China meldet Durchbruch in nuklearer Wiederaufbereitung! „Unser Uran reicht jetzt für dreitausend Jahre“

Chinesische Wissenschaftler haben nach Angaben der staatlichen Presse einen Durchbruch bei der Wiederaufbereitung abgebrannter nuklearer Brennelemente erzielt. Durch die Gewinnung von Uran und Plutonium aus abgebrannten Brennstäben könnten die Uranbestände in China um ein Vielfaches länger genutzt werden können als bisher angenommen, hieß es in einem Bericht des staatlichen Fernsehsenders CCTV vom Montag. Statt bislang lediglich 50 bis 70 Jahre würden diese nun bis zu 3000 Jahre lang halten, hieß es in dem Beitrag. Die Nutzung des Nuklearmaterials werde durch die neue Technologie sechzigmal effizienter. Bislang seien nur drei bis vier Prozent des Brennstoffs genutzt worden.


Mit diesem Aufmacher meldet die FAZ am 3.1.11 einen chinesischen Erfolg an dem diese 24 Jahre lang gearbeitet unter Hochdruck gearbeitet hatten.

Die FAZ schreibt weiter: Nur  Frankreich, Großbritannien, Russland, Indien und Japan beherrschten bislang die Technologie zur Wiederaufarbeitung abgebrannten Brennstoffes, hieß es in dem Beitrag, doch werde sie von den Ländern als Geheimnis behandelt. Der Chefingenieur des chinesischen  Wiederaufbereitungsprojekts, Wang Jian, sagte dem Fernsehsender, die neue chinesische Anlage beruhe zu 100 Prozent auf eigenen Entwicklungen. …Den ganzen Artikel kann man nur als zahlender Leser bei der FAZ abrufen. Die Welt schreibt dazu:

Brennstoff für 3000 Jahre?

China verkündete am Montag stolz einen "Durchbruch" bei der Wiederaufarbeitung von Atommüll. Die Versorgung seiner Kraftwerke mit Brennelementen sei nun langfristig gesichert. Dies berichtete zumindest das chinesische Staatsfernsehen. 24 Jahre Forschung hätten nun zu einem Erfolg geführt. Mit der neuen Technologie reichten die in China entdeckten Uranbestände "bis zu 3000 Jahre" – im Gegensatz zu den bisher veranschlagten 50 bis 70 Jahren. Details wurden aber nicht bekannt.

Im bevölkerungsreichsten Land der Erde sind derzeit zwölf Atommeiler in Betrieb, 25 im Bau, weitere geplant. Bis 2020 will China seine Kapazitäten verachtfachen. Bisher war nicht bekannt, ob das Land über eine eigene Wiederaufarbeitungsanlage abgebrannter Brennstäbe verfügt, wie es sie in Frankreich, Großbritannien, Russland, den USA, Japan und Indien gibt. Deutschland hatte sich 1989 mit dem Ausstieg aus Wackersdorf gegen die Technologie entschieden…..weiterlesen hier

Von vielen Stellen wurde diese Meldung als falsch, mindestens aber als übertrieben dargestellt. Boris Cambreleng stellt in Yahoo News, vom 4. Januar 2011 unter der Überschrift:  

China nuclear breakthrough ‚boosts energy security‘

viele Details dazu vor. Hier ein paar Auszüge daraus:

..Die Arbeit von CNNC "ist ein entscheidender Schritt zur Lösung des Problems des Rohstoffes für die Kernindustrie (in China), wie sie auch von den anderen großen Atommächte angegangen wurde" so Lin Boqiang, Direktor des China Center for Energy Economics Research in XiamenUniversität, gegenüber AFP.
Der Bericht enthält  nur wenige Details über den sogenannten chinesischen "Durchbruch", sagte aber, er würde helfen die Lebensdauer der nachgewiesenen Uran Reserven Pekings bis zu 3.000 Jahre gegenüber der aktuellen Prognose von 50-70 Jahren zu verlängern….

…Ein in Peking ansässige westlicher Experte für Nukleartechnik, der nicht genannt werden wollte, sagte AFP, dass frühere Tests nur mit nicht-radioaktiven Produkten gemacht wurdeb, habe China jetzt sivh "auf aktive Tests mit spaltbarem, radioaktiven Material zu bewegt. "

…People’s Daily das offizielle Sprachrohr der regierenden KommunistischenPartei China  sagte am Dienstag – China betreibt derzeit 13 Atomreaktoren und hat grünes Licht für die Pläne für 34 weitere, von denen sich 26 bereits im Bau befinden…

…Um in China eine deutliche Steigerung der Menge an Strom aus Uran das bestehende Bestände zu erzeugen, müsste es die Fähigkeit entwickeln, fast alles nicht spaltbares Uran-238 zu nutzen.
Dies kann durch die schnelle Brütertechnologie, die wie Frankreich erwartet, ungefähr 2040 verfügbar sein sollte, erreicht werden. Und dies sei der Weg den China´s CNNC gegangen sei, wie ein Experte meinte.

"China hat einen konkreten Durchbruch in der Entwicklung der viertenGeneration, schnellen Neutronen Nukleartechnologie gemacht: " sagt  Ye Qizhen  , Experte an der Chinesischen Akademie für Ingenieurwesen, der China Business News 

Lin sagte ferner recycelter Kernbrennstoff könne in Reaktoren der dritten Generation eingesetzt werden, wie die, die von der französischen Areva und US-amerikanischen Westinghouse Electric entwickelt und in China gebaut werden.

Aber er stellte fest, dass bisher Kernbrennstoffe in China noch in der Experimentierphase seien.
"Im Moment wissen wir nicht, ob beim Übergang zur (Industrie-) Produktion neue technische Probleme auftauchen ", sagte er.

Und EIKE Energieexperte Dr. Dietmar Ufer fügt hinzu: 

Der entscheidende Durchbruch in Chinas Kernenergie-Technik könnte die Entwicklung eines industriell reifen Schnellen Brutreaktors sein! Damit lässt sich das gesamte    Uran 238 (99,3 % des natürlichen Urans) in spaltbares Material (Pu 239) umwandeln. – D. U.

Update:

China plant den Bau von 300 Kernkraftwerken

Wie Prof. Appel von einem befreundeten Kollegen erfahren hat plant China – anders als oben berichtet – den Bau von 300 Kernkraftwerken. Appel schreibt:

Bei einem kürzlichen Besuch in China berichtete mein Kollege für Kraftwerksturbinen und Kraftwerksbau an der renomierten Xi’an Jiaotong Universität, China plant den Bau von 250 Kernkraftwerken bis zum Jahr 2020, davon seien 25 bereits im Bau. Damit wird China etwa 15 bis 20 % seines Strombedarfs decken.

Beste Grüße Prof. Dr. Hans-Günter Appel 6.1.11

Leser A. Klaus klärt in einem Kommentar vom 4.1.11 über die Reichweite von Uran & Thorium auf. Danke dafür.

1. Reichweite der Uranvorraete

Momentane Leichtwasser-Reaktoren brauchen etwa 200 Tonnen Uran pro Jahr und GWatt elektrischer Leistung. In dem momentan ueblichen Verfahren (ohne Wiederaufbereitung) wird davon nur etwa 1 tonne des Urans wirklich gespalten. Der Rest is abgereichertes Uran und langlebiger “Atommuell”.
Bei etwa dem 4- fachen Preis fuer gefoerdertes Uran kann Uran aus Meerwasser gewonnen werden. Japanische Wissenschaftler haben schon vor Jahren ein entsprechendes Verfahren entwickelt.
Brut-Reaktoren, die in verschiedenen Laendern netwickelt wurden und werden kommen mit 1-2 Tonnen Uran pro GWatt und Jahr aus. Nach Prof. Bernhard Cohen von der Universitaet Pittsburg hier:
http://www.sustainablenuclear.org/PADs/pad11983cohen.pdf

Heisst das, dass das Uran, das jaehrlich von den Fluessen durch Erosion in die Meere geleitet wird, ausreichen wuerde um etwa 16000 GWatt elektrischer Leistung kontinuierlich zu erzeugen. Also etwa das 8-fache dessen was momentan weltweit erzeugt wird. Und zwar ueber Jahrmillionen.

2. Thorium

Thorium ist in der Erdkruste etwa 4-mal so haeufig wie Uran.
Mit Hochtemperatur Thorium-Reaktoren wie dem LFTR

Energy From Thorium

Wuerde etwa 1 Tonne Thorium pro GWatt Reaktorleistung und Jahr gebraucht. Da dieser Reaktortyp mit hohen Temperaturen arbeitet, sind Kuehltuerme oder Wasserkuehlung nicht noetig, da kein Dampfzyklus. Im Gegensatz zu jetzigen Reaktoren sind diese Reaktoren direkt last-folgefaehig.
Dieser Reaktortyp erzeugt etwa 1000kg “Atommuell” pro Jahr in Form von Spaltprodukten. Von diesen haben 83% Halbwertzeiten von weniger als 1 Jahr, sind also nach etwa 10 Jahren Lagerung harmlos. Die restlichen 17% haben Halbwertzeiten von etwa 30 Jahren, sind also nach 300-400 Jahren zur Harmlosigkeit zerfallen. An langlebigen Transuranen (eben wegen der Langlebigkeit wenig radioaktiv) fallen nur etwa 30 Gramm pro GWatt und Jahr an.
Allein die Thorium Vorraete die in den USA als leicht radioaktiver Muell schon vergraben wurden, wuerden die elektr. Energieversorgung der USA schon fuer die naechsten 100 Jahre decken.
Sie sehen, wir haben weltweit wirklich kein Energieproblem fuer die naechsten Jahrtausende. Wir haben nur, besonders in Deutschland, nicht die Vorraussicht diese Energie zu nutzen.

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Ein Kommentar

  1. Wer braucht schon Kernenergie! In meinem Regionalblättchen durfte ich heute wieder lesen, daß wir uns in der großen Kreisstadt (70 000 Einwohner) bis 2050 laut Bundesumweltamt ausschließlich mit „erneuerbaren“ Energien versorgen werden. Na klar, bis dahin haben wir ja auch nichts mehr, vor allem keine Industrie und auch kein Geld (Churchill wird es posthum freuen)…
    Aber schließlich spinne das Klima, wie der zuständige Amtsleiter der Stadt es formulierte, das sähe man an den Überflutungen in Pakistan und Australien und deshalb müßten wir unsere Anstrengungen zum Klimaschutz verstärken…
    O heilige Simplicitas kann man da nur sagen, falls man nicht einen Schreikrampf bekommt…

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