Feinde der Mensch­heit

Afrikas Kinder. Bild: Lothar Henke / pixelio.de

Steven Lyazi
Mücken sowie rücksichtslose Umweltaktivisten verewigen Armut, Krankheit und Tod.
Nachdem ich mich im Juli vorigen Jahres erneut mit Malaria angesteckt hatte, lag ich fast einen Monat in einem Krankenhaus in Kampala. Meine Behandlung zu bezahlen erwies sich als extrem schwierig, wie für die meisten Familien in Uganda und Afrika. Ich hatte Glück und konnte das Geld zusammenkratzen. Viele Familien können sich aber eine angemessene Behandlung nicht leisten.


Von wo und wie können sie das Geld hernehmen, um immer wieder ins Krankenhaus zu gehen, jedes Mal wenn ein Familienmitglied an Malaria erkrankt, wenn sie auch Nahrung, Kleidung und so viele andere Dinge brauchen – oder wenn Malaria sie so hinfällig macht, dass sie Wochen oder sogar Monate lang nicht arbeiten können? Viele Eltern können tatsächlich nichts anderes tun als zuzusehen, wie ihre geliebten Kinder in Agonie sterben und ihnen dann ein einfaches Begräbnis geben.

Viel zu viele Menschen sterben jedes Jahr an Malaria in Afrika, die große Mehrheit davon Frauen und Kinder. Viel zu viele sterben an Lungen- und Herzkrankheiten, weil wir keinen Strom, Erdgas, sauberes Wasser oder moderne Wohnungen und Krankenhäuser haben.

Malaria schwächt außerdem viele Menschen so sehr, dass sie an anderen Krankheiten sterben, von denen man in Europa und den USA fast nie etwas hört, wie etwa chronische Dysenterie (Ruhr). Es raubt den Menschen über Jahre ihre Stärke und hinterlässt sie mit ernsten Leber- und Nierenerkrankungen. Zerebrale [= das Gehirn betreffende] Malaria verursacht lebenslang Probleme beim Lernen und bzgl. des Gedächtnisses.

Alle diese Krankheiten bilden enorme Hindernisse für das ökonomische Wachstum Afrikas. Sie verschlingen unsere Budgets der Gesundheitsvorsorge und vertiefen unsere Armut. Die Kontrolle von Malaria und deren Behandlung kommen Afrika mit über 12 Milliarden Dollar pro Jahr zu stehen. Uganda allein gibt 11 Millionen Dollar pro Jahr für den Kampf gegen diese Krankheit aus. Die Krankheit beraubt die afrikanische Wirtschaft jedes Jahr um geschätzt 100 Milliarden Dollar.

Auch Indien und andere Länder leiden schwer unter Malaria. Die WHO sagt, dass Indiens Wirtschaft dadurch bis zu 2 Milliarden Dollar pro Jahr verloren gehen. Milliarden Gehälter gehen verloren, weil die Menschen sterben oder nicht zur Arbeit gehen können, oder die Produktivität der Menschen ist wegen Müdigkeit nur gering, und sie müssen sehr viel ausgeben für Bett-Netze, Insektizide, Käfer-Abwehrmittel, Arzneien, Behandlungen und Krankenhaus-Aufenthalte.

Extrem schlechte Straßen bedeuten, dass selbst wenn Medikamente nach Afrika geliefert werden, diese nur sehr wenige Menschen auch erreichen. Viele stehen in Geschäften herum, bis ihr Verfallsdatum überschritten ist, wonach sie auf dem Schwarzen Markt verkauft werden. Die Menschen kaufen sie – und sterben. In anderen Fällen nehmen sie Arzneien, bis sie sich besser fühlen und verkaufen dann den Rest. Dann kehrt eine noch tödlichere Malaria mit resistenteren Erregern nach Afrika zurück und macht alles noch viel schlimmer.

Und trotzdem geben grüne Campaigners auf der ganzen Welt Geld aus in dem Versuch, die Afrikaner am Verbrauch fossiler Treibstoffe zu hindern, und sie versuchen, uns kleine Solaröfen anzudrehen. Aber diese herzige Großzügigkeit tut nichts, aber auch gar nichts gegen die schrecklichen Realitäten, an denen die Menschen heute zugrunde gehen – Tag für Tag, Jahr für Jahr. Die Grünen machen sich ständig Sorgen, weil die Afrikaner Insektiziden ausgesetzt sind. Wir hingegen machen uns Sorgen, weil wir an Malaria sterben.

Wir brauchen keine Feinde der Menschheit. Was wir brauchen ist finanzielle und politische Unterstützung, um gegen Malaria, Lungenkrankheiten und Darm-Parasiten zu kämpfen. Wir brauchen sauberes Wasser und bezahlbaren, zuverlässigen Strom in unseren Dörfern und Städten. Wir brauchen moderne Krankenhäuser.

Wir brauchen Umweltaktivisten, die erkennen, wie unendlich wichtig fossile Treibstoffe und Wasserkraftwerke sind für einen vernünftigen, gesunden Lebensstandard, für Licht, Computer, das Internet, saubere Krankenhäuser, sauberes Wasser und alles Übrige, über das moderne Länder verfügen.

Wir brauchen das alles zuallererst zum Kampf gegen Malaria – was bedeutet, dass wir mehr als nur Insektennetze um unsere Betten brauchen. Wir brauchen Campaigner, die erkennen, dass wir die gleichen Rechte auf moderne Lebensstandards und moderne Technologien haben wie die Menschen in reichen, industrialisierten Ländern.

Malaria-Erreger mutieren fortwährend, was verfügbare Behandlungen weniger effektiv macht, und viele Arzneien sind Fake, so verpackt, dass sie aussehen wie das echte Original. Die Menschen geben dafür Geld aus, aber sie helfen in keiner Weise, und die Menschen sterben.

Die WHO sagt, dass über 3 Milliarden Menschen auf der ganzen Welt immer noch das Risiko der Infektion mit Malaria haben. Im Jahre 2015 gab es 212 Millionen Fälle von Malaria, und 438.000 Menschen sind daran gestorben, die große Mehrheit davon in Afrika.

Viele dieser Krankheiten und Todesfälle könnten verhindert werden, falls jetzt sofort nur ein paar einfache Schritte unternommen werden würden, vor allem, indem man es Ländern gestattet und diese ermutigt, präventive Maßnahmen zu ergreifen, die funktionieren, wie DDT.

Viel zu viele Menschen haben nur sehr unregelmäßig Zugang zu medizinischer Versorgung. Andere haben niemals gelernt, wie man sich angemessen um sich selbst und um seine Kinder kümmern kann. Aber das fundamentalste Problem sind die Malaria tragenden Mücken, welche die Quelle unserer größten Geißel sind. Dabei gibt es eine lebensrettende und sofort verfügbare Lösung – DDT und andere Pestizide, welche die Mücken töten und sie von unseren Häusern fernhalten.

Meiner Ansicht nach gibt es einfach keinen Ersatz für DDT. Es ist das billigste, am längsten wirkende und effektivste Abwehrmittel gegen Mücken, das es heute gibt. Sprüht man es in geringer Menge auf die Hauswände, ein- oder zweimal pro Jahr, wehrt DDT Mücken aus dem gesamten Haus ab, tötet alle, die sich auf Hauswänden niederlassen, und verwirrt oder irritiert alle, die nicht sofort sterben oder abgewehrt werden, so dass deren Verlangen verloren geht, jemanden zu stechen.

Andere Pestizide, welche uns einige Aktivisten zu verwenden gestatten, sind längst nicht so geeignet, oder sie sind bis zu sechs mal teurer als DDT, oder sie müssen viel öfter versprüht werden. Jeder Dollar, der auf diese Weise verschwindet, ist verloren für die Versorgung mit Trinkwasser, Strom und lebensnotwendige Bedürfnisse.

DDT in Innenräumen zu versprühen ist verboten, weil es vermeintlich gefährlich für die Umwelt ist und in unserem Blut oder landwirtschaftlichen Produkten abgelagert werden könnte. Wir gebrauchen es sorgfältig, es ist weniger gefährlich als andere Pestizide, und selbst wenn man es entdeckt, heißt das noch lange nicht, dass es zu einem Risiko für jedermann wird. Niemand ist jemals daran gestorben, und es kann helfen, Malaria und andere Krankheiten zu verhindern, welche unser Leben ruinieren und uns töten.

Wo DDT in der entwickelten Welt angewendet wird, gehen die Fälle mit Malaria und Todesfälle oftmals um über 80% zurück. Wo es nicht angewendet wird, sterben die Menschen. Falls wir Malaria und andere, durch Insekten übertragene Krankheiten verhindern können, gäbe es nicht so viele kranke Menschen, die nicht zur Arbeit gehen können. Familien müssten ihre Ersparnisse nicht für Behandlungen ausgeben. Ärzte und Krankenschwestern wären nicht so überlastet und hätten Zeit und Ressourcen, um gegen andere Gesundheitsprobleme vorzugehen. So einfach ist das.

Aber zu viele Politiker und Aktivisten haben es unmöglich gemacht, diese Krankheit mittels Abtöten und Abwehren der Mücken zu verhindern. Sie sind fortwährend gegen die Anwendung von DDT und beharren darauf, dass Entwicklungsländer mit Insekten-Netzen, Larven fressenden Fischen und anderen Strategien aufwarten müssen, welche einfach ungeeignet sind.

Malaria ist in westlichen Ländern kein Killer mehr – weil sie DDT verwendeten, um diese Krankheit schon vor Jahrzehnten auszurotten. Das dürfte einer der Hauptgründe dafür sein, dass viele im Wohlstand lebende Westler Umweltprobleme ganz oben auf die Prioritätenliste setzen und den Afrikanern und anderen Drittweltländern diktieren, keine Pestizide anzuwenden wegen vermeintlicher Gesundheitsrisiken und Umweltschäden.

Malaria hat auch nichts mit globaler Erwärmung zu tun. Sie wütete Jahrhunderte lang in Nordeuropa und sogar in Sibirien. Dort lebt immer noch die gleiche Mücken-Spezies. Nur tragen sie eben keine Malaria-Erreger mehr und können folglich auch nicht die Menschen infizieren. Das wollen wir auch in Afrika so haben.

Amerikaner würden niemals akzeptieren, wenn man ihnen sagt, dass sie ihre Kinder nicht schützen dürfen – oder dass sie sich auf Insektennetze stützen oder weitere endlose Jahre warten auf die Behandlung mit neuen Medikamenten oder Zauber-Mücken, die keine Malaria übertragen können. Aber den Afrikanern wird immer wieder aufs neue eingetrichtert, dass wir uns mit genau diesen begrenzten Mitteln zufrieden geben sollen, während Eltern und Kinder krank werden und sterben. Das ist unmenschlich und imperialistisch.

Falls wohlhabende Nationen wirklich den Entwicklungsländern helfen wollen, sollten sie den Bau fossil betriebener Kraftwerke unterstützen, um zuverlässigen und bezahlbaren Strom zu erzeugen. Sie sollten DDT unterstützen als wichtigen Bestandteil zum Ausrotten dieses Serienkillers, damit Afrikaner arbeiten können, weniger für Malaria ausgeben müssen, mehr Geld zur Verfügung haben für andere gesundheits- und Familienbedürfnisse und sich so zu entwickeln, wie es bei den reichen Ländern der Fall ist.

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Steven Lyazi ist Student und Arbeiter in Kampala, Uganda. Er fungierte als Sonderassistent für den Direktor des Kongresses für Rassengleichheit in Uganda Cyril Boynes, bis Boynes im Januar 2015 starb. Er plant, das College zu absolvieren und seinem Land sowie ganz Afrika dabei zu helfen, die Energie und andere moderne Technologien zu bekommen, die sie brauchen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2017/07/27/enemies-of-humanity/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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Ein Kommentar

  1. Wenn es bei uns so weiter geht mit dem Rückbau der Kulturlandschaft mittels Wiedervernässung von ehemals entwässerten Gebieten, mittels Verminderung des Hochwasserschutzes durch die Wiederherstellung von Überflutungen, mittels Verbot jeglicher Bewirtschaftung zur Wiederherstellung von Wildnis, dann werden wir demnächst die gleichen gesundheitlichen Probleme wieder haben, wie in früheren Jahrhunderten oder heute in Afrika. Im Faust, Teil II von J.W. Goethe heißt es gegen Ende:
    „Ein Sumpf zieht am Gebirge hin, !
    Verpestet alles schon Errungene;
    Den faulen Pfuhl auch abzuziehn,
    Das letzte war das Hochsterrungene. “
    Wie weit sind wir heute davon entfernt.

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