Über die Genese von Erdöl und Erdgas!

Weil ein bedeutender Teil meines Arbeitslebens mit Aufgaben der Erkundung, Vorratsberechnung, Qualitätsbewertung usw. fossiler Brennstoffe erfüllt war, interessiere ich mich selbstverständlich für diese Thematik zur Genese von Erdöl und Erdgas, lese oft Beiträge darüber und beurteile sie mitunter auch dementsprechend kritisch. Manchmal befällt mich auch eine gewisse Argwohn besonders dann, wenn sich bei mir der Eindruck erweckt, dass zu euphorisch Optimismus und Sorglosigkeit (z. B. Schiefergas als alternatives Erdgas, sich erneuernde Erdölvorräte u. a.) verbreitet wird oder im Gegenteil Ängste hinsichtlich der raschen Endlichkeit natürlicher Energierohstoffe geschürt werden. Dies verstärkt sich noch, wenn dementsprechende Beiträge nicht aus der Fachpresse stammen und noch dazu offensichtlich ökonomisch-geopolitisch, politisch-populistisch motiviert und demagogisch scheinen….


Auch einige Beiträge von EIKE besonders zum Thema Energierohstoffe (s. u. a. Schiefergas, Kohlenwasserstoffvorkommen auf dem Titan) veranlassten mich, von Zeit zu Zeit besonders in meiner Eigenschaft als tatsächlich hier zu Lande noch fachlich tätiger Geologe etwas intensiver nachzuschauen. Als nicht ausgesprochener Experte für Erdöl und Erdgas versuchte ich mich, wie man dies bequemlicher Weise so anstellt, über das Internet bezüglich o. g. Thematik zu informieren. Bei den Recherchen im deutschsprachigen Internet ergab sich eine weitgehende Befürwortung der biogenen Erdölgenese. Dies ging aus populärwissenschaftlichen Beiträgen, wissenschaftlichen Artikeln und aus ins Netz gestelltem geowissenschaftlichen Lehrmaterial hervor. Das abiogene Modell der Erdölentstehung wurde dort meist gar nicht oder höchstens nur am Rande erwähnt. Im englisch- und russischsprachigen Internet sah dies hinsichtlich der Vielfältigkeit und Fülle schon etwas anders aus, was auch irgendwie verständlich ist, da ja Deutschland keine ausgesprochene „Erdölnation“ ist.Neben vielen interessanten und auch fachlich sehr speziellen, wie auch gegensätzlichen Beiträgen stieß ich auf diese Weise auf einen Artikel von M. W. Rodkin – Autor von über 180 wissenschaftlichen Publikationen und Mitarbeiter des Geophysikalischen Zentrums der Russischen Akademie der Wissenschaften, welcher sich via Internet für einen großen Kreis von Interessenten allgemeinverständlich ausdrückt, dabei etwas Struktur sowie Licht in die Welt der existierenden Vorstellungen über die Entstehung von Kohlenwasserstoffvorkommen auf der Erde bringt. Im Beitrag wird kurz gezeigt, welch geteilter Auffassung die kompetente Fachwelt hinsichtlich der Erdölgenese nach wie vor wirklich ist. Auch der interessierte Laie wird merken, dass der so genannte „gesunde Menschenverstand“ (welcher oft mit oberflächlicher Logik verwechselt bzw. unbewusst gleichgesetzt wird) hier erheblich in die Irre führen kann. Rodkin hat mit seinem Aufsatz meine bisherige eigene fachliche Voreingenommenheit zur gegebenen Thematik vollständig aufgelöst! Dr. B. Hartmann

Hier Rodkins Artikel!

Theorien über die Herkunft des Erdöls:

These – Antithese – Synthese

von Dr. habil. M.W. Rodkin

(Dr. d. math.-phys. Wissensch. lt. aktueller russ. Nomenklatur akad. Grade; Mitarbeiter des Geophysikali­schen Zentrums der Russischen Akademie der Wissenschaften – Anm. d. Übers.)

nach http://wsyachina.narod.ru/earth_sciences/oil_genesis_1.html

(Beitrag aus dem Internet nach dem Artikel „Proiskhoshdenije njefti – stary spor“ // Nauka v Rossii. 2004. ? 5. S. 28-33. [russ.]; – „Der Ursprung des Erdöls – ein alter Streit“ // Wissenschaft in Russ­land. 2004 Nr. 5, S. 28-33)

Es ist bemerkenswert, dass unabhängig von der großen ökonomischen Bedeutung und dem gewaltigen Volumen der bisher geleisteten gründlichen Forschungsarbeit in der Frage der Herkunft des Erdöls hier noch mehr Unklarheit als für jeden beliebigen anderen weit verbreiteten Naturstoff herrscht. 

H. D. Hedberg (*1903 – †1988)

ehem. Präsident der Amerikanischen Geologischen Gesellschaft

Unversöhnliche Clans

Das Wesen des organischen Modells – der am meisten verbreiteten Vorstellung über die Erdölgenese – formulierte schon M.W. Lomonossow, welcher 1763 „über die Entstehung dieser braunen Materie… aus Pflanzenresten unter der Wirkung der Erdwärme“ schrieb. Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts verlief bezüglich des Themas hauptsächlich unter dem Vorzeichen des abiogenen Modells von D. I. Mendelejew. Bei der Untersuchung von Erdöl aus Apscheron (Aserbaidschan) entwickelte der Wissenschaftler die Hypothese darüber, dass sich das Erdöl im Resultat chemischer Prozesse bildet, welche in den Tiefen unterhalb des Hauptkamms des Kaukasus ablaufen. Er mutmaßte, dass entlang der Hänge des Kaukasus weitere Erdöllagerstätten vorkommen müssten. Die Wahrheit ist, dass gerade dort, wo es Mendelejew voraussagte, keinerlei Lagerstätten gefunden wurden. Man fand sie im Bereich von Sedimentationsbecken darunter auch solche, die nichts mit den kaukasischen Gebirgskämmen gemein hatten.

Sehr deutlich dominierte im 20. Jahrhundert das organische Modell der Entstehung des Erdöls. Russische Erdölgeologen (N. B. Wassojewitsch, I. M. Gubkin, A. P. Archangelskij u. v. a.) zeigten, dass eine enge Verbindung zwischen Kohlenwasserstofflagerstätten und den Sedimentgesteinen besteht. Diese Erkenntnis ist auch Bestandteil der allgemeinen Konzeption von W. I. Wernadskij (Begründer der modernen Geochemie, Schöpfer des wiss. Begriffs „Biosphäre“ – Anm. d. Übers.) im Zusammenhang mit der Rolle der Lebewelt bei der Formierung geochemischer Zyklen. Wernadskijs Theorie über die Rolle der Biosphäre bei der Evolution der Erde wird praktisch von allen anerkannt. Es erwies sich, dass die Produkte der Biosphäre viel tiefer in das Erdinnere eindringen, als es selbst der Autor dieser Hypothese vermutete. Gegenwärtig wird unter den Fachwissenschaftlern das Tiefenmodell der Durchmischung des primären sedimentären Materials (zusammen mit den umstrukturierten biogenen Relikten) im Bereich des Erdmantels breit diskutiert. Die ozeanischen Platten, deren Bestandteil auch Sedimentgesteine sind, gelangen in den Bereich des Erdmantels (wo sich eine Platte unter die andere schiebt – die so genannten Subduktionszonen an den äußeren Aktivzonen der Kontinente). Diese Aktivzonen erscheinen an der Oberfläche als Vulkangürtel wie z. B. die von Kamtschatka, der Kurilen, der Vulkangürtel um den Pazifik. Eben gerade mit einem derartigen „Recycling“ der organischen Substanz wird auch die Entstehung eines Teils der Diamanten in Verbindung gebracht. Inzwischen weiß man, dass das bakterielle Leben in solchen Tiefen regelrecht kocht, wo es früher für unmöglich gehalten wurde. Es scheint so, als wenn im 20. Jahrhundert die Wissenschaft quasi unumstößliche Argumente für die Richtigkeit der organischen Theorie der Erdölentstehung gewonnen hätte. Aus Erdöl konnte eine große Anzahl von Biomarkern als molekulare Relikte von Materie biologischer Herkunft extrahiert werden. Außerdem zeigte sich, dass Erdöl über eine optische Aktivität verfügt, welche man als eine Eigenschaft ausschließlich organischer Substanz einstufte. Der Streit über die Erdölgenese verstummte jedoch nicht…..

Den ganzen Artikel finden Sie als pdf Datei im Anhang. (9 Seiten A4)

Die Übersetzung besorgte dankenswerterweise Dr. Bernd Hartmann, Dipl. Geologe 

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12 Kommentare

  1. #11 Hartmann-Diamanten, Hallo, ja wenn Sie gute Alternativtheorien anbieten, finde ich immer gut.
    Mit den Kimberliminen sind wir uns einig, nur habe ich nicht behauptet, dass nicht auch eine Entstehung auch durch Ausseneinschläge möglich ist, dafür gibts ne riesenschicht Minidiamanten(Amerika, wohl nach Mexiko-Golf-einschlag), ist schon bewiesen, liegt als Feinstaub in Schichten, diese enthalten auch magnetisierte kügelchen u.a.m. was auf die Entstehung hindeutet, Da aber offenbar seit Jahrzehnten Kunstdiamanten auf der erde sehr erfolgreich hergestellt werden, weiss ich nicht, ob ihr Einwand, das dies nicht ginge, so stehen bleiben kann oder Amateurtheorie nach pkt 2 …ist 🙂

    Erdöl, Erdgas-andere ernsthafte Gegenargumente habe ich nicht gelesen, aber ich respektiere, dass man inzwischen mit 300bar aus organischen Stoffen wohl experimentell auch Öl und Gas erzeugen konnte, deswegen sind auch die Subduktionszonenwirkungen auch noch nettes Forscherfeld, kann sein, dass beide Entstehungswege nun gemischt greifen, aber am Beginn stand immer nichtbiogenese, logo . biosphäre ist recyclingschrittchen, meine auch nicht immer alles so restriktiv wie ich schreibe, aber wenn das hier nur peer-reviewte zitate sein dürfen und meine Beiträge nix beitragen sollten, dann lass ich es auch, möchte mich hier nicht unerwünscht aufdrängen. grüsse Klaus

  2. Lieber Herr Mager,
    Sie machen es sich aber wirklich sehr einfach. So wie Sie es darstellen, scheint alles klar zu sein. So ist es eben nicht! Das trifft für das Erdöl, Erdgas wie auch für Diamanten zu. Letztere kommen als Primärquelle ausschließlich in so genannten Kimberlitpipes vor. Die Physikochemie sagt etwas ganz anderes, als es bspw. Rodkin nur andeutet: Solche Drücke, die zur Entstehung von Diamanten nötig sind, meinen manche ebenfalls seriöse Forscher, können so gar nicht auf der Erde generiert werden. Dies ist nur in Verbindung mit bestimmten kosmischen Ereignissen zu sehen (Impakttheorie), meint man, worauf auch ganz deutlich das Vorkommen bestimmter Heliumisotope hinweist. Das ist jedenfalls auch nicht so einfach von der Hand zu weisen.
    (Also, denke ich, ist doch etwas mehr Vorsicht, Zurückhaltung und Respekt vor der Materie angesagt, wenn nicht Punkt 2 der EIKE-Regeln in Kraft treten soll.)

    Mit freundlichen Grüßen
    B. Hartmann

  3. #herr nurich schrieb „- wobei sich mir noch so nebenbei die frage stellt warum aus vulkanen lava anstatt erdöl sprudelt ;-)“ da kann ich helfen.
    Also wenn das Gas durch Magmagänge schnell hochrauscht aus der tiefe, dann fehlen die festen Krustenschichten (Apfelschale) die es erst veredeln. Ihre Apfelschale ist ja ein Deckgebirge 5 mal so hoch wie Himalaya…nicht vergessen, bitte! Also kommt es aus großer Tiefe(140km z.B.) sehr schnell, fliegen Diamanten al unterkühlte Form umher, die sammelt man nun ja ein in Afrikas und ehemals angrenzender Südamerikaebene (Kimberliminen…) Kommt wenige schnell, gibts Methan, was die Feuersäulen bei manchen/vielen Vulkanausbrüchen erklärt. Kommts noch langsamer und gerät an O2, pufft nur noch CO2 raus, gibt auch reinen CO2 „vulkanismus“ ohne Lava (Californien). Kommt das Methan gaanz langsam, also in der fläche etwas abseits der Plattenränder durchgedrückt, dann bildet sich unter günstigen Umständen Erdöl oder Steinkohle. wenn nicht, endet das erdgas in der Tiefsee als Methaneishydrat oder als Gasreserve unter dem Permafrostboden. Oder geht eben ungesehen in die at.So einfach ist das…gruss Klaus.

  4. #6 u #8 herr nurich, herr hartmann .ja klar, Entnahme kann nicht über der „Nachwachsrate“ liegen, ob Bäume oder Öl…
    herr nurich spicht über die expotentialwirkungen…die Beispiele belegen aber auch, dass Engpässe durch Innovation und Einsatz neuer Ressourcen nach dem auch expotenziell wachsenden wissensstand (hoffe ich mal, obwohl Zweifel daran aufkommen könnten bei derzeitiger polit-Ausrichtung…) wechseln bzw. angepasst werden konnten-das licht ging nicht aus…!

    – bei den zwischen-alt-„innovation“ Wind und solar ist das nicht sicher aber sicher auch nicht das letzte Wort der Menschheit gesprochen

    – Förderung Kohle wird schwieriger, ok.(ist aber für hunderte Jahre genug da trotz Wachstum)-aber siehe Gas- die Technologien ausgefeilter und es wachsend expotentiell die abbauwürdigen Mengen wieder, somit verschieben sich auch die „peaks“, -nicht überall, wo es was gibt, wurde schon gesucht wegen des großen Sedimentglaubens(Biogenese) und weils sich dort einfacher/billiger bohrt…

    -auf der anderen Seite wird die Effizienz der Verbraucherseite noch nicht gewürdigt, auch hier -vielleicht nicht expotenziell- aber beachtliche einsparungen je techn. Gerät im Vergleich zur Leistung, die Effektivität der Energie-/Rohstoffnutzung nimmt doch auch zu !

    -und die meisten Uran-Brennstäbe sind nur zu 5% „ausgebrannt“, da sind Zwischenlager sinnvoll, um diese endlich besser auszutzen zu können bei strahlungstechnich weniger gefährlichen End-spaltprodukten, da ist sicher einige Innovation zu erwarten, welche KKW noch länger den stromsektor absichern läßt. ach ja,danke an #7 steht ja was dazu.

    — Wenn reagiert werden muss, wird regiert werden, die Übersubvention jetzt in Teilbereichen führt hingegen zu schlimmen wirtschaftlichen Verwerfungen, Kosten, unnötigen Landschaftsverbrauch etc.

    –die „dünne“ Erdkruste misst 40km , allein der obere der Mantel ca. 1000km km, enthält über das 10-fache an Wasser der Weltmeere, entsprechend auch andere Elemente…wie man das mal nutzen kann, können womöglich unsere Enkel schon sagen, paar billige Bohrmethoden +jute Wärmetauscher für genug Heizkraft oder Strom ist möglich, nur Frage der Kosten und stand der Technik…

    -hier in Ostbrandenburg werden grad grossflächig seismische Untersuchungen vorbereitet-Erdöl! ja, ist da, dank Hinweisen aus DDR-Käsebohrungen- kommt eben auf die förderwürdigkeit in Funktion zu Zeit und Technologie an, Schiefergebirge haben wir übrigens auch im Süden des Ostens und da gab/gibt es Gold
    (Thüringen hat einzigen Nugget-haltigen Fluss in D ! und wo Gold und andere Metalle in Minenform sind, gibt es also Mio-Jahre lang Ausgasungen von Methan und Organo-Metallen in Kohlenwasserstoffen, oder wie glaubt man, kann die Konzentration von Metall erfolgen im Gestein? Wasserlöslich sind die nicht…

    -also Gas reichlich da, wie auch statt/trotz! starkem Lüften das ständig nachströmende Methan in den Steinkohlelagerstätten (halt abiotisch) mal aufgefangen und genutzt werden sollte(woher kommts?richtig, immer von unten, obwohl Gas bei Entstehung der Kohle aus fossilien nun wirklich nach oben längst entwichen wär…) gruss Klaus-M.

  5. Liebe/Lieber nurig,
    ich kann Sie ganz gut verstehen. Sie haben Recht, dass man misstrauisch werden muss, wenn irgend eine Seite Euphorie verbreitet. So habe ich es auch im Vorwort angedeutet.
    – Auch als Geologe maße ich mir inzwischen nicht mehr an, der einen oder anderen Theorie über die Genese des Erdöls eindeutig den Vorrang zu geben.
    – Natürlich haben Sie Recht, wenn Sie, wenn auch indirekt feststellen, dass natürliche Rohstoffe endlich sind. In so fern ist es wirklich ausgemachter Quatsch, von nachwachsenden Rohstoffen zu reden auch wenn bspw. Erdöl tatsächlich „von unten“ nachfließen sollte. Dies nimmt mit Sicherheit mehr als geschichtliche Zeitspannen in Anspruch (Ihre Frage bzw. Bemerkung, Herr Mager)
    – Eine Binsenweisheit der Wirtschaftsgeologie ist auch, dass die geologischen sowie auch infrastrukturellen Bedingungungen der Gewinnung von Rohstoffen bei relativ gleich bleibenden Technologien ihrer Gewinnung und Weiterverarbeitung mit der Zeit immer komplizierter werden und somit gesetzmäßig zu ihrer Verteuerung führen. So weit haben Sie also auch Recht, wenn Sie sinngemäß meinen, dass wir gestern noch die Sahne abgeschöpft haben und das dies heute schon nicht mehr so ist.

    Aber in Ihrer qualitativen Beurteilung der noch zur Verfügung stehenden Vorräte von bspw. Kohle, Erdöl, Erdgas und Uran liegen Sie absolut schief! Offensichtlich sind Sie da elenden Panikmachern auf den Leim gegangen. Entweder haben diese Katastrophentrommler nicht die geringste Ahnung davon, worüber sie sprechen oder verbreiten solche Halbwahrheiten mit vollem Bewusstsein trotz besseren Wissens. Beides wird wohl vorkommen.

    Sehen Sie sich z. B. die Abb. 3 in der pdf-Datei mit dem Artikel doch noch einmal an. Ganz bewusst hatte ich diese nicht kommentiert, weil es ja doch vordergründig um den Artikel zur Erdölgenese ging. Beachten Sie, wann und wo diese Angaben veröffentlicht wurden. Ganz offensichtlich handelt es dabei um ein zeitliches Fenster etwas freierer Information über strategische Rohstoffe in der Gorbatschow und Jelzin-Ära in Russland. Einmal ist in der Karte vergleichsweise detailiert offengelegt, welche aktuellen und perspektivischen Erdölgebiete in ganz Russland existieren. Das ist in der später entstandenen Darstellung (ca. 2004) schon nicht mehr so. Außerdem erkennt man, dass die weltweite Darstellung der Lage der erdölhöffigen Gebiete in ihrer Detailliertheit der in Russland in nichts nachsteht. Wovon könnte dies zeugen? Höchstwahrscheinlich ist die Darstellung bzw. ihre Inhalte ein Abprodukt der Geheimhaltung unterliegenden Zuarbeit wissenschaftlich tätiger Einrichtungen im Auftrage der sowjetisch-russischen Regierung zur Erhellung der geopolitischen Lage im Zusammenhang mit der internationalen Rohstoffsituation. Es handelt sich also nicht um aus den Fingern gesogene Sachverhalte! Qualitativ gesehen, ist auch zu erkennen, dass die Fläche der perspektivischen Gebiete mindesten genau so groß ist, wie die der traditionellen Fördergebiete.
    Es ist keineswegs ein Makel, nicht zu wissen, was tatsächlich unter unseren Füßen schlummert. Bspw. wurde Ostdeutschland bis in die Zeit vor 20 Jahren wie ein Schweizer Käse mit Bohrungen durchlöchert. Welche schon fast fertig erkundete Rohstoffe in diesem Zusammenhang noch unangetastet dort in der Erde liegen!? Meinen Sie, dass man aus der Tagespresse oder dem Internet so einfach entnehmen kann, welche Aktivitäten von den „Großen“ dort zur künftigen Erschließung dieser Sachen schon geraume Zeit unternommen werden?
    Und was meinen Sie, wie das erst mit dem Uran weltweit und auch in unserem Lande ist!? Bspw. gehört die Bundesrepublik unabsichtlich allein aufgrund von Auflagen der Umweltgesetzgebung zu den größten Uranproduzenten Europas. (Meines Wissens wurde das bis jetzt nach Frankreich gewinnbringend verkauft.) Aber wer redet denn schon offiziell darüber…?
    Nun ja, bitte erhalten Sie Ihre fürsorgliche Haltung gegenüber unserer Umwelt und der Schonung ihrer Ressourcen. Ich würde mich aber freuen, wenn ich Sie anregen konnte, etwas ernsthafter darüber nachzudenken, aus dem Chor der Visionäre eines nahen Weltuntergangs letztendlich auszutreten.

    Mit freundlichen Grüßen
    B. Hartmann

  6. „nurich
    gehen gasfelder fast ohne vorwarnzeit und abrupt zur neige.“
    Blödsinn. Google mal „“P/Z“ decline curve“

    „atommülllager werden also tausende menschengenerationen lang immer nur in zwischenlagern gelagert werden können.“

    Kurzsichtig. Wenn wir z.B. den MSR Reaktor (Thorium) einführen haben wir nur halbwertszeiten von ein paar 100 Jahren. Leider haben die Grünen die deutsche Atomindustrie plattgemacht, so daß dies nun wohl in Japan oder Rußland stattfinden wird.

  7. nun – wir haben wirklich ein problem.
    allen unkenrufen zum trotz scheint der club of rome (wer auch immer das sein mag) in summe recht gehabt zu haben.
    sie haben nur falsche wachstumsraten für die weltwirtschaft angenommen.
    aber nichts desto trotz dürften wir gegenwärtig die grenzen des wachstums erreichen!

    zum thema „peak oil“:
    dass man politik, industrie und hochfinanz nur so weit trauen kann wie man sie werfen kann ist jedem klar.
    aus diesem grunde ist auch zurecht misstrauen angesagt wenn es um die ölvorräte geht.
    deshalb erlebt die abiotische erdöltheorie gerade einen hype.
    ich bin kein geologe und maße mir deshalb auch nicht an ein urteil über diese theorie zu bilden.
    aber ich kann rechnen.
    der verbrauch von erdöl, gas, kohle und uran nehmen in unserer gesellschaft exponentiell zu.
    das bedeutet eine verdoppelung des verbrauchs alle paar jahre (je nach wachstumsrate) (also 2x, 4x, 8x, 16x , 32x usw…)
    konklusio: solange unser planet sein erdöl nicht exponentiell BESCHLEUNIGT !!! nachwachsen lässt –
    hat die abiotische thorie nicht den geringsten einfluss auf das problem des fördermaximums also das „peak oil“!
    sich auf die lösung durch „nachwachsendes“ erdöl zu verlassen wiegt einen nur in absolut falscher/tödlicher sicherheit!!!
    wobei sich mir noch so nebenbei die frage stellt warum aus vulkanen lava anstatt erdöl sprudelt 😉
    das gegenwärtig größte problem bei erdöl stellt nicht die verfügbare menge sondern das exponentiell sinkende „EROEI“ dar.
    googelt mal danach.

    zum thema kohle:
    die leicht erreichbare und gute kohle ist im 19 jahrhundert verbraucht worden. wir müssen also immer mehr erdöl investieren um an ausreichend brauchbarer kohle ranzukommen. der kohlepeak ist (inkl. bzw. wegen EROEI) längst überschritten.
    von der echten (nicht co2) vergiftung unserer lufthülle durch den verbrauch von kohle mal ganz abgesehen.

    zum thema erdgas:
    im gegensatz zu erdöl dessen förderung ~7% bis ~9 % pro jahr zurückgeht gehen gasfelder fast ohne vorwarnzeit und abrupt zur neige.
    auf das ding sollte man sich also besser nicht verlassen!

    zum thema kernkraftwerke:
    ab 2020 bis 2025 lassen sich die heute bestehenden AKWs sowieso nicht mehr mit ausreichend brennstoffen versorgen – „peak uran“ ist längst überschritten – und noch niemand ist auf die idee gekommen das uran nachwächst …
    wohin mit den abfällen?
    ein kleines (modell) beispiel veranschaulicht das problem ganz gut.
    nehmt einen schönen großen apfel als modell des planeten erde. (es kommt ziemlich genau hin)
    schneidet einen apfel in der mitte durch. das ganze fruchtfleisch und der kern stellen das innere unseres planeten dar…
    die hachdünne haut auf der aussenseite des apfels entspricht in diesem modell ziemlich genau der dicke der erdkruste!
    das ganze innere ist flüssing und heiss und brodelt wild vor sich hin.
    man muss ein unglaublicher vollidiot sein um auch nur die phantasie entwickeln zu können – dass es möglich sei in dieser unendlich dünnen aussenhaut auf zehntausende jahre hinaus giftigen müll SICHER lagern zu können !!!
    atommülllager werden also tausende menschengenerationen lang immer nur in zwischenlagern gelagert werden können.
    die gesamtkosten für den atommüll gehen gegen unendlich – zumindest der taschenrechner zeigt bei der berechung ERROR an – weil er nicht mehr als 10 hoch 99 anzeigen kann!!!

    zum thema nachwachsende rohstoffe:
    1856 hat sich das erdöl als lampenöl weltweit durchgesetzt.
    warum?
    wegen einer walkrise!
    bis dahin wurde das gute lampenöl aus walöl hergestellt. duch den exponentiell gesteigerten lampenölbedarf im 19 jahrhundert wurden die wale damals fast ausgerottet.
    und was sind wale aus wirtschaftlicher sicht?
    nachwachsende rohstoffe!
    im 12 jahrhundert war europa (der bereich der heutigen EU) quasi baumfrei! alles abgeholzt!
    damals lebten in diesem bereich ~80 millionen menschen (heute 500 mill.) und es gab kaum produkte zu kaufen.
    und was sind bäume aus wirtschaftlicher sicht?
    nachwachsende rohstoffen!
    man muss schon einen ziemlich schwachen verstand haben um sich vorzugaukeln das nachwachsende rohstoffe eine löung darstellen!
    es wäre weder möglich den jetzigen bedarf duch nachwachsendes zu ersetzen – von weiterem exponentiell wachsenden bedarf ganz abgesehen.
    heute leben ~7 milliarden menschen (verbraucher) auf dem selben planeten!!!

    was bedeutet das alles?
    die grenzen des wachstums sind erreicht.
    wenn wir ein brauchbares leben führen wollen werden wir uns ganz schlicht in einer disziplin üben müssen:
    VERZICHT!!!
    oder wir werden untergehen.

    keiner muss mir jetzt glauben schenken.
    die daten sind alle frei im netz verfügbar und jeder von euch allen hatte in der schule mathematik unterricht.
    überprüft meine aussagen!!!

  8. #3 Hallo Herr Hartmann, ich glaube, Sie gehen von der horizontalen Situation aus, aber die Sache hat die Haken, dass erstens von unteren Schichten Erdöl nachdrückt, wo keine Sedimente sind (russ. Erkenntnisse) und auch horizontal Ausbreitungen vorliegen, welche nicht durch die Biogenese erklärbar sind… also dann, ich hatte es an anderer stelle bereits erwähnt, gibt es auch Erdölquellen, worüber das Gas eine sehr hohe Konzentration an Helium ausweist. So etwas kann nicht durch biologische Prozesse begründet werden, richtig? viele grüsse Klaus

  9. #1 u #2 Hallo zum ersten advent, zu #1 -subduktionszonen nicht erwiesen? woraus schliessen sie dies? sollten schon da sein…interessant fand ich, dass Wissenschaftler feststellten mittels spezieller Methode, dass offenbar nicht alles unter die andere Platte abtaucht, sondern teilweise gegengewölbt unter eigene Platte zurückgewölbt wird- war ntv-doku…vor 2 wochen ca. -gut, ich habe hier an anderer Stelle bereits auf Th.Gold verwiesen, demnach ist fluid aus der Tiefe das Wesentliche, seit mio jahren stetig nach oben drängend- klar inzwischen bakteriell kontaminiert in unglaublicher Größenordnung, (biogen kontaminiert…) möglicherweise noch feed back durch subduktionszonengeschehen,
    alles gut denkbar.aber eben nur untergeordnet. „Biosphäre der heissen Tiefe“ und altes buch „das Jahrtausend des Methans“ (beide Th. Gold) in deutsch verfügbar, nur zu empfehlen als anregende Lektüre…gruss Klaus-M.

  10. Hallo Herr Katz,
    wenn Sie genau lesen („Tiefenrecycling“, „Durchflussreaktor“), werden Sie bemerken, dass im Beitrag sehr wohl Stellung genommen wird zu Ihrer Fragestellung.

    Ihre Vorstellung „…abiotisch: neu-Entstehung innerhalb von Monaten oder wenigen Jahren…“ ist sicher auch aus der Rubrik „gesunder Menschenverstand“ bzw. wäre zu schön, um wahr zu sein.

    Bedenken Sie bitte, dass bei der Förderung von Erdöl aus einem porösen Medium aufgrund des physikalischen Widerstandes, den diese Flüssigkeit eben bei ihrer Förderung leistet, auf der Fläche des Erdölspiegels lokal eine Depression entsteht. Unterbricht man die Förderung, „erholt“ sich die gestörte Oberfläche und nimmt wieder ein ungestörtes hydraulisches Niveau an. Dies kann man ein „Nachfließen“ nennen und geschieht tatsächlich innerhalb kurzer geschichtlicher Zeiträume. Alle anderen „Erneuerungen“ verlaufen unabhängig von der wahren Genese des Erdöls in geologischen Zeiträumen. Das müsste klar sein!

    Mit freundlichen Grüßen
    B. Hartmann

  11. Der Artikel nimmt keine Stellung für den für mich sehr „augenöffenenden“ Effekt des sich nachfüllens von Erdöllagerstätten. Widerspruch: biogen: jahr-millionen Entwicklung, abiotisch: neu-Entstehung innerhalb von Monaten oder wenigen Jahren kein Thema (nachfließen von unten nach oben). Siehe auch: alles-schallundrauch.blogspot.com/2010/01/interview-mit-professor-vladimir.html

  12. Sehr interessante Artikel, es gibt nur bei beiden m.M.n einen Fehler: die Existenz von Subduktionszonen ist nicht erwiesen! Was für das Erdöl wohl auch belanglos sein dürfte.

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