Die altehrwürdige Académie Francaise legt ein faules Ei!

Voila, die Académie Francaise hat gesprochen. Nach einer oberflächlichen Untersuchung der Klimafrage, einem Tag mit ausgewählten Aussagen und einer internen Diskussion unter Nicht-Experten kam sie in deren Bericht vom 28.10. an den französischen Wissenschaftsminister zu der Schlussfolgerung, dass die Globale Erwärmung „real und anthropogen“ sei. Das ist schlecht für sie, denn dieser Bericht wird viele Jahre lang wie Pech an den Fersen der Reputation der Akademie kleben – sobald niemand mehr an den wirklichen wissenschaftlichen Fakten vorbeisehen kann.


Wie kann die Akademie zu einer solchen Schlussfolgerung kommen? Einfach durch das Ignorieren von Beweisen, die das Gegenteil aussagen – und die alle in wissenschaftlich begutachteten Zeitschriften veröffentlicht wurden und jederzeit nachgelesen werden können. Daraus ergibt sich eine andere interessante Frage: Warum haben sie die Gegenbeweise ignoriert? Für eine Antwort müssen wir uns an Psychologen oder Soziologen wenden. Andererseits sollte man die Französische Akademie dafür preisen, dass sie eine Debatte über das Klima ausgelöst hat, wenn auch unvollkommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die US National Academy eine solche Idee auch nur in Betracht ziehen könnte.

Das globale Klima hat sich zwischen 1910 und 1940 tatsächlich erwärmt, aber nur aus natürlichen Gründen und in einer Zeit, in der die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre ziemlich gering war. Niemand bestreitet ernsthaft den Anstieg der Temperatur in dieser Zeit und die nachfolgende Abkühlung von 1940 bis 1975. Beide finden sich in Proxies (z. B. Eisbohrkernen, Baumringen), unabhängig von Messungen mit Thermometern. Gemäß dem von den UN getragenem IPCC kommt die Akademie dann zu der Erkenntnis eines plötzlichen klimatischen Sprungs um 1977 und 1978, der von einer stetigen Temperaturzunahme bis mindestens 1997 gefolgt wurde. Es ist diese stetige Zunahme, die zweifelhaft ist, denn diese lässt sich aus den Proxies nicht ableiten.

Noch wichtiger, Daten von Wettersatelliten, die die beste Darstellung der globalen Temperatur zur Verfügung stellen, zeigen zwischen 1979 und 1997 keine wesentliche Erwärmung. Nun muss nach allgemein akzeptierten Theorien über die Atmosphäre, ausgedrückt in vielen Büchern, die Erwärmung der Erdoberfläche kleiner ausfallen als der atmosphärische Trend, etwa um den Faktor zwei. Aber die Hälfte von Null ist immer noch Null. Dies legt die Vermutung nahe, dass die vom IPCC konstatierte Erwärmung der Erdoberfläche, die auf den Daten von Wetterstationen beruhen, die von der Climate Research Unit of East Anglia University (CRU-EAU) bearbeitet werden, vielleicht gar nicht existiert. Wie konnte das passieren? Die Antwort liegt in der Art und Weise, wie die CRU bestimmte Wetterstationen (aus Tausenden weltweit) ausgewählt hat und wie sie anschließend die aktuellen Daten korrigiert hat (um Stadteinflüsse und andere Effekte zu eliminieren). Bisher hat keine der zahlreichen Untersuchungen über „Klimagate“ diese wichtigen Details näher unter die Lupe genommen. Auch wurde durch diese Untersuchungen noch nicht die genaue Art und Weise des „Tricks“ festgestellt, den die CRU und andere Verschwörer angewandt haben, um den „Rückgang [der Temperatur] zu verstecken“ – auf den sich die bekannt gewordenen Klimagate-e-mails beziehen.

Die Ungleichheit zwischen dem Trend auf der Erdoberfläche und in den Daten der freien Atmosphäre, wie sie durch Satellitenmessungen gewonnen wurden (und unabhängig davon auch durch Radiosonden an Wetterballonen), ist seit mehr als einem Jahrzehnt bekannt. Und doch wurde diese Ungleichheit stur in den Berichten des IPCC für Politiker und auch durch die Französische Akademie ignoriert. Offensichtlich ist es unerwünscht, über dieses Thema zu reden. In meinem Buch „Hot Talk, Cool Science“ (etwa: „Heiße Debatten, kühle Wissenschaft“), das im Jahre 1997 veröffentlicht wurde, zeige ich eine Graphik, in der der Unterschied zwischen dem Oberflächen- und dem atmosphärischen Trend in den Tropen klar erkennbar ist. Im Jahre 2000 veröffentlichte das National Research Council of the National Academy of Sciences sogar eine Studie mit dem Titel “Reconciling Observations of Global Temperature Change” (etwa: “Beseitigung von Unterschieden in Beobachtungen globaler Temperaturänderung“). Darin versuchten sie, die Diskrepanz zwischen dem Oberflächen- und dem atmosphärischen Trend [zwischen 1979 und 1997] zu schließen, und kamen zu dem Ergebnis, dass das nicht möglich war. Ein Bericht aus dem Jahre 2006 vom Climate Change Science Program (CCSP-SAP-1.1) zeigt die gleichen Unterschiede. Ein nahe liegender Weg, dieses Puzzle zu lösen, ist die Schlussfolgerung, dass die Trends an der Oberfläche erheblich übertrieben worden waren und tatsächlich nahe Null betragen könnten.

Natürlich ist es unabdingbar notwendig, sich auch mit der Wassertemperatur der Ozeane zu befassen, überdecken diese doch schließlich 71% der Erdoberfläche. Eine Analyse der verfügbaren Daten zeigt auch hier keinen merklichen Erwärmungstrend, nachdem geeignete Korrekturen vorgenommen wurden. Wie schon in Studien aus dem Jahre 2005 vorgeschlagen, könnte der beschriebene Erwärmungstrend der SST auf unterschiedlichen Messverfahren beruhen und nicht real sein. Daraus wird klar ersichtlich, dass die Behauptung der Französischen Akademie (dass die Globale Erwärmung „real und anthropogen“ ist) nicht mit beobachteten Fakten übereinstimmt.

Eine auf der Hand liegende Frage ist, warum diese Fakten nicht schon früher bekannt gemacht wurden. Ich kann nur sagen, dass solche Behauptungen wie „keine globale Erwärmung in den Achtziger und Neunziger Jahren“ niedergeschrien und sowohl von der wissenschaftlichen Gemeinschaft als auch von der Öffentlichkeit abgelehnt worden wären. Jedoch haben „Klimagate“ und die folgenden Entdeckungen vieler Fehler und Mängel beim IPCC die Lage drastisch verändert. Es ist jetzt ziemlich in Ordnung zu sagen, was davor als ketzerische Meinungen angesehen worden wäre.

von Gastautor Prof. S. Fred Singer; der Artikel erschien auch in American Thinker

übersetzt von Chris Frey

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