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Dienstag, 23.02.2016 12:10

Stadtwerke kämpfen ums Überleben – Schon Dutzende stehen vor der Pleite

Von Michael Limburg

Die Energiewende bringt für alle Stadtwerke große Schwierigkeiten und für viele das Aus. Schuld daran ist der Preisverfall auf dem Strommarkt. Hervorgerufen durch die vorrangige Zwangseinspeisung untauglichen Stroms in die Netze, der nur nach Gottes Willen manchmal im Überfluss eingespeist werden muss. Der Verband BDEW unter seiner früheren Chefin Hildegard Müller trägt ein gerüttelt Maß schuld daran.

Mit Update vom 24.2.16 über gigantische Fehlinvestitionen z.N. der Bremer Stadtwerke

Welt Online vom 22.2.16

Es kommt wie es kommen musste. Die Energiewende – von allen Stadtwerken als großer Heilsbringer- wider besseres Wissen begrüßt – frisst ihre Unterstützer. Nach den großen Versorgern wie EON, RWE, EnBW und Vattenfall deren wohl vergeblicher Abwehrkampf gegen die Pleite bereits seit vielen Monaten die Schlagzeilen beherrscht sind nun die vielen kleinen dran. Und davon gibt es rd. 1000.  Nach dem spektakulären Fall der Geraer Stadtwerke dessen Insolvenz derzeit abgewickelt wird  droht dieses Schicksal defacto allen.  Geras Stadtwerke die  immerhin die drittgrößte Stadt Thüringens mit mehr als 100.000 versorgen haben es vorgemacht,. Nach lautem Jubel  über die Energiewende meldete man 2014 kleinlaut Insolvenz an. Der Hauptgrund war der Preisverfall am Strommarkt der durch die Zwangseinspeisung für die unzuverlässigen „Erneuerbaren“ verursacht wird. So schreibt die Welt am 22.2.16

In Gera etwa hatten die Banken der Stadt die für eine Rettung notwendigen Zusatzkredite verweigert. "Das Problem ist die hohe Verschuldung", erklärt Schuster. Grund dafür ist ein Zusammenspiel von sinkenden Erlösen aus den Energiesparten der Stadtwerke und einem großen Investitionsbedarf, etwa bei den Verteilnetzen.

Die Erzeuger verdienen einfach nicht mehr genug, um die Kredite für ihre Gas- Kohle oder Kernkraftwerke zu bedienen  oder gar neue Investitionen zu stemmen und schliddern in die Insolvenz. Dabei ist diese Situation nicht auf einige wenige beschränkt die schlecht gewirtschaftet haben. Denn Zitat aus o.a. Artikel 

Bevor die Flüchtlingskrise zu weiteren finanziellen Belastungen führte, hatte die Energiewende die finanzielle Stabilität vieler Stadtwerke bereits zerrüttet. Auch die westdeutsche "Enervie AG" entging nur knapp einer Insolvenz.

Die Zukunft des regionalen Versorgers im Besitz der Städte Hagen und Lüdenscheid sowie des Entsorgungskonzerns Remondis konnte Ende vergangenen Jahres nur durch eine Finanzspritze der Eigentümer von 60 Millionen Euro gesichert werden. Im Zuge der Sanierung verlieren 450 Enervie-Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz.

Ein weiteres schlimmes Beispiel sind die Münchner Stadtwerke, die  zusätzlich zu den Erlösminderungen noch viele Millionen in politisch gewünschte aber unrentable Solarkraftwerke wie Andasol in Spanien versenkten.

So werden die Stadtwerke München (SWM) für 2015 erstmals seit langer Zeit wieder ein negatives Ergebnis ausweisen. Mitschuld am Minus von immerhin 600 Millionen Euro nach Steuern: "Die Energiepreise verfallen stark, Energiewende und Atomausstieg verändern die Erzeugungslandschaft", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Und so geht es auf breiter Front weiter.

Update vom 24.2.16

RWE lässt (vernünftigerweise) die Dividende ausfallen. Allein die Stadt Essen verliert 18 Mio € für das Stadtsäckel. (Mit Dank an Leser R.Kuth).

Und, wie mir die  Leser Maler und Treml mitteilen , haben es die Bremer Stadtwerke geschafft, gigantische rd. 450 Mio € in den Sand zu setzen. Details dazu hier und hier.

Von den rd. tausend Stadtwerken werden daher nur die überleben, die es schaffen sich rechtzeitig in den schon seit längerem geforderten Kapazitätsmarkt zu retten.

Der Name Kapazitätsmarkt ist jedoch ein Euphemismus, denn von Markt kann dabei keine Rede sein. Es handelt sich allein um eine planwirtschaftliche Veranstaltung zu Lasten der Verbraucher – allein dazu gedacht, die Versorgungssicherheit trotz Einspeisung immenser von Zappelstrom durch sog. „Erneuerbare“ Quellen, aufrechtzuerhalten.

Zigtausende von hoch wertschöpfenden Arbeitsplätzen gehen damit dauerhaft verloren. Eine Entwicklung wie sie von allen seriösen Fachleuten vorhergesagt wurde, nur nicht von denen, die glaubten nach der Pfeife der Politik tanzen zu müssen.

Einen erhebliche Teilschuld an dieser Misere trägt insbesondere  der Verband der Versorger BDEW.  Besonders hervorzuheben ist dabei das unheilvolle Wirken der langjährigen Verbandschefin, Merkelvertrauten und Ex-Staatsministerin Hildegard Müller. Sie sorgte gleich nach Amtsantritt für eine schnelle Unterwerfung des Verbandes unter das Primat der Politik. Und das hieß Umsetzen der Energiewende um jeden Preis. Zum Dank für ihre erfolgreiche Arbeit wird sie jetzt Vorstandsmitglied bei RWE.

Doch auch hier gilt der alte Kinderspruch: Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber


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24 Kommentare:
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#1: Hofmann,M sagt:

am Dienstag, 23.02.2016, 12:29

Jaja....die lieben Stadtwerke...die ausgezogen sind um mit dem rechtswidrigen Kernkraftausstieg und einer asozialen Energiewende mit ihrem marktfeindlichen EEG den Konzern das Fürchten zu lehren bzw. diese zu Vernichten, werden jetzt selbst zum Opfer dieser asozialen, rechtswidrigen und marktfeindlichen Politik.
Mitleid...keines wegs...jedoch wird es uns alle tortzdem treffen...mit höheren und neuen Steuern und Abgabenbescheide....mit höheren Strompreisen...wie wurden gefangen bzw. haben uns gefangen lassen von dieser Grün-Sozialistischen Ideologie und wir werden auch mit dieser hängen...

 

#2: Frank Endres sagt:

am Dienstag, 23.02.2016, 13:45

Selber schuld. Wer sich grüner Politik prostituiert, hat es nicht besser verdient (nach meiner privaten Meinung).

 

#3: Hans Meier sagt:

am Dienstag, 23.02.2016, 13:45

„Grund dafür ist ein Zusammenspiel von sinkenden Erlösen aus den Energiesparten der Stadtwerke und einem großen Investitionsbedarf, etwa bei den Verteilnetzen.“

Dieses Zitat verschweigt mehr, als zu klären ist.
Die deutschen Stadtwerke sind im kommunalen Eigentum, also quasi Teil eines Volksvermögens aller Bewohner der Städte.
Diese Stadtwerke dürfen betriebswirtschaftlich nur nach dem „Kosten-Deckungs-Prinzip“ wirtschaften, um einen konkreten „Bedarf“ zu decken und Rücklagen bilden.
Eine gewinn-orientierte, privatwirtschaftliche Tätigkeit ist den Stadtwerken kommunalrechtlich nicht erlaubt.

Die „sinkenden Erlöse“ resultieren aus der Tatsache, dass eine „privatisierte Stromerzeugung“ den Stadtwerken wie auch den Stromkonzernen immer größere Liefermengen, infolge des Energie-Einspeise-Gestzes EEG wegnimmt.
Der Einspeise-Vorrang und die 20jährige hohe Vergütung für diese private, gewinn-orientierte Stromerzeugung verursacht absichtlich, und vorsätzlich diese gewaltige Kapital-Vernichtung aller Stadtwerke in Deutschland.
Das strategische Ziel der Finanz-Investoren ist es, eine Energie-Politik mit gezielten Verordnungen zu gestallten, damit sie als Profiteure höhere Umsätze erzielen.
Denn, „einen großen Investitionsbedarf, etwa bei den Verteilnetzen“ ist eine „Umschreibung“ für die teuere Vervielfältigung der Strom-Netze, die durch die dezentralen, privaten Stromerzeuger die mit Sonnen-, Wind- und Gärgas-Strom, ohne Kostenbeteiligung, die Stromnetze der Stadtwerke benutzen dürfen.

Der Einfluss der Finanz-Investoren auf die Regierungspolitik ist in vielen Formen täglich vorhanden, denn es geht den Finanz-Strategen immer darum „wie sie politisch legalisiert“ per Verordnungen das Vermögen und Bares der Bevölkerung einsacken können.
Kein Wunder wenn also mit der „Käp`n-Blaubär-Klima-Storry“ unsere Umwelt-Greteln z. B. hier tagen http://goo.gl/A9pSyp


 

#4: Marcus Junge sagt:

am Dienstag, 23.02.2016, 14:48

Doof-Michel wollte es so, Doof-Michel will es weiter so, also bekommt es Doof-Michel geliefert, den irrsinnig teuren Totalzusammenbruch der Stromversorgung. Wie jede Wahl erneut beweist, in der Systemverbrecherparteien gewählt werden, wie jede der kommenden Wahlen beweisen wird, auch wenn da das Völkermordverbrechen an den europäischen Völkern durch Südlandinvasoren im Vordergrund steht, es sind die gleichen Täterparteien.

Also dann, wo früher die Stadtwerke die schwindsüchtigen Haushalte der linken Stadtkämmerer füllten, damit diese die A-Sozialindustrie weiter mästen konnten, sind heute die Stadtwerke ein weiterer Kostenfakten. Scherzfrage, wer das wohl bezahlen wird dürfen?

 

#5: Thomas Jelinek sagt:

am Dienstag, 23.02.2016, 16:51

@ Hans Meier #3
"Diese Stadtwerke dürfen betriebswirtschaftlich nur nach dem „Kosten-Deckungs-Prinzip“ wirtschaften, um einen konkreten „Bedarf“ zu decken und Rücklagen bilden.
Eine gewinnorientierte, privatwirtschaftliche Tätigkeit ist den Stadtwerken kommunalrechtlich nicht erlaubt."
Dies dürfte so nicht ganz richtig sein. Das "Verbot" der Gewinnerzielung betrifft m. W. nur die Sparte der Abwasserentsorgung. Alle anderen Bereiche wie Wasserversorgung, Strom, Gas, Fernwärme sind davon ausgenommen. Sie sollen sogar Gewinne abwerfen, schließlich rechnen die Kämmerer ihrer Gesellschafter fest mit Einnahmen für den kommunalen Haushalt. Wenn diese Einnahmequelle nun wegfällt, sieht's noch düsterer für die Städte und Gemeinden aus.

 

#6: T.Heinzow sagt:

am Dienstag, 23.02.2016, 17:59

@ #2 F. Endres

"(nach meiner privaten Meinung)"

Meinung ist gemäß Art. 5 GG immer privat.

Der lautet:

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung."

Die einzigen "Beamten", die nicht davon betroffen sind, sind die der Kirchen. Da gilt die alte Weimarer Verfassung.

 

#7: Helmut Kuntz sagt:

am Dienstag, 23.02.2016, 18:50

Zumindest die Vorstände trifft das ja nicht.
Der N-Ergie Vorstand z.B. ist gleichzeitig auch Geschäftsführer der Firma N-ERGIE Regenerativ Gmbh, welche Solar-, Wind und Akkuspeicheranlagen verkauft. Er profitiert also immer vom EEG. Dazu ist er dabei, die N-Ergie als Sponsor dieser Zusatzfirma auszubauen, indem er eigene Über-Einspeisetarife festlegt, um die EEG-Müller nach Auslaufen der EEG-Bindung „weich“ aufzufangen. Dadurch muss der Stromkunde denen sogar noch das Einnahmerisiko nach Auslaufen der Förderung bezahlen.
Allerdings geschieht dies unter Duldung der Stadt Nürnberg. Denn deren Bürgermeister sitzt im Aufsichtsrat. Und die Regenerativ GmbH ist deren 100% Tochter.

 

#8: Markus Estermeier sagt:

am Dienstag, 23.02.2016, 18:59

#3 Herr Meier

Ich wage mal einen kleinen Ausblick in die nahe Zukunft.
Der in TTIP und CETA integrierte Investitionsschutz wird die gesammte Infrastruktur der Stadtwerke und auch der anderen konventionellen Kraftwerke retten. Allerdings werden die dann nicht mehr Eigentum der Kommunen und Kleinaktionäre sein. Grossinvestoren werden die "Pleiteunternehmen" billigst aufkaufen und so lange durch den "Kapazitätsmarkt" mit geringer Rendite am Leben erhalten, bis der EE-Markt mit seinen ganzen Bürgerinvestoren zusammen kracht.
Die gesammte Aktion dürfte weit weniger als 10 Jahre beanspruchen, sobald TTIP in der gewünschten Fassung unterschrieben ist.

 

#9: Werner Geiselhart sagt:

am Dienstag, 23.02.2016, 20:45

Die Misere der Stadtwerke zeigt die unsoziale Fratze der Energiewende.
Die Gewinne der Stadtwerke kamen bisher der Allgemeinheit und da vor allem den Schwächsten der Gesellschaft, z.B. über Förderungsmaßnahmen, zugute.
Durch die Zwangseinspeisung der "Öko"-Energie profitieren inzwischen nur noch ein paar Tausend Windbarone und Eigenheimbesitzer von den EEG-Zwangsgeldern.
Sehr gut zu sehen auch bei der EnBW, die zu großen Teilen dem Land und den oberschwäbischen Landkreisen gehört. Hunderte Millionen EURO werden den relativ strukturschwachen Kreisen entzogen, ihren konventionellen Strom muss die EnBW auf dem "Markt" verschleudern.
Vor allem die Grünen und die SPD, die sich angeblich um die Benachteiligten der Gesellschaft kümmern wollen, sind an Verlogenheit nicht mehr zu überbieten. Bei der CDU ist nur noch zu hoffen, dass die FDJ-geschulte Kanzlerin von den letzten Vernünftigen der Partei in Pension geschickt wird. Es reicht!

 

#10: Hans Meier sagt:

am Dienstag, 23.02.2016, 21:41

# 5 Herr Jelinek,

im Prinzip haben Sie Recht, wenn unter dem „Dach“ der Stadtwerke eine Querfinanzierung von defizitären städtischen Betriebsbereichen, wie z. B. Bäder, Bibliotheken, Theater und öffentlicher Nah-Verkehr, mit den partiellen Gewinnen anderer Sparten, wie etwa der Strom- und Gas-Versorgung in den Kommunen subventioniert werden.
Da die Stadtwerke aber als kommunale Versorger bisher samt den Strom-Konzernen, keine auf Gewinn-Maximierung ausgerichtete Privat-Unternehmen sind, erleiden sie nun dramatische Verluste, weil Finanz-Investoren mit dem EEG eine Privatisierung von Teilen der „Öko-Stromwirtschaft“ ermöglicht haben, die ihre Interessen bedient.
Die kommunalen Versorger werden vorsätzlich, im Interesse der Finanz-Investoren, zu Fall gebracht http://goo.gl/DJcrfR und genau dafür liefern Ministerien die Verordnungen, die sich Finanz-Investoren bestellen.
Die Stadtwerke dürfen doch nicht beliebig ihre Strom- oder Gas-Preise erhöhen, weil sie quasi ein Versorgungs-Monopol haben, sie sind rechtlich sehr eingeschränkt http://goo.gl/aid5bR

Die Finanz-Investoren dagegen, schieben z. B. den Bau von Windparks oder Solarparks und zig Gärgas-Anlagen an.
Laufen die Anlagen, steigen sie als vorfinanzierende Investoren mit deftigen Verkaufsaufschlägen wieder aus.
Die nun übernehmenden neuen privaten oder kommunalen Eigner haben nun ein unternehmerisches Problem, nämlich alle Betriebs-Risiken auf Dauer zu tragen und da erfolgt eine weitere Kapitalvernichtung, weil die Anlagen gar nicht wettbewerbsfähig sind, sondern auf hohe zwanzigjährige Vergütungen hoffen http://goo.gl/70JSMF
Man kann es drehen und wenden, es ist wie in der Geschichte vom Wettrennen zwischen Hase und Igel, die Finanz-Strategen wollen gewinnen, also müssen Andere verlieren.

 

#11: Dr. Peter Steinbock sagt:

am Dienstag, 23.02.2016, 22:45

Entschuldigung, aber ich will es deutlich ausdrücken: Bei den Nazis hieß es "Kauft nicht bei Juden". Und weg waren die Juden vom Geschäft. Wirtschaftlich nichts anderes ist heute die EEG-gesetzliche, unschuldig klingende "Vorrangeinspeisung" des nicht mal haushaltsgeeigneten Flatterstroms. Und weg sind die immer zuverlässig gewesenen herkömmlichen Erzeuger von ihren Erträgen. Damit das noch zügiger geht, werden die Flatterströme mit Hochpreisen gefördert, von üblichen Einspeiserpflichten wie Regelleistungsbereitstellung und Frequenzhaltung entbunden und erhalten außerdem 20-jährige Abnahme- und Ertragsgarantien, wobei alle Kosten und Risiken der kleine Stromkunde auf zwei Jahrzehnte hinaus berappt. Wenn das kein moderner Saustall ist, dann weiß ich nicht, wo es noch saumäßiger zugehn kann.

 

#12: Hans Meier sagt:

am Dienstag, 23.02.2016, 23:05

#8 Herr Estermeier,

ich bin da eher skeptischer, bei dem was sich so abspielt, bezüglich den politischen und den finanziellen Entwicklungen.
Es gibt eine sehr interessante Doku, die die TTIP-Realität, ab Minute 25 direkt veranschaulicht https://goo.gl/0pIjRz
Die Strategien derer die nicht nur Wahlkämpfe finanzieren, sondern anschließend Präsidenten als Partner haben, mit denen sie einträgliche Gesetze etablieren sind ja nicht unüblich, werden aber medial kaum transportiert https://goo.gl/gwPrlP
Es geht darum, das politische Personal so zu instrumentalisieren, das man sie als die Käuflichen, die „Puppen tanzen lassen kann“, um die abgelenkte Bevölkerung, abzukassieren http://goo.gl/9RlYYL
Das Beschämende ist eher, welche Wachteln in politischen Funktionen auf welchem Niveau von den Medien bejubelt und verklärt werden, damit sie selbst mit im Werbe-Geschäft bleiben.

 

#13: Dietmar Fürste sagt:

am Mittwoch, 24.02.2016, 08:02

# Markus Estermeier
Sie meinen sicher vor allem das TiSA-Abkommen, welches so gut wie jede Versorgungsleistung als Dienstleistung deklarieren und damit unbegrenzt handelbar machen soll.

Gleichgültig, ob es Gesundheitsleistungen sind, wo die Kommerzialisierung durch "Gesundheits"-Konzerne stetig steigende Profite der Investoren generieren muss und wo der Patient nur noch "Kunde" ist,
oder ob es die Grundversorgung mit Wasser und Energie betrifft, die dann von supranationalen Investoren wie der Blackstone Group L. P. übernommen wird,
Ihre Vorausschau ist leider sehr zutreffend.
Und der Wähler hat nichts aus den fatalen Folgen der Vorläufer dieser Entwicklung gelernt, die als PPP (public private partnership), oder als 'crossborder leasing' daher kamen, mit denen deutsche Schienen- und Versorgungsnetze für den schnellen Dollar von den Kommunen ans Ausland verhökert wurden!

 

#14: Frank Endres sagt:

am Mittwoch, 24.02.2016, 08:09

#6: Von der Gesetzeslage haben Sie recht. Es schadet in Grünland aber nicht, darauf hinzuweisen, denn die Verblödung ist schon zu weit vorangeschritten.

 

#15: R. Kuth sagt:

am Mittwoch, 24.02.2016, 09:27

Betrifft ja nicht nur Stadtwerke, auch die kommunalen Aktionäre von RWE dürfen sich über den Ausfall der Dividende freuen, der Stadt Essen fehlen dann aktuell 18 Mio. in der Stadtkasse. So ist das eben: Säge nicht an dem Ast auf dem Du sitzt!

 

#16: Hofmann,M sagt:

am Mittwoch, 24.02.2016, 10:33

@Thomas Jelinek #5
Stimme Ihnen hier zu. Die gesamte Gesellschaft gräbt sich somit ihr eigenes Grab. Mangel und Armut werden die Folgen dieser Politik sein. Nicht nur bei der "Energiewende-EEG Politik" sondern auch bei der "CO2 Verbotspolitik" wie auch bei der "Euro Politik" und jetzt auch noch diese selbstverschuldete "Illegale Einwanderungspolitik"....die Grün-Sozialistsiche Regierung hat unter der Führung von Merkel die deutsche Gesellschaft (Werte- Wohlstands- und Sozialgesellschaft) der Plünderung freigegeben.

 

#17: Hofmann,M sagt:

am Mittwoch, 24.02.2016, 10:51

@Markus Estermeier #8
Sie haben hier einen sehr wichtigen Gedankengang niedergeschrieben!
Ist die Infrastruktur (Strom, Verkehr, Wasser, Abwasser, Gas- Oelleitungen, Raffenerien) erst einmal ruiniert oder unter ausländischer Kontrolle, dann ist auch bald die übrige Wirtschaft/Volkswirtschaft eines Landes in Ruinen bzw. in Fremdbestimmender Hand.
Die Energiewende, der Euro, der Missbrauch von Recht und Ordnung (illegale Einwanderung), CO2 Verbot, Bevormundungsgesetze...all dies sind Vorzeichen einer Fremdbestimmung und der Verlust von Selbstbestimmung, Freiheit und Eigenverantwortung.
TTIP und diese Abkommen von angeblichen Freihandel dient nur einer Lobbygruppe die das Wohl einer Gesellschaft wie auch einer Volkswirtschaft wie Deutschland oder anderer Länder auf dieser Welt nicht im Sinn haben.

 

#18: M.Kaiser sagt:

am Mittwoch, 24.02.2016, 15:29

Die Begründung daß die Stadtwerke wegen der Energie(w)ende pleite gehen verwundert mich etwas.
Die meisten Stadtwerke -außer größeren Städte wie z.b. München - haben keine eigene Stromerzeugung sondern verteilen den eingekauften Strom nur an die Verbraucher.Der Verkaufspreis liegt unverändert hoch.Erhöhung diverser Abgaben werden einfach an den Abnehmer durchgereicht.Der Einkaufspreis über die Strombörse ist dagegen gesunken.d.h die Gewinnspanne der Stadtwerke hat sich erhöht,der Reibach ist gestiegen.Wie kann es da zur Pleite kommen.Vielleicht kann uns da jemand aufklären ?

 

#19: Matthias Eck sagt:

am Mittwoch, 24.02.2016, 17:23

#9 Herr Geiselhart,
für die CDU können Sie die Hoffnung fahren lassen. Waren gestern auf einer Wahlveranstaltung der CDU. Außer uns nur CDU-Mitglieder. Einstimmiger Tenoer derselben: "Wir brauchen die Energiewende!" Dass Stadtwerke wegen dieser pleitegehen, ist halt so. Wenn Nachts kein Wind weht, dazu sind dann die Kohlekraftwerke da. Unfähig Zusammenhänge zu erkennen, geschweige denn selber welche zusammenbekommen.
Und die Frau Merkel macht ja alles richtig, nur Europa zieht nicht mit und die Medien bringen es falsch rüber. Ansonsten noch ein paar Stammtischparolen (abschieben, unsere Werte verteidigen...), das wars. Da ist nicht mehr zu helfen. Es muss wohl der "Blackout" kommen!

 

#20: Hofmann,M sagt:

am Donnerstag, 25.02.2016, 09:48

@ M.Kaiser #18
Informieren Sie sich erst einmal. Dazu kann das Internet sehr hilfreich sein. Auch können Sie mal in die Bilanzen verschiedener Stadtwerke schauen.

 

#21: Markus Estermeier sagt:

am Donnerstag, 25.02.2016, 14:41

#18 M.Kaiser

Wie glauben Sie sind die großen Energiekonzerne wie RWE, EnBW, E.ON und andre etwas kleinere entstanden? Waren es nicht Zusammenschlüße städtischer und landeseigener Großkraftwerke, sowie auch kleinerer Privatkraftwerke?
Die teilweise Privatisierung begann ja erst als die öffentlichen Eigentümer Aktien zur Sanierung ihres Haushaltes verkauften.
Bestes Beispiel ist der Verkauf von HEW (Hamburg), BEWAG (Berlin) und VEW (gesamt DDR) an Vattenfall.

 

#22: M.Sixt sagt:

am Samstag, 27.02.2016, 18:29

Zu #11:

*Bei den Nazis hieß es "Kauft nicht bei Juden". Und weg waren die Juden vom Geschäft. Wirtschaftlich nichts anderes ist heute die EEG-gesetzliche, unschuldig klingende "Vorrangeinspeisung" des nicht mal haushaltsgeeigneten Flatterstroms.*

Junge, Junge, lieber Doc - wie kann man als Mann der Wissenschaft einen derartigen Blödsinn schreiben?

Das Gegenboyköttchen vom 1. April war ein unverbindlicher Aufruf, dem erwartungsgemäß kaum jemand folgte, im Gegenteil...danach waren unsere mosaischen Brüder und Schwestern noch besser im Geschäft - was hingegen ist das EEG..?..richtig, ein verbindliches Gesetz.

Das unverbindliche Gegenboyköttchen vom 1. April dauerte einen Tag - wie sieht's dagegen mit dem EEG aus?...eben.

Im Gedenken an Oma und Opa, die großartige Menschen waren, erscheint es zwingend notwendig, der durch Ihren miserabel recherchierten Vergleich implizierten Hetze gegen die damalige Bevölkerung entschlossen zu begegnen - das verstehen Sie sicher, ist ja nichts Persönliches...


Liebe Grüße

 

#23: Alina Alanka sagt:

am Montag, 29.02.2016, 10:56

@ M.Kaiser #18
Hallo Herr Kaiser. Schauen Sie mal bei RWE Deutschland unter 'Beteiligungen" rein. Dort sind allein 28 Unternehmen, welche den Begriff 'Stadtwerke' im Namen führen, aufgelistet.
http://goo.gl/rq3fL7
EnBw hat ebenfalls Stadtwerkebeteiligungen, z.B. Düsseldorf.
https://goo.gl/uk0Qbl

 

#24: Jørgen Sørensen sagt:

am Montag, 29.02.2016, 12:09

Dabei unterliegen fernwärmeerzeugende Stadtwerke einem erheblichen politischen Schutz und werden durch massiven Lobbyismus seitens der Fernwärmeindustrie (AGFW) gestützt.
FW-Preisentwicklung am Beispiel meines Wohnorts
Seit 2003 wurden die Arbeitspreise in der Fernwärme um 46% und die Grundgebühren um 385% angehoben. Bezogen auf meinen Jahresverbrauch folgt daraus eine Kostensteigerung von 211%. Mein heutiger Energiepreis beträgt ca. 141€/MWh und liegt damit im Vergleich zu einer Öl- oder Gasversorgung mindestens doppelt so hoch. Aus meiner Sicht müssen Fernwärmepreise immer mit anderen Kosten für Wärme verglichen werden. Öffentliche Preisvergleiche und Untersuchungen des Bundeskartellamtes vergleichen oft nur Fernwärmepreise miteinander, wodurch die extremen Kostenunterschiede zu allgemeinen Heizkosten nicht sichtbar werden.
Die Beschaffungskosten der eingesetzten Brennstoffe sind im Vergleich zu 2003 praktisch unverändert, trotzdem wurden die Fernwärmepreise gegen den allgemeinen Marktrend fallender Wärmekosten auch in diesem Jahr erneut angehoben.
Dabei ist Fernwärme wie keine andere Energieform von staatlichen Abgaben völlig befreit (Ausnahme MwSt.) und wird zusätzlich durch Verbraucherabgaben (KWK-Abgabe) gefördert. Trotz dieser günstigen Voraussetzungen sind die Wärmepreise insbesondere im Vergleich zu den technisch möglichen Alternativen die höchsten am Markt und steigen gegen den Trend fallender Preise für Wärme immer weiter an.
Energiepolitische Weichenstellungen durch Betrachtungsfehler:
Die energiepolitischen Weichenstellungen führen dabei zwangsläufig zu immer stärker und schneller steigenden Wärmepreisen.
In der „Vor-Energiewendezeit“ bewirkte die Kraftwärmekopplung (KWK) eine Minderung der Stromerzeugung aus energetisch ineffizienten Kraftwerken. Die durch KWK-Strom geminderten Primärenergieverbräuche wurden der Fernwärme „gutgeschrieben“, wodurch der resultierende Primärenergieverbrauch hierfür sehr günstige Werte, bis hin „null“ und sogar negative Werte, erreichen konnte. Ebenso verhält es sich mit den Umweltschäden, durch „Gutschrift“ der vermiedenen Umweltbelastungen kann Fernwärme sogar die Umweltbelastung rückläufig erscheinen lassen bzw. Energieeinsparung führt in der Rechnung sogar zu einem Primärenergieanstieg und steigender Umweltbelastung. Diese Rechenkunststücke muss man verstehen, um zu verstehen, warum Politiker in der Vergangenheit und auch heute noch vehement den Ausbau von Fernwärme fordern. Wobei man unterstellen kann, dass die verantwortlichen Politiker die Rechnung nie verstanden haben und daher auch nicht erkennen können, dass jetzt in der Energiewende die Voraussetzungen für die rechnerische Primärenergieeinsparung nicht mehr vorliegen.
Analog zur Primärenergiegutschrift wurden Fernwärmepreise in der „Vor-Energiewendezeit“ ebenfalls auf der Grundlage einer monetären Stromgutschrift aus konventionellen Kraftwerken kalkuliert. Diese Methodik funktioniert unter dem starken Einfluss der Energiewende mit regenerativ erzeugter Energie nicht mehr, die Strompreise folgen volatil dem Markgeschehen und verlieren dadurch ihre dämpfende Wirkung auf die Wärmepreise. Was die fernwärmeerzeugenden Stadtwerke in große finanzielle Schwierigkeiten bringt und sie zwingt sich bei den Fernwärmekunden zu bedienen, die oftmals über Anschluss- und Benutzungszwang einem absoluten Monopol unterliegen.
Für die oben erwähnte „Gutschrift“ für die Primärenergie wurde ursprünglich der Primärenergiefaktor 3,0 verwendet, d.h. für jede kWh Strom aus Fernwärme konnte der jeweiligen KWK-Wärmemenge 3 kWh Primärenergie gutgeschrieben werden. Zur Verdeutlichung ein Beispiel:
Ein Heizkraftwerk liefert 48 MWh Wärme und 25 MWh Strom und benötigt hierfür 100MWh Primärenergie in Form von Kohle (ca. 12t). Für die Erzeugung von 25 MWh Strom in einem konventionellen Kraftwerk beträgt mit dem o.g. Primärenergiefaktor die Primärenergiemenge 75MWH Kohle (ca. 9t), die durch den Fernwärmestrom verdrängt wird. Dieser Energiebedarf wird dem Heizkraftwerk gutgeschrieben, sodass fiktiv nur noch 100-75=25MWh Kohle (3t) für die Wärmeerzeugung notwendig ist. D.h. für die Erzeugung von 48MWh Wärme werden nur 25MWh Kohle benötigt. Entsprechend einer Energieausnutzung von fast 200%! Bei ganz besonders effizienten Heizkraftwerken ergibt die Rechnung sogar negative Werte, was im Prinzip bedeuten würde, dass Primärenergie entstehen würde. Man erkennt daran, dass die Berechnungen der Fernwärmewirtschaft offensichtlich falsch sind.
Nun ist der Primärenergiefaktor für den Strommix aufgrund stetig steigender Effizienz der Wärmkraftwerke auf 1,8 gesungen, trotzdem ist es der Fernwärmewirtschaft gelungen einen politischen Primärenergiefaktor von 2,8 festzuschreiben. Nimmt man hier das Beispiel von Heizkraftwerken in Windreichen Gebieten, wie z.B. Schleswig Holstein, ist festzustellen, dass durch die Gleichzeitigkeit von Stromerzeugung aus FW und erneuerbarer Energie aufgrund bestehender Netzengpässe nicht konventionelle sondern regenerative Stromerzeugung verdrängt wird. Nun muss die obige Betrachtung eigentlich lauten: für 48MWh Wärmelieferung werden 100MWh Kohle benötigt. Das ist für eine Wärmeversorgung ein extrem hoher Wert, die Energieausnutzung beträgt hier nur 48%. Denn der Strom von 25MWh verdrängt an einem wind/sonnenreichen Tag regenerativ erzeugten Strom und bringt keinen Nutzen, im Gegenteil dieser Strom wird von den Stromkunden sogar an die Betreiber regenerativer Anlagen vergütet.
Es wäre also logisch höchstens den Verdrängungswert von 1,8 für den existierenden Strommix bei der Fernwärme anzusetzen. Für unser Musterkraftwerk ergeben sich dann folgende Verhältnisse: Für die 48MWh Wärme und 25MWh Strom mit 100MWHh Kohlebedarf erfolgt eine Gutschrift von 25*1,8= 45MWh, daraus resultiert ein Primärenergiebedarf für die gelieferte Wärme von 100-45=55MWH. Dies entspricht einer landläufigen Energieausnutzung von 82% und wäre damit sehr viel schlechter als moderne Öl, Gas und Wärmepumpenheizungen. Eine so schlechte Energieausnutzung kann die extremen Kosten für den Fernwärmeausbau nicht rechtfertigen.
Mit dem Primärenergiefaktor 2,8 wurde für die Fernwärme die energie- und umwelttechnische Entwicklung durch die „Energiewende“ außer Kraft gesetzt. Um das Ganze noch zu pervertieren, wird bei den Effizienzberechnungen der Fernwärme, für den zum Betrieb der Fernwärmenetze notwendigen Strom natürlich der wesentlich vorteilhaftere Primärenergiefaktor von 1,8 verwendet.
Fehlentwicklung Power to Heat (PtH):
Zur Vermeidung von Abschaltung von regenerativer Energie hat sich die Fernwärmewirtschaft PtH ausgedacht. An wind/sonnenreichen Tagen verwendet man Strom zur Wärmeerzeugung. In der Regel kann dabei aber nicht vollständig auf den Betrieb des jeweiligen Fernheizwerkes verzichtet werden, es wird nur etwas zurück gefahren. Die Energiebilanz der Fernwärmewirtschaft sieht jetzt so aus, dass ein Teil der Wärme ohne Primärenergieeinsatz regenerativ erzeugt wird und ein verbleibender Teil in Kraftwärmekopplung (KWK), bei dem die Stromerzeugung fiktiv ein irgendwo in Europa liegendes Kondensationskraftwerk verdrängt, sodass für den bezogenen Strom der Primärenergiefaktor 0 und für den gelieferten 2,8 angenommen wird. Damit rechnet man sich die Welt schön, denn physikalisch verhält es sich so, dass die KWK-Stromerzeugung einfach in Wärmeenergie umgewandelt wird. Damit ist PtH in diesen Betriebsfällen völliger Unsinn und schadet der Umwelt. Für die wenigen Fälle, wo die Technik vollständig zum Einsatz kommt, ist sie wirtschaftlich nicht darstellbar. PtH dürfte nur zum Einsatz kommen, wenn sichergestellt wäre, dass niemals zeitgleich das vorhandene Heizkraftwerk in Betrieb ist.
Sinnvoll wäre, wenn PtH direkt beim Verbraucher energie- und kosteneffizient umgesetzt werden würde. Diese Möglichkeit wird von den FVU systematisch verhindert.
Preisvergleiche in der Fernwärme sind unmöglich, die Vielfältigkeit der Manipulationen ist grenzenlos.
Die Preiskontrolle der Stadtwerke mir Fernwärme durch das Bundeskartellamt funktioniert nicht.
Das Problem besteht darin, dass Fernwärmepreise nur modellhaft verglichen werden können, ähnlich wie die Abgaswerte bei Pkw. Man fragt beispielsweise an, wie hoch der Preis je MWh für ein Gebäude mit 100kW Anschlussleistung bei einem Jahresverbrauch von 200MWh ist. Die Frage würde seitens meines FVU mit rd. 82€/MWh beantwortet werden. Ein Wert, der bei anderen FVU mit einer gewissen Bandbreite ähnlich liegen dürfte. Eine solche Anfrage des Kartellamtes basiert auf zu erwartende energiewirtschaftliche Verhältnisse und berücksichtigt nicht vertragliche Einflussfaktoren, die die o.g. Konstellation (100kW/200MWh) gar nicht ergeben. Das in Frage stehende Gebäude würde bei uns aus vertraglichen Gründen die fernwärmetechnischen Werte 200kW/200MWh besitzen, wofür ein Energiepreis von 100€/MWh zu entrichten wäre. D.h. das Kartellamt erkennt durch das Anfragemodell die tatsächlich um 22% höheren Fernwärmekosten nicht. Offensichtlich gibt es kein politisches Interesse solche Preisverwerfungen aufzudecken, weil das fernwärmeerzeugende Stadtwerke sofort in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen würde.
Die vertragliche Einflussnahme erfolgt über die sog. Technischen Anschlussbedingungen (TAB), über die die FVU praktisch an jeder staatlichen Kontrolle vorbei die Dinge zu ihrem wirtschaftlichen Vorteil festlegen, die keine Grundlage in technischen Notwendigkeiten haben.
Stadtwerke erreichen mit Fernwärme ökonomische Vorteile und energie- und umwelttechnische Vorteile, die fern jeder Realität liegen.

 
 
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