Weil wir erneuerbare Energie besser nutzten, ist zum Ende des Jahrhunderts Energie im Überfluss vorhanden

In einem großen Artikel der Nürnberger Nachrichten präsentierte eine Redakteurin – immerhin Ressortleiterin und Ausbildungsredakteurin – den Lesern, wie die wirkliche Zukunft aussieht. Dazu durfte ihr ein wahrer Visionär erzählen, warum die Zukunft die schönste werden wird, die wir je hatten: Zukunftsforscher Michael Carl wirft einen kühnen Blick voraus. Er skizziert für uns in einigen Bereichen seine Visionen vom Alltag in zwanzig oder dreißig Jahren.

Die vorgestellten Visionen betreffen auch Bereiche, welche auf EIKE besprochen werden, deshalb davon ein kleiner Auszug
Zukunftsforscher M. Carl:
Energie:
Was die Antriebsenergie betrifft, ist die Zeit des Verbrennungsmotors im Wesentlichen vorbei. Es gibt eine flächendeckende E-Mobilität. Ist der Akku leer, wechseln wir einfach das Fahrzeug. Das ist kein Problem, denn es kauft niemand mehr ein Auto, sondern nimmt eines, das gerade zu dem passt, wofür er es braucht. Weil wir erneuerbare Energien besser nutzen, ist zum Ende des Jahrhunderts Energie im Überfluss vorhanden.
Mobilität: Menschen man Steuer sind ein Auslaufmodell. Im Laufe des nächsten Jahrzehnts fragen wir uns, wie wir sie überhaupt ans Lenkrad lassen konnten. Das gilt für alle Verkehrsmittel; für Autos, Busse, Bahnen … Maschinen werden Fahrzeuge aller Art fahren. Wir gewinnen so Zeit, die wir anders nutzen. Ein Hotelzimmer beispielsweise könnte eine Dockingstation haben, an der unser Fahrzeug andockt. Während wir im Hotelbett schlafen, werden wir zu unserem Ziel gebracht. Weil so viele Anbieter autonome Fahrzeuge auf die Straße bringen, ist die Mobilität kostenlos.
… Elon Musk
(Tesla Chef) hat ein Transportsystem entwickelt, bei dem kapselähnliche Fahrzeuge durch eine Röhre geschossen werden. Die Firmen, die mit dieser Technologie Los Angeles und San Francisco verbinden wollen, sind sicher, dass sie nie ein Ticket dafür verkaufen werden. Die Menschen bezahlen für die Mobilität der Zukunft vielmehr mit ihren Daten und mit ihrer Aufmerksamkeit.
In Düsseldorf ist seit 3. November die Nahverkehrs-Nutzung kostenlos
[1], wenn Sie dafür 80 Sekunden Werbung auf Ihrem Handy anschauen.
Im nächsten Jahrzehnt stellt der Frisör Ihr Auto, damit er Ihnen während der Fahrt die Haare schneiden kann. … Keiner kauft sich dann mehr ein Auto, sondern findet für jedes Bedürfnis ein Fahrzeug zur kostenlosen Nutzung.

Warum diskutiert man im EIKE überhaupt noch die Kosten der Energiewende oder des ominösen Klimawandels? So schwer ist das doch nicht: Etwas Werbung ansehen, und schon erfüllen sich alle Wünsche. Hätten Adam und Eva schon ein Mobile mit Werbe-App gehabt und Gott einen vernünftigen Startup beschäftigt anstelle einer Schlange, säßen die beiden – und wir mit – immer noch im Paradies. Vielleicht wäre es etwas langweilig, immer nur Werbung zu gucken? – Aber was tut man nicht alles, um der schnöden Arbeit zu entkommen und trotzdem Energie im Überfluss zu haben. Zudem kommt man nach so viel Werbung auch nicht auf die Idee, noch unbedingt vom Baum der Erkenntnis naschen zu wollen.

Man muss eben Theologe sein und einen Karriereweg durch unsere Fernsehanstalten vorweisen können, um die wahren Zukunfts-Lösungen zu erkennen und vor allem auch glaubhaft (einer Redakteurin) zu vermitteln. Nur mit einer solchen Ausbildung und Karriere ist man genügend frei von den Problemen des schnöden Alltags und auch daraus resultierender, kommerzieller Zwänge. Wer selbst nur erlebt hat, wie GEZ-Zwangsgebühren wundersam jedes Bezahlproblem lösen, glaubt auch daran, dass werben Einnahmen ersetzt. Herr Justizminister Maas ist ja auch fest davon überzeugt, dass Steuern dem Bürger nicht weggenommen werden, sondern vom Staat erwirtschaftet sind.

Zugegeben, google belegt, dass so ein Geschäftsmodell äußerst erfolgreich sein kann. Dem stehen allerdings die vergangenen, sozialistischen Länder gegenüber, welche mit der Werbung für die Ideen der Herren Marx und Engels allesamt komplett gescheitert sind, obwohl damit ein sicheres Paradies versprochen war. Auch ist kein Versorger, Netzbetreiber, oder Verkehrsverbund bekannt, dem es gelungen wäre, seine Verluste durch Werbung auszugleichen.
Es ist eben ein Unterschied, ob man übers WEB automatisch und billigst weltweit milliardenfach präsent ist, oder wenigen Nutzern neben der App auch eine komplette Verkehrs-Infrastruktur mit Personal zur Verfügung stellen muss – was auch für alle anderen, vom Visionär angesprochene Anbieter gilt.

Nur bei den „Energieerntern“ klappt dieses Geschäftsmodell. Sie machen Werbung:
Franz Alt, Buch: „Die Sonne schickt uns keine Rechnung – Neue Energie – Neue Arbeit – Neue Mobilität„,
und die Energie kommt seitdem praktisch umsonst:
Franz Alt, 04. Juli 2015: Siegeszug für Sonne und Wind
Bis 2015 dürfte die Kilowattstunde Solarstrom in Deutschland noch etwa vier und im Süden etwa zwei Cent kosten – prognostiziert das Fraunhofer-Institut.
Die Wirklichkeit sieht aber auch dort eher wie bei der einst wissenschaftlich belegten Wahrheit von Mark und Engels aus: Ein Land, welches auf dieses Werbe-Bezahlsystem hereingefallen ist, hat die zweithöchsten Strompreise der EU – mit steigender Tendenz und nötigt seine Bürger, sich den Strom künftig gefälligst selbst zu erzeugen und zu speichern, sofern man auf bezahlbaren und verfügbaren Wert legt.

Somit werden einige der Visionen des zukunftsforschenden Theologen raue Wirklichkeit werden.
Im Blog zum Düsseldorfer Werbe-Bezahlsystem [1] lässt sich nachlesen, wie diese kostenlose Mobilität der Zukunft funktioniert:
Das System gilt nur für Kurzstrecke. Wer weiter als Kurzstrecke fahren will, steigt aus, sieht sich wieder Werbung an und fährt die nächsten drei Stationen. Dann steigt er wieder aus … Hat er Pech, steht er vor einem geleerten Kontingent und kann sehen, wie er nun vor oder zurückkommt. Und man kann auch absolut sicher sein, die Verluste des Düsseldorfer Nahverkehrs bezahlen nicht die werbenden Firmen.

Solch eine Vision steckt also voller Wahrheit – die bei Sehern und Propheten oft erst nach vielen Generationen Zukunft rückwirkend entschlüsselt werden kann. Denn wirkliche Seher drücken sich nicht immer ganz allgemeinverständlich aus, weshalb die griechische Pythia in Delphi damals auch wohlweislich noch ein Interpretationsteam beschäftigte.
In vielen Artikeln zum EEG wurde es auf EIKE bereits angesprochen: Strom kommt in der EEG-Zukunft nur noch kontingentiert und sofern nicht vorhanden, eben auch nicht.
Was der Theologe vielleicht gar nicht weiß, diese Vision hat schon heute einen Namen: Intelligente Netze, Smart-Grid und Energie-Verteil-und Not-Abschaltkonzept:
EIKE 02.11.2016: Verwundert, weil ihr Stadtteil dank EEG zeitweise keinen Strom bekommt?
So herum gedreht, verhält sich die EEG-Zukunftsenergie genau so, wie bei der als zukunftsweisend gepriesenen, kostenlosen Werbe-Fahrkarte. Und die Vision der „Energie im Überfluss“ ist beim EEG teilweise sogar schon eingetroffen. Über Weihnachten gab es sie schon (wieder):
EIKE 31.12.2016: Die Zahltage des EEG beginnen ihren vorhergesagten Lauf
Leider war dieser Energieüberfluss nicht mit etwas Werbung ansehen bezahlt, sondern hat die Kunden 208 Millionen EUR gekostet, ohne den geringsten Nutzen zu bringen, was wieder zeigt, dass auch modernste Visionen versteckte Mängel haben können.
Wenn man schon bei Mängeln der Zukunft ist. Elon Musk ist wirklich ein herausragendes Beispiel, wie man mit Werbung Geld macht und es andere bezahlen lässt. Eine Zukunft, deren flächendeckende Umsetzung jedes Land in den Abgrund treibt, unsere Politiker aber bereits konsequent umzusetzen beginnen.

Wie man sieht, nimmt die Wirklichkeit schon verblüffend viel von dieser gepriesenen Zukunft mit ihren Visionen vorweg. Die Redakteurin müsste also nur auf EIKE vorbeisehen, und könnte regelmäßig und kostenlos Neuestes darüber erfahren. Allerdings wird es dort in dürreren Worten und fundierter beschrieben.

Zusatzinformation

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Blogeintrag dazu: Wollte am Sonntag den 11.12.16 die App nutzen. Leider kam eine Meldung: Ihr habt gute Arbeit geleistet. Leider sind alle Tickets gebucht.

[2] Michael Carl: Nach dem Studium der Evangelischen Theologie in Hamburg, Edinburgh und Frankfurt am Main volontierte er in Frankfurt und war anschließend für verschiedene Radiosender als Reporter, Redakteur und Moderator tätig. Zu seinen Stationen zählten MDR Sputnik und MDR Jump in Halle (Saale) und radioeins vom rbb in Potsdam.
Derzeit Director Analysis & Studies 2b AHEAD Think Tank, Zukunftsforscher und Berater Strategieexperte und Organisationsentwickler Journalist, Blogger, Theologe