Zwei Grad Fieber!

Die Gipfelteilnehmer des G-8-Treffens in L’Aquila, Italien, haben sich darauf geeinigt, die Welt-Temperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um nicht mehr als zwei Grad Celsius ansteigen zu lassen.


Das ist famos. Schade nur, dass sie nicht auch beschlossen haben, Erdbeben künftig zu verbieten. Das wäre der gebeutelten italienischen Region sicher weit wichtiger gewesen. Aber es kommt ja noch der G-20-Gipfel im September, da kann man das nachholen. Und was ist mit der Sonnenscheindauer? Könnte man die nicht weltweit um zwei Stunden verlängern? Das spart nämlich Strom, und der kommt ja, wie sich mittlerweile herumgesprochen hat, nicht aus der Steckdose, sondern aus Kraftwerken, und die erzeugen oft Kohlendioxid, und richtig, genau das heizt die Erde auf. Mehr Sonnenschein – mehr Kühle. Das ist doch die Lösung.
Die Folgen ihrer vollmundigen Versprechen werden weder die Urheber von L’Aquila noch der Autor dieser Zeilen erleben müssen, denn „langfristig sind wir alle tot“ (John Maynard Keynes). Aber jene, die schon heute unter dem Machbarkeitswahn der größtenteils westlichen Welt leiden, die können wir benennen und bedauern: Die Menschen in den Entwicklungsländern. Denen nämlich entgehen die Ressourcen, die der reiche Teil der Menschheit in seinen sogenannten Klimaschutz steckt – ohne Sinn und Verstand. Entwicklungshilfe, Schutz vor Seuchen und Versorgung mit Trinkwasser – das wären wichtige Anliegen, von denen man zudem weiß, dass sie menschlicher Beeinflussung zugänglich sind. Vom Klima weiß man das nicht.
Die Folgen politischen Handelns sollten überprüfbar sein. Schade, dass wir das in diesem Fall unseren Urenkeln überlassen müssen. Es wäre doch zu spannend zu erfahren, wie warm es 2100 hierzulande ist. Was denn, wenn die Erde sich um 2060 plötzlich abzukühlen beginnt? Oder es mal heiß und kalt ist zwischendurch? Oder man in der Sahel-Zone weint, wenn der Regen fällt? Der G-8-Gipfel in L’Aquila wird dann in jedem Fall Geschichte sein. Historisch werden, das wird er nicht.

Mit Dank an Gastautor Reinhard Schlieker

zuerst erschienen auf ACHGUT.

Lesen Sie auch die treffend köstliche Kolumne von Maxeiner & Miersch

Politik fürs Jenseits

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5 Kommentar(e)

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1

Hallo Hans,
nein, das sind keine Idioten sondern knallharte Machtmenschen die uns aengstliche Menschen retten wollen. Einge Gegenmassnahme ist dieser politischen Fuehrung diesen Fuehrungsanspruch zu versagen.
Laut und deutlich zu ssgen: Ich will nicht gerettet werden, ich bin nicht in Gefahr, ich entscheide selbst und meine Enkel werden selbst ueber ihre Lebensfuehrung entscheiden.
Gruss

2
Schweickhardt

Liebe Leser,
mit Erschrecken erkenne ich den tiefen Glauben an den Klimaschutz bei den Jungendlichen und Schülern. Wo sind denn die Phykiklehrer, die
die richtigen Propotionen darstellen?

Wenn der Gesetzgeber alle möglichen sinnvollen und sinnlosen Aufgabe auf die Grundkosten unsere Volkswirtschaft lädt, dann kann unsere Volkswirtschaft nicht prosperieren und im internationalen Wettbewerb verlieren.
Genau dann werden sehr viel mehr Arbeitsplätze verloren gehen, als die Ideologen neu schaffen wollen.
MFG Gerhard Schweickhardt

3

Werden wir nur noch von Idioten regiert ? Wie kann ein Mensch, der noch alle Sinne beieinander hat behaupten, er könne das Klima steuern.

4

Soso, man hat max. 2°C "Erderwärmung" beschlossen.

Was hat man denn hinsichtlich der Kontinentalplattenverschiebung und der Erdrotation beschlossen? Ich vermute: Höhere Abgaben.

5

Amüsant zu lesen, aber: unterschätzen sie nicht die versammelte geballte politische Kompetenz in L´Aquila! Diese weiß genau, daß der LINEARE Temperaturtrend in 100 Jahren zu einem Anstieg der durchschnittlichen Temperataur von gerade mal 0,7 Grad führen würde. Die 2-Grad-Beschränkung ist eine Brücke für die beruflichen Nachfolger, damit diese, nachdem sie uns alle ordentlich ausgenommen haben sagen können: seht ihr, es hat doch etwas gebracht, es war alles zu eurem Besten (mit eurem Besten...). Peinlich würde die Angelegheit nur, falls die Prognosen von Prof. Abdusamedow und anderen von einer bevorstehenden "Kleinen Eiszeit" in Folge verringerter Sonnenaktivität mit einer Abnahme der durchschnittlichen Temperatur um ca. 1,2 Grad ab 2055 eintreffen würde. Zum Glück werden die versammelten Herrschaften zu diesem Zeitpunkt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit längst unter der Erde sein.