Ökostromnetz in der Nordsee – Innovation auf dem Strommarkt ?

Es wird höchste Zeit, dass die Energieversorger und die Politiker sich wieder mehr dem § 1 des Energiewirtschaftsgesetzes verpflichtet fühlen, eine „sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas zu verwirklichen“. Immerhin ist das Attribut „preisgünstig“ an zweiter Stelle in § 1 EnWG genannt.

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Die Windleistungseinspeisung lag insgesamt im Jahr 2009 zwischen 70 MW und 22.000 MW;  d.h. im Schnitt bei 1.750 Volllaststunden. Da auch auf der Nordsee manchmal Flaute herrscht oder  bei Orkanböen die Anlagen aus Sicherheitsgründen außer Betrieb genommen werden müssen, muss  bei ungeminderter Versorgungssicherheit nahezu die gesamte Leistung durch konservative 

Kraftwerke abgesichert werden. Demnach sind für die unsteten Leistungen auf See zusätzlich  rd. 20 Kernkraftwerke oder 40 Kohle-/GUD-Kraftwerke oder 80 Gaskraftwerke oder einige hundert Biomassekraftwerke als Schattenkraftwerke in betriebsbereitem Zustand erforderlich. 

Dafür wird in der Nordsee gewühlt, um auf dem Meeresgrund und im Schutz der UNESCO  stehendem Wattenmeer für rd. 30 Mrd. Euro Kabel zu verlegen. Hier wird es aber komplizierter als  von den Politikern gedacht. Vor allem weil die Superleitungen mit der so genannten Hochspannungs -Gleichstromübertragungstechnik (HGÜ) arbeiten, werden aufwendige Umspannwerke benötigt, um die in Europa üblichen Wechselströme in die verschiedenen Spannungen umzuwandeln. Die Stromleitungen in den beteiligten Ländern haben auch unterschiedliche Frequenzen. Viel mehr werden neue Überlandleitungen benötigt, um die wachsenden Strommengen der Wind- Industrieanlagen in Norddeutschland in die großen Verbraucherzentren im Süden und Westen des Landes zu transportieren. 

2014 soll in England die staatliche Subventionierung auslaufen, schreibt die WiWo. Bleibt sie nicht erhalten, droht die Spannung aus dem Megaprojekt zu entweichen. Wird dann die Windkrafteuphorie nur noch eine Fußnote der europäischen Wirtschaftgeschichte sein ? 

Weder die Energiewirtschaft noch unsere Politiker sagen uns Verbrauchern, was das alles uns eines Tages kosten wird. Wir haben schon heute zu viel Strom und um ihn loszuwerden müssen wir draufzahlen. D.h. der Verbraucher muss jetzt schon einmal für die Erzeugung – und dann noch einmal für die Entsorgung der Überproduktion bezahlen. 

Ein Irrsinn ! Mit Innovation hat nicht speicherbare (Sonnen + Wind-) Energie nichts zu tun; hier wird der Verbraucher vorsätzlich und bewusst  „verschaukelt“. Aus gesellschaftspolitischer wie aus Wirtschaftspolitischer Sicht ist die schwarz/gelbe Regierung eher eine sozial/liberale Koalition. Der Wähler hat das nicht gewollt. 

VGL Verband für Gesundheits- & Landschaftsschutz e.V.

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8 Kommentare

  1. Hallo, Vandale
    sorry für die Spätzündung bei der Antwort…
    Habe in Ihre Seite reingeschaut- prima.
    Mein Fachwissen erwarb ich mir in vier Jahren Kernstrahlungsmesstechnik in „heissen Laboren“, Kernforschungszentren (Jülich, Karlsruhe) und Kernkraftwerken…
    Trotzdem: Danke fürs Angebot!
    Gruss Yogi

  2. Hallo Yogi,

    die Ökoreligion ist ähnlich der Zeugen Jehovas eine Endzeitkatastrophenreligion. Man droht dem Menschen den Weltuntergang in Form von Waldsterben (SO2), Klima (CO2), oder natürlich der Atomkatastrophe an. Eine Atomkatastrophe mit 10.000 enden, oder Millionen von Toten ist ein Produkt der ökologischen Phantasie. Die realen Atomunfälle sind nüchtern betrachtet unbedeutend gegenüber Naturkatastrophen, oder Unfällen anderer Branchen. Die real gefährlichste Energiequelle ist die Solarenergie, gefolgt von LPG (Flüssiggas) und Wind.
    Wenn Sie Ihr Atomwissen etwas auffrischen mögen lesen Sie doch auf meiner Homepage http://www.oekoreligion.npage.de den Artikel „Die Atomkatastrophe“. Tiefergehende Fragen kann ich auch beantworten.

    Vandale

  3. Auch wenn die Windparks auf See Flauten erleben werden, haben sie trotzdem eine bessere
    Erzeugungsbilanz (Volllaststunden) als die landgestützten Windparks.
    Mir ist nur nicht klar, ob die Energiebilanz der Offshoreanlagen jemals positiv wird, wenn ich mir den technischen Aufwand (und damit den Energieaufwand der Herstellung, Montage und Unterhalt) betrachte:
    Extrem aufwändige Fundamente (viel Stahl), sehr teure Verkabelung, aufwändige Konverterstationen (HGÜ), noch nicht bekannter Serviceaufwand, unbekannte Lebensdauer der Plattformen und Rotoren, Netzausbau an Land, etc…
    Aber der Stromkunde zahlt´s ja über den Strompreis! Hauptsache ÖKO!

    Noch zwei kleine Korrekturen:
    Im ersten Absatz muß es statt „konservative Kraftwerke“ richtig „konventionelle Kraftwerke“ heissen.
    Auch die Darstellung der HGÜ-Technik ist korrekturbedürftig. Die HGÜ werden benötigt,
    weil bei Wechselstrom die Übertragung über lange Kabel-Distanzen (ab ca. 50km) wegen der Blindleistungsbilanz schwierig wird.
    Mit den „unterschiedlichen Frequenzen“ der „Stromleitungen“ hat das nichts zu tun, denn die beteiligten Länder sind innerhalb des europäischen Verbundnetzes frequenzstarr gekoppelt (50Hz für alle).

  4. Hallo, Frau Schwanczar
    anbei ein kleiner link bezüglich der Gefahr der Kenenergie:
    http://tinyurl.com/ycesfxr
    Gemerkt: Das war eine der ach so umweltfreundlichen und ungefährlichen „Biogasanlagen“.
    („Leistung “ dieser Anlagen insgesamt: ca 4 -6 Tote- in der Gülle versoffen, am Methan erstickt, etc)
    Und nun bitte ich Sie, mir auch nur einen Toten zu nennen, der hier in Deutschland der Kernenergie zum Opfer fiel.
    Tschernobyl war von der Konstruktion des Reaktors her so unsicher, dass Reaktoren dieser Art schon Ende der 50-er Jahre in England stillgelegt wurden.
    Stalins Erben betrieben sie aber fleissig weiter und dazu kamen wahrscheinlich noch ein paar hierarchiegeile, vollgesoffene „Sozialisten“ auf der Schaltwarte des manuell gefahrenen Reaktors, nur ein Notkühlsystem, dass nicht funktionierte- und dann…. „Bumm“.
    Frage: Würden Sie mit einem von Brabus getunten, 2,5t schweren Mercedes 600 mit 300 km/h die Autobahn langpilgern, wenn Sie wüssten, dass nur links vorn die Bremse funktioniert, alle anderen aber defekt sind und nicht mitspielen?
    Interessantes findert sich dazu auch im Buch „Das Märchen von der Asse“. Wird hier auf der rechten Seite angeboten. Ist auch allgemein hochinteressant.
    Übrigens: Ich lebe hier zwischen den NRW- Braunkohlekraftwerken, gefährlicher lebt es sich mit Sicherheit in (und zwischen) Chemieanlagen.
    Von der Möglichkeit, dass eines der Kohlekraftwerke „Tschernobyl“ spielen könnte, hat noch keines der Dinger Gebrauch gemacht.
    Gruss
    Yogi
    PS: Auch „Three Miles Island“ in Harrisburg wurde durch einen Bedienfehler fast geschlachtet….
    Hierzulande werden Sie mit Sicherheit keinen manuell gefahrenen Reaktor finden.
    Meine Angaben haben als Quelle die Aussagen damaliger Kollegen der kernstrahlungsmessenden „Zunft“.
    Die fröhliche Wodkarunde erlebte ein Kollege, der 1982 hinter dem Ural in sovietischen Kernkraftwerken acht >300.000 DM teure analytische Messplätze in Betrieb nahm. Tschernobyl war weiss Gott nicht die Premiere, nur: hinter dem Ural
    bekamen dann halt die Chinesen den Dreck ab….
    Es hatte schon seinen Grund, wenn die damaligen
    sozialistischen (linken) Bonzen solche Summen an einen französischen Hersteller für Messtechnik abdrückten. (Klassenfeind…)
    Alles Gute
    Yogi

  5. Atomenergie ist eine heikle Geschichte.

    Bekanntermaßen ist die Wahrscheinlichkeit eines GAUs nicht Null.

    Die Angabe ist die Häufigkeit innerhalb eines Intervalls. Üblicherweise wird die Größe des Intervalls angegeben, innerhalb dessen das Ereignis einmal auftritt.

    Dabei ist wesentlich, dass keine Aussage darüber getroffen wird, wann innerhalb des Intervalls das Ereignis auftritt.

    Anders ausgedrückt:

    Ein GAU (Größter anzunehmender Unfall) kann auch schon beim Hochfahren des Kraftwerkes eintreten.

    Nun sind ja Kohlekraftwerke keineswegs sicherer. Nur ist es eben ein Unterschied, ob nur ein paar Trümmer weggeräumt werden müssen oder mehrere hundert qkm radioaktiv verstrahlt sind.

    Tschernobl sollte Warnung genug sein.

    Kernenergie ist genausowenig eine vernünftige Perspektive der Stromerzeugung wie die derzeit verfügbare Solarstromtechnik (240 Wh / Tag / qm).

  6. Aufgemerkt!
    Präsident Obama hat in seiner Rede heute Nacht gesagt: „Wir brauchen eine neue Generation von Kernkraftwerken.“
    Da z. Zt. Generation 3+ im Bau ist, kann er nur Generation 4 gemeint haben.
    http://www.gen-4.org
    Kommt jetzt mehr Dynamik in die Entwicklungsarbeit?
    Vielleicht ist der ganze Spuk um den angeblichen AWG doch noch zu was nutze und einige unserer Freunde können wieder einer sinnvollen Forschungstätigkeit nachgehen.

  7. Hi,
    ist ja hochinteressant: Die Miefquirle sollen also ins Wattenmeer gepflanzt werden. Schlagen die dann Wurzeln- wie zum Beispiel eine Pappel, damit sie nicht beim ersten Lüftchen aus den Latschen fallen oder muss dafür gesorgt werden, dass die Storchenshredder nicht umkippen- ich habe da mal von 4500m³ Betonsockeln pro Shredder gehört. Grünes Gelaber rechtfertigt bei deutschen Zipfelmützen anscheinend alles, sei es das Zerstören eines Naturschutzgebietes (dazu ein so hochsensibles wie das Wattenmeer) mit 4500m³ Beton/Baustahl pro Windmühle plus Bauschäden am Untergrund durch die Montage derselben oder das Blockieren einer den grünen Herrschaften nicht genehmen Autobahnbaustelle, indem man da einen Hühnerkadaver reinschummelt und dann rumzetert.
    Man kann es nicht glauben….

    Gruss Yogi

    PS: Die Erben eines Dr. Josef Goebbels (GEZ- Reichsrundfunk) plappern ohnehin nur das, was ihnen befohlen wird. Sagt einer der Schreiberlinge mal was (aus der Sicht des Grünen) falsches: siehe Eva Hermann. Mit Pressefreiheit hat das soviel zu tun wie ein Wattwurm…..

  8. ….dem ist nichts hinzuzufügen, wann wachen die
    Bürger endlich auf. Doch so lange das von unseren öffentlich-rechtlichen Medien weiter unkritisch begleitet und hofiert wird, wird sich da so schnell nichts ändern!

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