt. Das ist keine Wissenschaft, das ist Parasitentum mit dem Deckmäntelchen von etwas, mit dem man Vertrauen und Moral normaler Menschen misbraucht.
    Das ist die häßliche Fratze der „offiziellen“ Klimawissenschaft.
    Das ist etwas ganz anderes als die Diskussion von Astrophysikern über die „Grenzen“ der Relativitätstheorie, was niemandem weh tut und nicht zu ständigen überflüssigen Preissteigerungen führt,

  8. #4 Herr Meyer, große Zustimmung,
    der Wasserkreislauf und die „horizontale Strömung“. Immerhin dreht sich die Erde, so dass ständig wechselnde Wärmeenergiegradienten entstehen. Wer die horizontale Strömung unterschätzt, dem empfehle ich im Winter nur mal das Fenster zu öffnen, ein bischen kippen reicht schon, da ist nicht mehr viel übrig von der ewig wiedergekauten „Strahlungsbilanz“ der Klimamodelle.

    Gruß

  9. Lieber Herr Weber,

    „Was macht Sie dann so sicher, daß diese Modelle nicht nur auf zweifelhaften „Ansätzen“ beruhen, wenn Sie es nicht selbst überprüft haben?“

    Weil ich nicht davon ausgehe, dass die Kollegen Modellierer Deppen sind und Ozean- und Atmosphärenströmungen modellieren um dann bei Vorliegen aller benötigten Größen für eine genauere Berechnung des Energieflusses in den Ozean, einen faulen Ansatz benutzen, der nur auf langfristiger Zeitskala einigermaßen Näherungswerte liefert. Außerdem finden Sie in der Modelldoku (von den GISS Ozenamodellen übrigens habe ich doch mal gecheckt), welche Energietransfermodelle benutzt werden. Ein modernes GCM verzichtet nicht auf Turbulenzmodelle, die über die Gradienten des 3 D-Temperaturfeldes und andere Feldgrößen die Flüsse berechnet und nicht nur über die zeitliche Änderung der 2D-Oberflächentemperatur wie nach Schwartz.

    „Warum benötigt das IPCC 30 Modelle um EIN globales Klima zu beschreiben?“

    Die Modelle werden ja nicht vom IPCC beauftragt, sondern stammen aus Forschungsmitteln nationaler Programme. Jede Nation hat eben ein eigenen Interesse auch bei der Klimamodellierung unabhängig zu sein, wobei die internationaler Kooperation schon stark ist und die Modellinhalte abgestimmt werden, aber ein internationales „Supermodell“, das in allen features top ist, gibt es nicht. Warum, weiß ich nicht, aber ich denke mal, dass der Zugriff auf Modellrechenzeit wichtiger als Genauigkeit ist. Aber Ansätze dazu gibt es mit dem Earth Simulator/Japan ja schon. Nur das Ding kann eben auch noch nicht „Alles“ und kann nicht jeden Forscher mit seinem Forschungsvorhaben bedienen.

    „Und warum liegen die alle neben der messbaren Realität?“

    Das kommt darauf an, was „daneben“ heißt. Wenn Sie ein gleitendes 30 Jahresmittel aus einem Modell mit dem beobachteten Jahresmittel eines bestimmten Jahres oder Jahrzehnts vergleichen, so sind die Werte vor allem deswegen nicht deckungsgleich, weil Sie zwei unterschiedliche Größen vergleichen und weil heutige Modelle noch Probleme beim korrekten zeitlichen Ablauf von annualer bis dekadischer natürlicher Klimavariabilität haben.

    „Kann doch an einem falschen Ansatz liegen, wenn die alle schlechter liegen als ein einzelner britischer Meteorologe mit einem anderen Ansatz.“

    Ich verstehe nicht, worauf Sie anspielen. Den obigen Schwartz’sche Ansatz in ein GCM zu implementieren ist etwa so also wenn Sie einen Ferrari mit einem 2-Takter antreiben würden – ist irgendwie inkonsequent.

    „Sie sollten sich die Mühe machen und alles mal selbst nachprüfen,bevor sie eine nicht faktenbasierte Sicherheit verkünden.“

    Mir reichen die übliche Vorgehensweise der Wissenschaft: wissenschaftliche Publikationen „kritisch ernst nehmen“. Ich glaube auch nicht alles, was publiziert wird, aber die grundlegenden Zusammenhänge sind mittlerweile m.E. so sicher, dass für die grundlegenden Zusammenhänge kaum noch Grund für wissenschaftlich motivierte Zweifel bleiben. Falls dann irgendwann doch noch die „Große Klimaverschwörung“ aufgedeckt würde, so wäre ich genauso wie Sie getäuscht worden. Aber zu einem solchen Verdacht krimineller Entgleisungen fehlen mir die Hinweise!

  10. Lieber Herr Baecker
    Sie sind also kein Modellfachmann. Was macht Sie dann so sicher, daß diese Modelle nicht nur auf zweifelhaften „Ansätzen“ beruhen, wenn Sie es nicht selbst überprüft haben? Warum benötigt das IPCC 30 Modelle um EIN globales Klima zu beschreiben? Und warum liegen die alle neben der messbaren Realität? Kann doch an einem falschen Ansatz liegen, wenn die alle schlechter liegen als ein einzelner britischer Meteorologe mit einem anderen Ansatz. Sie sollten sich die Mühe machen und alles mal selbst nachprüfen,bevor sie
    eine nicht faktenbasierte Sicherheit verkünden.
    MfG
    Michael Weber

  11. „Ihre grundlegende Frage ist doch geklärt,wenn das GISS-Modell nach dem widerlegten „Ansatz“ verfährt. Das heisst doch, daß alles, was sich in IPCC-Berichten auf GISS bezieht, Makulatur ist.“

    Ja WENN, ja! Und dieser Nachweis waere tatsaechlich mal eine Sensation und ein Ergebnis, ueber dass sich Skeptiker auf die Schultern klopfen koennten. Aber ich bin mir sicher, diesen Nachweis werden wir nicht bekommen!

    “ Welches Modell hat welchen „Ansatz“?? Sie haben als ausgewiesener Fachmann doch sicher einen genauen Überblick über die unterschiedlichen „Ansätze“.

    Nein, habe ich nicht, ausserdem bin ich bekanntlich kein Modellfachmann. Tut mir leid, da muessen Sie selber in den Modelldokus und Quellcode nachgucken (viele sind ja frei zugaenglich). Aber ich wette, dass keines der knapp 30 im IPCC 2007 aufgelisteten Modell einen so einfachen wie den Schwartzschen hat, denn diese sind ja alle GCMs.

  12. Lieber Herr Meyer,

    in Klimamodellen werden die Stroemungen und meteorologischen Phaenomene inkl. Regen, Wolkenbildung etc. simuliert, gemittelt und als klimatischer Parameter ausgegeben. Konvektion, Phasenuebergaenge, Stroemungsmechanik und Thermodynamik in Atmosphaere, Ozean, Kryosphaere und seit einigen Jahren auch der Biosphaere werden modelliert und mit Beobachtungen verglichen. Fuer die Energiestroeme wird nicht nur der durch Strahlung beruecksichtigt, sondern natuerlich auch die anderen durch Konvektion, Meerestroemungen, atmosphaerische Stoemungen, Phasenuebergaenge etc. Denn diese sind ja quantitativ genauso wichtig.
    In den 60iger Jahren hat man mal mit reinen Strahlungsmodellen angefangen, wie ich aber schon vor ein paar Tagen geschrieben habe, fuehren die zu ueberadiabatischen Temperaturgradienten (Emden 1913, Moeller, Manabe 1963) sodass klar war, dass man erst inkl. Konvektion den beobachtbaren Temperaturgradienten hinbekommt. Dies ist eben schon seit 100 Jahren bekannt.

  13. Lieber Herr Baecker
    Ihre grundlegende Frage ist doch geklärt,wenn das GISS-Modell nach dem widerlegten „Ansatz“ verfährt. Das heisst doch, daß alles, was sich in IPCC-Berichten auf GISS bezieht, Makulatur ist. Die Berichte sind also mit grundlegenden Fehlern behaftet, daher sind sie auch als Grundlage für politisches Handeln völlig ungeeignet. Auffallend ist auch, daß Sie zwar andere „Ansätze“ behaupten, aber fein säuberlich vermeiden Ross und Reiter zu benennen. Welches Modell hat welchen „Ansatz“?? Sie haben als ausgewiesener Fachmann doch sicher einen genauen Überblick über die unterschiedlichen „Ansätze“.
    So viele sind das ja nicht.Teilen Sie sie uns doch einfach mit, damit auch hier nach Fehlern und Schönheitsfehlern gesucht werden kann.
    MfG
    Michael Weber

  14. bis auf kleine Schoenheitsfehler ist der Artikel korrekt.

    Die grundlegende Frage aber wird nicht geklaert, naemlich, ob dieser Ansatz ueberhaupt in Modellen, die zu wesentlichen Aussagen uebers Klimasystem fuehren benutzt werden. Die GCMs, denen die quantitative Klaerung der Klimafaktoren zugrunde liegen und die damit zu Szenarien herangezogen werden, benutzen diesen einfachen Ansatz nicht. Denn dieser Ansatz hat wie im Artikel besprochen eben seine Schwaechen. Und da das so ist, ist es logisch, dass man nicht etwas benutzt, was bekanntermassen Fehler verursacht, die so gross sind, dass damit Aussagen sinnlos werden. Der Energieaustausch mit den Ozeanen wird bei GCM mit Turbulenz- und Grenzschichtmodellen berechnet, aehnlich wie bei Wettermodellen. Ein heuristischer Ansatz wie zwischen zeitlicher Aenderung der Oberflaechentemperatur und Waermefluss wird nicht benutzt.

  15. Das etwas an den Strahlungs-Gleichungen der AGW Leute nicht stimmen kann, die immer nur alles mit Strahlungsantrieb erklären wollen, ist an zwei sehr wichtigen Vorgängen in der Erdatmosphäre zu erkennen.

    A ) Der Aggregatzustandswandel von H²O
    B ) Die Temperaturabnahme von expandierenden Gasen

    Zu A )
    Bei dem verdunsten von Wasser zu Wasserdampf entsteht Verdunstungskälte. Beim Aggregatzustandswandel zu Wasserdampf, nimmt dieser ungeheure Energiemengen auf. So kann beispielsweise erklärt werden, daß es möglich ist, wie in kurzer Zeit größere Energiemengen dem Meer entnommen werden können.
    Die Verdunstungsrate ist Meeresströmungs- und Luftströmungs- und Druckgebildeabhängig, Lage von Tiefdruck- bzw. Hochdruckgebieten und deren Strömungsrichtung, also ob warme oder kalte Luft, trockene oder feuchte Luft über das Meer streicht. (Beispielsweise die PDO, AMO, NAO).
    Der Wasserdampf wird mit Wind und Wetter horizontal transportiert.

    Zu B )
    Erwärmte Luft, die durch Thermik aufsteigt, kühlt sich adiabatisch mit zunehmender Höhe bei Expansion ab. Das heißt: mit zunehmender Höhe nimmt der Luftdruck mit 1 hpa je 8 Meter ab. Dabei kühlt sich die expandierende Luft (feuchteabhängig) je 100 Meter um 0,6° bis 1° C ab. Wird dabei der Kondensationspunkt (Aggregatzustandswandel zu Wasser) erreicht, Kondensiert der Wasserdampf unter Abgabe der Wärmemenge, die der Wasserdampf bei seiner Verdampfung (z.B. über dem Meer) aufgenommen hatte und Wolken entstehen. Diese Kondensationswärme kann Hebungsprozesse in der Atmosphäre verstärken, so daß so viel Kondensat entsteht, daß es zu regnen beginnt (je nach Wetterlage).

    Fazit:
    Es kann sehr viel Wärme horizontal umverteilt werden, die ursprünglich aus dem Meer stammen kann.
    Es kann sehr viel Wärme vertikal durch Thermik bis zur Tropopause transportiert werden.

    Dieses findet bei den AGW Strahlungs-Gleichungen keine Entsprechung und somit stimme ich den Schlussfolgerungen des Autor dieses Themas „Die kalten Gleichungen“, zu.

  16. #1
    Bitte erst verstehen und dann kritisieren!

    Der Grundgedanke ist doch sehr einfach. Wenn im „Ansatz“ eine lineare Beziehung zwischen Oberflächentermperatur (Strahlung) und Wärmekapazität verwendet wird, kann man das schlicht messtechnisch bestätigen oder widerlegen.
    Besteht bei Messung KEINE lineare Korrelation, IST DER ANSATZ FALSCH.

    Modellrechnungen mit einem solchen Ansatz müssen also zu falschen Ergebnissen führen, das kennen wir ja nun zur genüge.
    Wieder ein Beispiel, das „offizielle Klimawissenschaft“ noch Kindergarten-Niveau besitzt.

  17. #1 Herr Sippel,

    vielen Dank für Ihren Kommentar, der bei mir sehr viel Heiterkeit ausgelöst hat. Um Ihre Frage zu beantworten: Ich übersetze leidenschaftlich gerne Texte ins Deutsche, weil es Spaß macht! Dieses Wort scheint für Sie ein Fremdwort zu sein. Ich sage immer wieder, dass ich den wissenschaftlichen Gehalt eines Artikels nicht so gut beurteilen kann wie die hochrangigen Wissenschaftler, die hier ebenfalls schreiben. Aber ich lerne! Und da Sie mit keiner Silbe erwähnen, was an obigem Artikel „witzloses Gefasel“ ist, muss ich Ihre Ansicht wohl nicht allzu ernst nehmen – und darf darüber lachen (ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen, versteht sich!)

    Vielen Dank, Herr Limburg, für Ihre Antwort zu diesem Kommentar!

    Chris Frey Übersetzer

  18. Ohne dem Übersetzer zu nahe treten zu wollen, frage ich mich, wieso er seine so kostbare Zeit für die Übersetzung eines dermaßen witzlosen Gefasels verwendet.
    Zu den Substitutionen:
    1. ?H/dt=C*dT/dt folgt aus der Definition einer Wärmekapazität.
    Das Problem ist, dass die Erde keine homogene Temperatur hat, weshalb Schwartz hier die mittlere Oberflächentemperatur bemüht und C deshalb als sachdienliche („pertinent“) Wärmekapazität bezeichnet.
    (Außerdem geht er auch auf den Unterschied zwischen Wärmgehalt H der Erde und der Ozeane ein.)
    2.E=?*?*Tsurf^4 ist zweifellos richtig, da Schwartz ? als Quotient aus E und (?*Tsurf^4) einführt (von einem langzeitlichen Mittel ist dabei nicht die Rede). Das kann man von mir aus als „bedeutungslos richtige Identität“ bezeichnen, kommt bei Substitutionen schonmal vor 🙂

    Die ohnehin ziemlich wirren Schlussfolgerungen der angeblichen Falsifizierungen sind damit hinfällig.

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.



Wir freuen uns über Ihren Kommentar, bitten aber folgende Regeln zu beachten:

  1. Bitte geben Sie Ihren Namen an (Benutzerprofil) - Kommentare "von anonym" werden gelöscht.
  2. Vermeiden Sie Allgemeinplätze, Beleidigungen oder Fäkal- Sprache, es sei denn, dass sie in einem notwendigen Zitat enthalten oder für die Anmerkung wichtig sind. Vermeiden Sie Schmähreden, andauernde Wiederholungen und jede Form von Mißachtung von Gegnern. Auch lange Präsentationen von Amateur-Theorien bitten wir zu vermeiden.
  3. Bleiben Sie beim Thema des zu kommentierenden Beitrags. Gehen Sie in Diskussionen mit Bloggern anderer Meinung auf deren Argumente ein und weichen Sie nicht durch Eröffnen laufend neuer Themen aus. Beschränken Sie sich auf eine zumutbare Anzahl von Kommentaren pro Zeit. Versuchte Majorisierung unseres Kommentarblogs, wie z.B. durch extrem häufiges Posten, permanente Wiederholungen etc. (Forentrolle) wird von uns mit Sperren beantwortet.
  4. Sie können anderer Meinung sein, aber vermeiden Sie persönliche Angriffe.
  5. Drohungen werden ernst genommen und ggf. an die Strafverfolgungsbehörden weitergegeben.
  6. Spam und Werbung sind im Kommentarbereich nicht erlaubt.

Diese Richtlinien sind sehr allgemein und können nicht jede mögliche Situation abdecken. Nehmen Sie deshalb bitte nicht an, dass das EIKE Management mit Ihnen übereinstimmt oder sonst Ihre Anmerkungen gutheißt. Wir behalten uns jederzeit das Recht vor, Anmerkungen zu filtern oder zu löschen oder zu bestreiten und dies ganz allein nach unserem Gutdünken. Wenn Sie finden, dass Ihre Anmerkung unpassend gefiltert wurde, schicken Sie uns bitte eine Mail über "Kontakt"

*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.