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am Sonntag, 14.11.2010, 19:38
Weis jemand, in welcher Größenordnung die Kosten für den „Brennstoff“ bei Wärmekraftwerken liegen?
Auch vermiedener Transport ist Umweltschutz:
Für Uran ergibt sich z.B. ein (1) Castorbehälter pro Jahr im Gegensatz zu etwa 500 bis 1000 Güterwaggons mit Steinkohle bzw. Braunkohle
am Montag, 15.11.2010, 13:05
Hallo Herr Demmig,
auf meiner Homepage im Artikel "Stromerzeugung" finden Sie Kostenkalkulationen für verschiedene Stromerzeugungsarten. Einfach gesagt, Kernbrennstoff kostet etwa 0,5c/KWh, Braunkohle 1c/KWh, Steinkohle 2c/KWh, Erdgas ca. 4c/KWh. Übliche Wirkungsgrade sind inkludiert.
Beim letzten Castortransport wurden etwa 22to Atommüll aus der Wiederaufbereitung transportiert. Dies entspricht etwa 800.000to giftiger, leicht radioaktiver Aschen und Filterstäube eines Kohlekraftwerks. Bei der umweltschädlichen Solarenergie wird bei gleicher Energieerzeugung gleichfalls ein Viel-1000endfaches an Giftmüll erzeugt.
www.oekoreligion.npage.de
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Vandale
Vandale
am Montag, 15.11.2010, 14:51
In der atw stand für 2009 geschrieben als Mittelwerte laut BAFA:
Rohöl 3,2ct/kWh (gemeint sind hier kWh Wärme, nicht Strom!!!)
Erdgas 1,83ct/kWh
Steinkohle 0,1ct/kWh
Für Strom aus KKWs sagt man, dass der Preis des Urans weniger als 5% vom Preis des erzeugten Strom ausmacht. Biblis erzeugt heute seinen Strom für 2,2ct/kWh (Strom), daran hat dann der Rohstoff Uran einen Anteil von weniger als 0,1ct/kWh.
Und wichtig zum Vergleich ist noch folgendes:
Energieverbrauch in Uranminen nach Prof. HORST-MICHAEL PRASSER, ZÜRICH
Ranger in Australien: 0,28 - 0,35% U im Erz 50 kWh Energie/kg Unat
Olympic Dam in Australien: 0,064 - 0,114% U im Erz 80 kWh Energie / kg Unat
Rössing in Namibia: 0,034 - 0,041 % U im Erz 100 kWh Energie / kg Unat
In Kernkraftwerken werden aus 1kg Unat etwa 50 000 kWh Elektrizität erzeugt (das gilt ohne WAA. Mit WAA und Brüter kann alle Energie genutzt werden und das sind rund 20 Millionen kWh / kg Unat ). Heute sind WAA und Brüter nicht wirtschaftlich, dennoch wird die Welt das eines Tages nutzen, wenn die Uranerze teurer werden.
In der Mine werden also etwa 0,1 Prozent des Kraftwerksoutputs benötigt.
am Montag, 15.11.2010, 16:55
Im Artikel und in Kommentaren wird verkündet, dass Schnelle Brüter nicht wirtschaftlich seien.
Ich vermute, dass Schnelle Brüter nicht wegen irgend eines ökoreligiösen Uranmangels ein erhebliches Zukunftspotential haben. Auch der Atommüll der in D eine religiöse Bedeutung gewonnen hat die in keinem Verhältnis zum realen Risiko steht, wird die Entwicklung der Kerntechnik nicht beeinflussen, weil diese in Ländern stattfindet in denen die Ökoreligion keine Bedeutung hat. Entscheidende Kriterien sind Baukosten und Betriebskosten im Wettbewerb zu Kohle und Erdgas. Dies sind die Themen die in den jungen Industriestaaten Asiens entscheidend sind.
Technisch gesehen steht die Kernenergie am Anfang. Man hat die Entwicklung neuer Reaktorkonzepte in den müden Altindustriestaaten in den 70/80er Jahren abgebrochen. Die Leichtwasserreaktortechnologie hat lediglich ein begrenztes Potential. Es wird noch ein paar Jahre dauern bis junge Industriestaaten wie Indien und China auf dem Stand sind diese Entwicklung weiterzuführen. Am Aussichtsreichsten erscheinen mir Reaktoren mit Flüssigkernbrennstoff. Bei diesen Konzepten, ob als moderierte Reaktoren mit Thoriumflourid und FLIBE, oder als Schnelle Reaktoren mit Plutonium/Uransalzen und FLINAK betrieben, ergeben sich signifikante technische Vorteile.
-Einfache Reaktorbehälter (drucklos)ohne komplexe Einbauten (Baukosten!)
-Keine Brennelementtechnik (Bau- und Betriebskosten!)
-Einfache Leistungsregelung durch Änderung des Brennstoffdurchflusses
-Keine Stillstände durch Brennelementwechsel (3 - 4 Wochen/a)
- Hohe Betriebstemperaturen ergeben höhere Wirkungsgrade und damit kleinere, preiswertere Anlagen und Kühltürme (Baukosten!)
- Keine Anreicherung des Kernbrennstoffs erforderlich (Kostenersparnis)
Die Nachteile/Risiken von Reaktoren die mit Flüssigkernbrennstoff betrieben werden sind:
-Die Wiederaufbereitung des flüssigen Kernbrennstoffs entweder in der Anlage, oder in zentralen Anlagen ist kostenaufwendig und
-die Entwicklung von korrosionsbeständigen Werkstoffen die bei Temperaturen von 600°C aggressiven Spaltprodukten und Salzen jahrzehntelang widerstehen können ist nicht abgeschlossen. Es wurden in den USA geeignete Stähle entwickelt, jedoch nicht in längeren Versuchen bei hohen Temperaturen, Bestrahlungen, hohen Spaltproduktekonzentrationen getestet.
- Bei Betriebsstillständen besteht die Gefahr des Einfrieren des Kernbrennstoffs. Es bedarf einer Notbeheizung, oder der Kernbrennstoff muss soviele Spaltprodukte enthalten, dass dieser aufgrund der Zerfallswärme bei Betriebsstillständen flüssig bleibt.
Ich habe hierzu einen Artikel auf meiner Homepage, "Zukunftstechniken der Kernenergie" unter www.oekoreligion.npage.de eingestellt.
Vandale
am Montag, 15.11.2010, 23:03
Ich hätt's fast überlesen aber auch in diesem Artikel hat man die Legende vom Thorium - Kugelhaufen - Reaktor gepflegt.
Dieser Reaktortyp wurde Ende der 50er Jahre in Deutschland entwickelt und war den damaligen Konzepten wie dem Magnox Reaktor weit überlegen.
Allerdings schreiben wir mittlerweile das Jahr 2010. Die Entwicklungslinie wurde mittlerweile überall (Südafrika/China) eingestellt weil die Leistungsdichte gasgekühlter Reaktoren zu niedrig ist. Dies bedingt hohe Baukosten und ermöglicht keine Wirtschaftlichkeit. Wenn man bei diesem Konzept die Leistungsdichte steigert, gehen die excellenten Sicherheitseigenschaften verloren. Es bedarf dann Notkühlungssysteme die wiederum Geld kosten.
Ideale Reaktortypen zur Nutzung von Thorium sind die Candu Reaktoren. In Indien wird seit Jahren experimentiert mit Brennstoffmischungen aus angereichertem Uran/Thorium. Auch die oben angesprochenen Flüssigkernbrennstoffreaktoren können mit Thorium betrieben werden.
Vandale
am Dienstag, 16.11.2010, 09:24
Die Gewinnung des im Meerwasser enthaltenen Urans ist tatsächlich etwa 5 mal so teuer wie der Erzabbau. Was heißt aber die Zahl fünf in dieser Rechnung? Die Uranabbaukosten machen nach mir vorliegenden Zahlen etwa 4% der Betriebskosten von Kraftwerken aus. Die Gewinnung aus Mehrwasser würde also den Erzeugungs- (nicht Endkunden- denn Transportkosten gibt es ja auch noch) -preis um satte 16% ansteigen lassen, unter einrechnung der Transportkosten landet man etwa bei einer 10%igen Kostensteigerung, die angesichts der Kosten durch Ökostrom eher lächerlich ist.
am Dienstag, 16.11.2010, 10:17
#2 Danke an Herrn Trummler für die Info.
Damit schließe ich mich #6 Herrn Sträter an.
Wenn wir annehmen, das Uran das 10-fache kosten darf, dann lohnt es sich auch schlechte Vorkommen auszubeuten, dann reicht das locker für die nächsten 1000 Jahre.
Vielleicht gibt es dann die kleinen AKW für den Keller. Irgendwo habe ich mal gelesen, das die Japaner auf der Basis der Energiequellen für U-Boote daran forschen?
am Dienstag, 16.11.2010, 13:54
Hallo Herr Demmig,
gleichwohl Kernkraftwerke nicht im entferntesten das Gefahrenpotential bergen das ihnen von Deutschen Medien attestiert wird, gibt es ein Gefahrenpotential.
Ein Kleinkraftwerk im Keller birgt zahlreiche Gefahren und ist schwer kontrollierbar, bzw. die Kosten für Abschirmung und Überwachung dürften ein derartiges Kleinkraftwerk unrentabel machen. Ich denke nicht, dass man so etwas in den kommenden 50 Jahren machen wird.
Ansätze könnten die Nutzung hochradioaktiver Spaltprodukte (Heute Gefährlicher Atommüll) sein. Eine Glaskokille Atommüll aus der Wiederaufbereitung setzt anfangs 2 KW Wärme frei. Ich könnte mir so etwas für Polarstationen, oder nukleare Einrichtungen die ohnehin einer Überwachung unterliegen, vorstellen.
Kernreaktoren kann ich mir in den kommenden 50 Jahren kaum unter 50 MWth vorstellen.
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Dies soll allerdings kein Nachteil sein als es ein dichtes Stromnetz in allen industrialisierten Ländern gibt. Großkraftwerke erzeugen Strom, der als mechanische Enegie, Licht, Wärme bedarfsgerecht genutzt werden kann.
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Vandale