Rekord-Eis in der Arktis

Vor 2 Jahren erlebten wir mit Merkel in Grönland „das Märchen von einem der auszog, das Fürchten zu lernen“. Tatsächlich war in diesem einen (!) Jahr das arktische Eis außergewöhnlich stark geschmolzen, entsprechend „dramatisch“ fielen die Filme und Kommentare aus. Und dass mit jedem Sommer das Eis der Arktis sowieso in unvorstellbaren Mengen schmilzt – jedes Jahr etwa 8 Millionen Quadratkilometer- nur um im nächsten Winter genauso unvorstellbar wieder zuzufrieren, fand kaum Erwähnung. Die Bilder und Filme bildeten in erster Linie die Sommerschmelze und natürliches Kalben ab. Die Mobilisierung der Massen gelang – flankiert durch Knut – vollkommen, wobei das arme Tierchen keine Ahnung hatte, was für ein Zirkus da in seiner eisigen Heimat veranstaltet wurde.

Im Jahr darauf wurde es still um die Arktis – im deutschen Blätterwald. Hatte doch die Eisbedeckung völlig überraschend wieder mächtig zugelegt: von Oktober 2007 zu Oktober 2008 um einen Rekord-Sprung von 30%! Fast 2 Millionen Quadratkilometer mehr als im Oktober davor! Nie zuvor seit den Messungen hatte es eine solch gigantische Wiedervereisung gegenüber dem Vorjahr gegeben. Kaum zu verstehen, wie es diese gewaltige Frost-Welle überhaupt geben kann. Hat die Wirkung des CO2 in diesem Jahr etwa komplett versagt? Haben etwa die Skeptiker doch recht, und es gibt die heimlichen Urgewalten von Mutter Natur, die in den Computermodellen fehlen. Allerdings dachte in 2008 niemand daran, diesen unerhörten Zuwachs etwa einer globalen Abkühlung oder unbekannten Klimatreibern zuzuschreiben, nein, über diesen Eis-Rekord wurde gar nichts geschrieben. Nur die als skeptisch bezeichneten Medien brachten die Nachricht.

Einen weiteren arktischen Eis-Rekord brach Mutter Natur jetzt Mitte April 2009, genau gesagt am 15 des Monats (siehe Graphik): Noch nie seit dem Beginn der Aufzeichnungen des International Arctic Research Center (IARC) gab es einen so lange ins Frühjahr hineinreichenden Winter wie in diesem Jahr. Die rote Kurve der Graphik oben zeigt, wie sich die Eisbedeckung 2009 Woche für Woche unbeirrbar an allen Konkurrenten vorbei geschoben hat und nun die Spitzenposition einnimmt – ein April-Rekord mit 13,2 Millionen Quadratkilometern!

CS

P.S.  "Der Spiegel" schreibt zwar am 27.4.09, die arktische Eiskappe würde schneller schmelzen als zuvor.  Aber da arbeitete der Spiegel mit veralteten Daten. Die Redaktion hatte die neuesten IARC-Werte noch nicht im Blick. So "steht" der neue Rekord – wenn auch der Spiegel das Gegenteil schreibt.

Um trotz allem vor einer Eisschmelze warnen zu können, propagiert man neuerdings die Eisdicke: Es könne ja sein, daß die Ausdehnung zunimmt, aber man vermute, das Eis würde dünner.

Nun – kann das stimmen? Eine Plausibilitätsprüfung sagt: nein. Denn wenn das Eis "zu dünn" wäre, wie Spiegel angibt, dann müsste die schon seit 2 Monaten wirkende Frühjahres-Schmelze viel weiter fortgeschritten sein, dann dürfte es eben keinen Rekord geben! Denn eines dürfte jedem von uns einleuchten: dünneres Eis zieht sich schneller zurück, dickeres Eis langsamer.

Unerwartete Bestätigung erfährt diese Vermutung durch das Alfred Wegener Institut AWI: Den ganzen April durch hat das AWI-Polarflugzeug "Polar 5" den Polarkreis überflogen und die Eisdicke gemessen: das überraschende Ergebnis vom 28.2.2009 bei Radio Bremen: "Das Meer-Eis ist offenbar dicker, als wir vermutet hatten."

http://www.awi.de/en/news/press_releases/detail/item/pam_arcmip/?cHash=69a4a44edc

Eines fällt am Spiegelartikel positiv auf: neben der sog. globalen Erwärmung zitiert er ernsthaft weitere Klimatreiber in der Arktis: "rätselhafte Windwirbel und Meeresströmungen". Gibt es denn noch mehr Klimatreiber als das CO2 und seine Wasserdampf-Verstärkung? Die Dinge sind hier offenbar überhaupt nicht klar, die Debatte ist wohl doch nicht zu Ende, und es gibt weiterhin einen Forschungsbedarf.

Anzumerken ist noch: Die Rätsel-Erscheinungen sind ganz sicher natürlichen Ursprungs – denn ein wenig CO2, gleichmäßig verteilt über den ganzen Globus, kann ummöglich einzelne lokale Windwirbel und Meeresströmungen steuern. Ebenso wenig kann eine Spur mehr CO2 dafür sorgen, daß wir im Australien im April eine rekordverdächtige Kältewelle haben .. die übrigens gut zu dem für Deutschland "zu warmen April" paßt.

Frage an Radio Eriwan: Haben diese Rätsel vielleicht auch schon bei Merkels Grönlandreise 2007 die Sommerschmelze verstärkt?

Datenquelle der Kurven: http://www.ijis.iarc.uaf.edu/en/home/seaice_extent.htm

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2 Kommentare

  1. Die hier formulierte Kritik wird durch den Trend der arktischen Eisentwicklung gestützt. Die arktische Eisbedeckung NIMMT z.Zt. ZU – nicht ab. Und das ungeachtet der Tatsache, das in 2007 und 2008 die sommerliche Eisbedeckung Negativ-Rekorde aufgestellt hat:
    http://www.woodfortrees.org/plot/nsidc-seaice-n/from:2005/plot/nsidc-seaice-n/from:2005/trend

    4 Jahre – sicherlich weit davon entfernt, klimarelevant zu sein – aber wie war das doch gleich in 2007 und 2008, als es aus dem Lager der Klima-Alarmisten tönte: „Dramatische Abnahme der arktischen Eisbedeckung“, „Forscher fürchten, dieses Jahr (2008) könnte der Nordpol schon eisfrei werden“, etc. pp.

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