Dezember­rückblick: Christmonat neuerdings ohne Erwärmungs­geschenke

Foto: Stefan Kämpfe

Josef Kowatsch, Stefan Kämpfe
Letztes Jahr noch fühlten sich die Erwärmungsgläubigen bestätigt. Der 2015er Dezember überraschte mit angenehmen Temperaturen. Doch der Dezember 2016 brachte kalte Nächte mit viel morgendlichem Raureif.


Und der Dezember 2016 ordnete sich wieder ein in die lange Reihe durchschnittlicher Dezembermonate mit teilweise kalten Nächten, aber tagsüber auch angenehmen Temperaturen. Wie erwartet, fiel mitunter auch Schnee, der aber im Flachland nicht beständig war. Der Deutsche Wetterdienst gibt diesen Dezember mit 2,1 °C im Schnitt an.

Im Folgenden wollen wir untersuchen, wie sich dieser Dezember in eine längere Vergleichsreihe einordnet und wie der Monat sich über die letzten drei Jahrzehnte, seitdem es den Weltklimarat gibt, verhalten hat. In diesen drei Jahrzehnten ist der CO2-Gehalt der Atmosphäre bekanntlich stark gestiegen, sagt der Weltklimarat und das sagen wir auch. Und es wird von den Erwärmungsgläubigen behauptet, dass die Winter und damit auch der Dezember immer wärmer würden.

Zur Überprüfung dieser postfaktischen Aussagen der Erwärmungsgläubigen nehmen wir zunächst einen über hundertjährigen Zeitraum: Auf der y-Achse sind die Temperaturen, auf der x-Achse die Jahre aufgetragen. Die einzelnen Dezembertemperaturen sind der Schnitt aus den DWD-Messstationen über ganz Deutschland verteilt. Allerdings hatten wir zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein ganz anderes Deutschland als heute. Man lebte im wilhelminischen Kaiserreich Ein kurzer Blick in den Atlas genügt, die Stationen standen an ganz anderen Plätzen, vor allem mit viel weniger Einwohnern.

Abb. 1: In den letzten 107 Jahren ist der Monat Dezember laut Deutschem Wetterdienst kaum wärmer geworden, obwohl in diesem Zeitraum die CO2-Konzentrationen von 280 ppm auf 400 ppm gestiegen sind. Die Durchschnittstemperatur des Dezembers beträgt 1,1 C seit 1909

Der Monat Dezember zeigt einen ähnlichen Verlauf wie die anderen Monate. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurde es zunächst bis über die Jahrhundertmitte hinaus kälter, erst danach wurde der Monat wieder wärmer, und er erreichte 2015 mit 6,5 C seinen Höchststand. Natürlich ist zu beachten, dass wir vor über 100 Jahren ein ganz anderes Deutschland hatten, die Wetterstationen standen noch an ganz anderen Plätzen als heute. Unbeheizte Klöster, Forststationen am Waldrand, Köhlereien im Wald oder Fischteiche vor den Toren der Städte gibt es nicht mehr und die Städte selbst waren kleiner und weniger beheizt als heute. Der Energieverbrauch – eigentlich eine Energieumwandlung in Wärme – war ungleich geringer als heute. Aber für diese gesellschaftlichen Änderungen, die letztlich zu einer schwierigen Vergleichbarkeit geführt haben, ist der Deutsche Wetterdienst nicht verantwortlich. Der DWD sollte bei Presseveröffentlichungen nur stets erwähnen, dass die Temperaturwerte nur mit Vorsicht zu vergleichen sind, und dass es für eine Aussage, dass diese in Grafik 1 dargestellte unbedeutende Dezembererwärmung allein der anthropogenen CO2-Zunahme geschuldet sei, überhaupt keine Beweise gibt. Schließlich wisse man ja nicht wie der tatsächliche Kurvenverlauf wäre, hätte sich Deutschland seit 100 Jahren überhaupt nicht verändert und würden alle Messstationen noch am gleichen kalten Ort stehen.

Doch betrachten wir im folgenden kürzere Zeitabschnitte, in denen die menschengemachte Änderung der Natur und Umwelt Deutschlands, die Versiegelung der Erdoberfläche, die Bebauung und der wärmende Einfluss auf die DWD-Messstationen weniger zum Tragen kommt.

Abb.2: Keinesfalls hat die Erwärmung stärker zugenommen bei den letzten 43 Dezembermonaten seit 1974. Im Gegenteil der Trendlinienanstieg fällt moderat aus, was auch schon aus Grafik 1 ersichtlich ist. Lediglich der „warme Ausreißer“, der Dezember 2015 fällt auf.

Und diese Tendenz der Temperaturstagnation setzt sich fort, wenn wir schließlich einen noch geringeren Zeitraum betrachten: Die Dezembermonate seit 1985:

Abb.3: Die Temperaturen in den letzten 32 Dezembermonaten sind nahezu gleich geblieben. Die Trendlinie zeigt einen unbedeutenden nicht signifikanten Dezemberanstieg.

Die nach 1945 weggefallenen Wetterstationen aus dem Osten des Deutschen Reiches wurden nach 1945 durch ähnliche im Westen ersetzt. Eine davon ist Schneifelforsthaus an der belgischen Grenze. Die Station liegt in der Eifel an einer Kreuzung zweier großer Straßen, aber sonst mit geringer Umgebungsänderung während der letzten Jahrzehnte. Es ist also eine ländliche wärmeinselarme Station.

Abb.4: Die braun gezeichneten Deutschlandtemperaturen liegen etwas höher als die blauviolette Trendlinie der ländlichen Station Schneifelforsthaus. Die Temperaturunterschiede jedoch blieben in den letzten 32 Jahren fast gleich. Das zeigen die Trendlinien. Die DWD-Stationen haben einen nicht signifikanten Erwärmungstrend und Schneifelforsthaus blieb unverändert, so dass sich die beiden Enden der Trendlinien nur unmerklich öffnen.

In manch anderen Regionen der Nordhalbkugel verlief die Entwicklung ähnlich, so auch in Nordjapan:

Abb. 5: Kaum Dezember- Erwärmung seit 30 Jahren (klimatisch relevanter Zeitraum) in der ehemaligen Winterolympiastadt Sapporo.

Die Ergebnisse der beiden letzten Abbildungen entsprechen unseren früheren Veröffentlichungen und den Aussagen, dass die Entwicklung der Wärmeinselunterschiede im Winter kleiner ist als im Sommer. Siehe Grafiken 2 und 3 bei: http://www.eike-klima-energie.eu/2016/12/21/auch-in-den-usa-ist-der-waermeinseleffekt-wi-nachweisbar/

Der Winter fand im Dezember 2016 woanders statt

Eine riesige, nur selten unterbrochene Hochdruckzone über Mittel- und Südosteuropa sorgte in Deutschland für teils eisige Nächte, sonnig- milde Tage, fehlenden Schnee sowie einen neuen Monatsmittelrekord des Luftdrucks. Doch Kaltluft strömte dafür nach Kleinasien, in den westlichen Mittelmeerraum und teils nach Nordafrika. Im Folgenden 2 typische Wetterlagen und einige Fotos, welche belegen, dass dieser Dezember nicht überall so mild war, wie in Großbritannien, Norddeutschland und in Teilen Skandinaviens:

Abb. 6 bis 8: Ein Hoch über Südosteuropa lenkt Kaltluft nach Kleinasien (Quelle: DWD). Dezemberkälte in Anatolien und abendliches Schneetreiben im normalerweise milden Istanbul (Quelle: wetteronline/anatolien 86 und Burak Boztepe.

Um den 20.12. sorgte ein Mittelmeer-Tief für starke Schneefälle in Norditalien, und sogar in der algerischen Sahara fiel erstmals seit 37 Jahren kurzzeitig Schnee:

Abb. 9 bis 11: Wetterlage am 21.12.2016 (Quelle: Metoffice); nächtliches Schneegestöber in Norditalien (Quelle: Marco Kaschuba/wetteronline), und algerischer Wüstenschnee (Quelle: Journal Alternative Medien).

Und wer hierzulande bislang den Winter vermisst hat, braucht vermutlich nicht mehr lange zu warten. Der Januar 2017 könnte zeitweise überraschend kalt und gebietsweise schneereich ausfallen.

Schlussbemerkung: Dieser Beitrag ist eine Ergänzung des kürzlich auf diesem Blog erschienenen Beitrags von Stefan Kämpfe. In diesem hat Kämpfe mehr das Wettergeschehen im Dezember 2016 im Blick gehabt sowie eine Vorschau aus statistischer Sicht über den weiteren Verlauf dieses Winters, während es in diesem Beitrag mehr um die Temperatur im Dezember geht.

Josef Kowatsch, Naturbeobachter und unabhängiger Klimaforscher

Stefan Kämpfe, Diplomagraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher

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8 Kommentare

  1. Lieber Herr Geyer

    Unsere Frage an die steten Erwärmungsgläubigen wie Sie war doch, wie die Temperaturen laut Deutschem Wetterdienst von 1909 bis 1960 erst einmal sinken konnten, wo doch die Zunahme an CO2 laut ihrem Glauben zu einer kontinuierlichen ERwärmung hätte führen müssen. Dabei ist es egal, ob wir als Startjahr 1900, das Drei-Kaiserjahr 1888 oder 1881 nehmen, die Dezembertemperaturen sind in diesem 50-jährigen Zeitraum immer gesunken.

  2. Mal wieder bestes Cherry-Picking.

    Wieso wohl die Startpunkte 1909, 1974 und 1985 in den Abbildungen 2-4 gewählt wurden?

    Verschiebt man die Startpunkte um wenige Jahre in irgendeine Richtung, schon hat man für alle drei Graphen eine größere Steigerung.

    Die maximale fehlerhafte Darstellung ergibt sich in der Abbildung 1. Hier beginnt man die Darstellung mit 1909 und zeichnet einen Trendgraphen der Suggeriert das die Temperaturen in diesem Zeitraum von höheren Temperaturen gekommen sind was nachweislich falsch ist.

    Also einfach mal die vollständigen Temperaturreihen betrachten und und nicht nur auf die „optimierten“ Grafiken in solchen Artikeln verlassen.

  3. Lieber Herr Ordowski, Ihre durchaus freundlich gehaltene Entgegnung soll nicht unbeantwortet bleiben. Der Reihe nach. 1) „In der Wissenschaft gibt es keine Demokratie!“ Wem sagen Sie das. Ich bin Wissenschafter und stimme zu. 2) „Das sogennte „Klima“ ist ein theoretisches Gebilde, aus Mittelwerten!“. Wenn Sie das sogennte weglassen, bin ich einverstanden. 3) „Die Theorie vom „Treibhauseffekt“ basiert auf … logischen Denkfehlern.“ Hier irren Sie. Der Treibhauseffekt des CO2 und andere Gase ist ein trivialer Effekt, der darauf beruht, dass es durchsichtiger ist für kurzwellige als langwellige Strahlung. 4) „Wer sich einmal intensiv mit den Gesetzen der Physik auseinandersetzt“ Das ist gar nicht notwendig, um den Treibhauseffekt grundsätzlich zu verstehen. Erst wenn man ihn genauer quantitativ verstehen will, kommen sie ins Spiel.  „Allein die menschverursachte Luftverschmutzung …. haben sicherlich einfluß auf die Temperatur der Erde.“ Einverstanden. „die Erde sei eine Scheibe…“ Komisch, Sie erinnern mich sehr an diese Spezies, zumindest haben Sie mit ihr gemeinsam, dass sie eine Außenseiterrolle spielt.

    • Lieber Herr Freitag,

      nur etwas Grundsätzliches – schön, dass wir uns in einigen Punkten einig sind – Aussenseiterolle? Fühle mich nicht einsam, so mancher Denker war auch einmal Außenseiter .

      Nun aber zum angeblichen „Treibhauseffekt “ , den Sie „trivial“ nennen.

      Ich habe mich vor ca 30 Jahren mit diesem Thema intensiver beschäftigt.

      Hunderte von Berechnungen studiert. Die Resultate waren verblüffend. Von angeblich klaren Beweisen, bis zum genau dem Gegenteil , alles vorhanden , und das, obwohl man fast die gleichen physikalischen Gesetze u. Formeln benutzte.

      Wie konnte das sein, da die Theorie vom „Treibhauseffekt “ praktisch von
      der „Wissenschaft “ nicht angezweifelt wurde? Bei der Betrachtung der Strahlungs- u. Wärmebilanz der Erde ( heute überall publiziert, Wikipedia, IPCC, usw.), ist mir natürlich der zentrale Satz aufgefallen:

      „Eine Erde ohne Atmosphäre hätte eine Durchschnittstemperatur von minus 18 Grad C.“

      Und ich stellte fest, nur mit etwas Logik u. auch nur etwas Physik,( Schwarzer Körper, Stefan Boltzmann), dass alle Werte dort falsch sind.

      Und letztendlich, wie sehe denn unsere Erde ohne Atmosphäre aus?

      Warum wird es auf dem Mond tagsüber ( sehr langer Tag), ca 130 Grad C heiß?

      Nach den Berechnugsgrundlagen, die zur Geburt des „Treibhauseffekt “ führten, dürfte das nicht sein!

      Wie schon öfters ausgeführt , den „trivialen “ Effekt gibt es nicht.

      Eine eiskalte Atmosphäre kann niemals eine warme Erde erwärmen, auch nicht, wenn man die physikalischen Gesetze vergewaltigt!

      MfG

      Eugen Ordowski

       

      • „so mancher Denker war auch einmal Außenseiter“, schon recht, aber es gab und gibt viel mehr Außenseiter, die sich (zu Unrecht) für einen großen Denker halten.

  4. Lieber Herr Freitag,

    ich versuche, mich kurz zu fassen:

    1) In der Wissenschaft gibt es keine Demokratie! Auch wenn in den heutigen Zeiten man so tut, als wäre es so.

    2) Das sogennte „Klima“ ist ein theoretisches Gebilde, aus Mittelwerten!

    3) Die Theorie vom „Treibhausewffekt“ basiert auf falschen Berechnungen und logischen Denkfehlern.

    4) Wer sich einmal intensiv mit den Gesetzen der Physik auseinandersetzt, wie

    – thermodynamik der Gase

    – Strahlenphysik- Quatenmechanik (Quatentheorie)

    der kann nur den Kopf schütteln, über die derzeitige Diskussion über den menschlichen Einfluß mit der CO2 Emission, auf das Klima.

    Die CO2 These ist eine „hohle Nuß“, wie auch die ganze „Klimahysterie“.

    Es gibt keinen „Treibhauseffekt“, weder natürlich, noch menschgemacht.

    Dass der Mensch nicht das Klima beeinflussen kann, ist natürlich auch nicht wahr.

    Allein die menschverursachte Luftverschmutzung (siehe 1945 bis ca 1978, die Erde hat sich abgekühlt), die derzeitige Abholzungsorgie, haben sicherlich einfluß auf die Temperatur der Erde.

    Wir haben nur einen „Ofen“, das ist die Sonne, alles andere ist genauso ein Nonsens, wie die jahrtausendlange Behauptung, die Erde sein eine Scheibe und Mittelpunkt des Universums.

    MfG

    Eugen Ordowski

  5. In den Abbildungen 2 und 3 ist ein linearer Trend eingezeichnet. Nach diesem ist ein Erwärmungsternd von ca 0.7-0.8 Grad in den vergangenen 40 Jahren und von ca 0.4-0.5 Grad in den letzten 30 Jahren (bezogen auf den Monat Dezember in Deutschland). Das deutet eigentlich darauf hin, dass der Erwärmungstrend im Monat Dezember deutlicher ausfällt als für die Mitteltemperatur in Deutschland, wobei diese wiederum deutlicher als  die globale Mitteltemperatur angestiegen ist. Ich räume gerne ein, dass die angegebenen Daten zu schwach sind, um dies tatsächlich zu belegen. Das Herauspicken einzelner Punkte auf der Erde wie Sapporo hilft hier natürlich auch nicht weiter.  Zur Widerlegung der CO2-Hypothese taugt der Artikel  jedenfalls nicht. Hier hilft dann eher Herr Ordowski weiter, der den Treibhauseffekt als Zaubereffekt abtut, trotz Kopfschütteln manches Mitglieds dieses blogs, wohl auch der meisten im Eike-Beirat.

  6. Nur etwas Logik.

    Gäbe es den sogenannten „Treibhauseffekt“, hätten wir andere Jahreszeiten .

    Dieser „Zaubereffekt“ soll ja angeblich im Durchschnitt doppelt so stark strahlen,

    wie die Sonne.

    Finsteres Mittelalter läßt grüßen.

     

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