Beeinflusst die globale Viehwirtschaft das Klima?

Viehzüchter und Agronom Dr. Albrecht Glatzle

von Albrecht Glatzle
Spätestens mit der Veröffentlichung des FAO-Berichts “Livestocks Long Shadow“ (2006) ist die Viehzucht, und ganz besonders die Weidetierhaltung in den Tropen und Subtropen, aber auch der Agrarsektor insgesamt unter massiven medialen Beschuss geraten. Mit fraglichen Argumenten wird dem Konsumenten vorgerechnet, wie sehr er zum Klimawandel etwa durch Rindfleischverzehr beitrage. Von den 14,5% bis 18% der anthropogenen Treibhausgasemissionen, die der Tierhaltung weltweit angelastet werden, sollen fast 75% auf das Konto der großen Wiederkäuer (Rinder und Büffel) gehen (Fleisch- und Milchproduktion). Mit solchen Zahlen wird ein Alarmismus geschürt, der von der FAO 2013 in einem weiteren Bericht „Tackling Climate Change through Livestock“ noch einmal bekräftigt wurde. Erfreulicherweise hat dieser letzte Bericht aber keine mediale Beachtung mehr gefunden.


Der Viehzüchter und Experte für Tropische Weidewirtschaft Albrecht Glatzle hat in drei Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften mit peer review die Vorwürfe der Klimaschädlichkeit der Viehwirtschaft analysiert und kommt zu dem Schluss, dass sowohl die FAO, wie auch der Weltklimarat IPCC, auf dessen Anleitung zur Erstellung Nationaler Treibhausgasinventare sich die FAO in weiten Teilen bezieht, schwere methodische Fehler begingen.

Grundvoraussetzung für eine Klimabeeinflussung durch Haustiere ist eine messbare Klimaerwärmung durch anthropogene Treibhausgasemissionen (z.B. CO2, CH4, N2O). Eine nennenswerte Klimasensitivität dieser Treibhausgasemissionen bestreitet z.B. EIKE auf dieser Webseite seit Jahren mit hunderten von guten wissenschaftlichen Argumenten, denen eigentlich nichts hinzuzufügen ist. Ergänzt soll hier lediglich werden, dass sich der Weltklimarat selbst, dessen Existenzberechtigung ja mit der Aufrechterhaltung des Klima-Alarms steht und fällt, durch inhärente Widerspruche ad absurdum führt, was bei gründlichem Studium der IPCC-Berichte deutlich wird:

Im 4. Sachstandbericht AR4 (2007) werden in Tabelle 2.11 sechzehn (16) natürliche und menschengemachte Antriebskräfte (forcing agents) für das weltweite Temperaturgeschehen aufgelistet und hinsichtlich ihres wissenschaftlichen Verständnisses bewertet. Nur eine dieser Antriebskräfte wird als gut verstanden, und 11 werden als schlecht bis sehr schlecht verstanden klassifiziert. Genau diese Antriebskräfte sind es aber, die als Variablen in die Modellberechnungen künftiger Temperaturszenarien einfließen. Selbst jedem Laien wird einleuchten, dass bei einen so hohen Niveau von Unsicherheit der verwendeten Variablen keine Zukunftsszenarien mit akzeptabler Vertrauenswürdigkeit erstellt werden können. Das IPCC tat dies aber trotzdem. Unter der stillschweigenden Annahme einer ganzen Reihe zusätzlicher, unbestätigter Randbedingungen werden Projektionen künftiger Temperaturentwicklungen in Abhängigkeit von bestimmten Emissionsszenarien erstellt, die allesamt ziemlich steil nach oben zeigen (z.B. Fig. TS.26 im AR4).

Wissenschaftler, die Beiträge zum letzten IPCC-Bericht (2013) AR5 leisteten, haben die Temperaturprojektionen aus früheren Berichten einer empirischen Validierung unterworfen, soweit sie heute schon mit den tatsächlich gemessenen Temperaturen verglichen werden können. Das Ergebnis war ernüchternd: Die derzeit gemessenen globalen Mittelwerttemperaturen liegen deutlich unterhalb der Konfidenzintervalle aller früheren vom IPCC erstellten Temperaturprojektionen (Fig.1.4 aus dem an die Öffentlichkeit gelangten 2nd order draft von AR5, siehe http://www.washingtontimes.com/news/2012/dec/18/chilling-climate-change-news/ ). Nach gängigen wissenschaftlichen Kriterien müssten daher sämtliche IPCC-Modelle als unzutreffend verworfen werden. Leider haben sich die Funktionäre des IPCC aber dazu entschieden, die genannte Abbildung nicht in die endgültige Version des AR5 aufzunehmen. Stattdessen haben sie in ihrer „Summary for Policy Makers“ die Wahrscheinlichkeit, dass der Mensch mittels Treibhausgasen das Klima merklich erwärmt, von 90 auf 95% angehoben, obwohl seit Erscheinen der letzten 3 IPCC-Sachstandsberichte (17 Jahren) keine weitere Erderwärmung mehr beobachtet worden war, trotz weiter steigender Treibhausgas-Emissionen.

Selbst wenn man von einer beträchtlichen Klimaerwärmung durch anthropogene Treibhausgase ausgeht, wie vom IPCC postuliert, gibt es erhebliche Diskrepanzen zwischen der Realität und dem Motto „Less Meat = Less Heat“, unter dem im Europäischen Parlament im Jahre 2009 eine Anhörung stattfand: Diese Diskrepanzen werden in den drei genannten Veröffentlichungen mit unterschiedlicher Ausführlichkeit abgehandelt. Hier sollen nur die wichtigsten kurze Erwähnung finden:

–       Während in der Anleitung zur Erstellung Nationaler Treibhausgasinventare (IPCC 2006, http://www.ipcc-nggip.iges.or.jp/public/2006gl/vol4.html ) im Falle von CO2 korrekterweise nur zusätzliche, vom Menschen verursachte Emissionen berücksichtigt werden, wird bei der Bewertung von Methan- und Lachgasemissionen ein schwerwiegender Fehler begangen: Es werden mit akribischer Genauigkeit Formeln, Richtwerte und Anhaltspunkte abgehandelt, um die Gesamtemissionen dieser Gase aus bewirtschafteten Ökosystemen (managed ecosystems) abzuschätzen. Emissionen aus natürlichen Ökosystemen werden aber per definitionem nicht berücksichtigt, weil sie ja nicht menschengemacht sind. Aber auch natürliche Ökosysteme geben manchmal sogar erhebliche Mengen an Methan und Lachgas ab. Deshalb muss selbstverständlich die jährliche Gesamtemission aus einem bewirtschafteten Ökosystem um den Betrag nach unten korrigiert werden, der von dem zuvor an diesem Standort vorhandenen natürlichen Ökosystem (also ohne menschlichen Einfluss, d.h. vor der Inkulturnahme) jedes Jahr abgegeben wurde, um auf den anthropogenen Anteil der berechneten Gesamtemission zu kommen. Diese Korrektur ist in der IPCC-Anleitung nicht vorgesehen und wurde infolgedessen weder von der FAO noch in irgendeiner der mir bekannten einschlägigen wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu diesem Thema vorgenommen. Eine systematische und erhebliche Überschätzung der als anthropogen deklarierten Emissionen von Nicht-CO2-Treibhausgasen aus Agro-Ökosystemen ist die logische Konsequenz, da Baseline-Emissions-Szenarien über Raum und Zeit keine Berücksichtigung finden.

–       Weder bei der von Satelliten gemessenen geographischen Verteilung der Methankonzentration in der Atmosphäre noch bei ihrer historischen Entwicklung ist ein Haustiersignal erkennbar. Zum Beispiel hat zwischen  1990 und 2007 der Weltbestand an Rindern um über 115 Millionen Kopf zugenommen während der Anstieg der Methankonzentration in der Atmosphäre auf null abfiel. Diese empirischen Beobachtungen  vertragen sich schlecht mit der Behauptung der FAO, die Rinderhaltung trage mit 35 bis 40% zu den Methanemissionen anthropogenen Ursprungs bei.

–       Die „Emissionsintensität“ (erforderliche Emission von CO2-Äquivalenten für die Erzeugung von einem Kilo Rindfleisch) berechnet die FAO je nach Kontinent unterschiedlich: Während in Europa die historischen Emissionen aus der Rodung zur Grünlanderzeugung unterschlagen werden, weil sie schon vor langer Zeit erfolgten, werden diese CO2-Emissionen in Südamerika, wo heute immer noch gerodet wird, um Weideland anzulegen, in dem Jahr, in dem sie anfallen, in voller Höhe auf die in Südamerika erzeugte Fleischmenge verrechnet.
Dieses Vorgehen ist methodisch nicht sauber:
Wenn Buschland oder Wald gerodet oder ausgelichtet wird zur Ansaat von Weideland, dann wird die daraus hervorgehende einmalige Emission in Kauf genommen, um auf dem neu angelegten Dauergrünland über einen sehr langen Zeitraum Fleisch zu produzieren. Zur Berechnung der Emissionsintensität darf daher die bei der Rodung einmalig freigesetzte CO2-Menge nicht auf eine beliebig gewählte Fleischmenge (z.B. Jahresproduktion von Südamerika) umgelegt werden. Sie muss vielmehr auf die Gesamtmenge des auf der neu angelegten Weidefläche während ihrer gesamten Nutzungszeit erzeugten Fleischs verteilt werden. Diese Nutzungszeit kann sich leicht über Jahrhunderte erstrecken wie z.B. in Mitteleuropa, wo sich nahezu alles Grünland an ehemaligen Waldstandorten befindet. Je länger aber die Nutzungszeit, desto geringer wird der Emissionsanteil aus der Rodung, der auf ein kg erzeugtes Fleisch entfällt, ja er tendiert sogar gegen Null. Soweit es um die Emissionsintensität geht (nicht um die in einem bestimmten Jahr in einem bestimmten Kontinent freigesetzte gesamte CO2-Menge), wäre es daher richtig, bei Fleischerzeugung auf Dauergrünland die einmalige Emission aus Rodung grundsätzlich zu vernachlässigen. Die FAO behandelt aber verschiedene Kontinente in dieser Frage uneinheitlich und begeht damit einen weiteren methodischen Fehler.

Die wissenschaftliche Substanz der weit verbreiteten Behauptung, man könne durch Fleischverzicht oder Reduzierung des Fleischkonsums das Klima der Erde beeinflussen, ist vernachlässigbar gering. IPCC und FAO sind mehreren methodischen Fehlern erlegen. Dass auch Hilfsorganisationen wie Misereor und Brot für die Welt aus Gründen des Klimaschutzes zum Fleischverzicht aufrufen, zeugt von Ignoranz und Desinformation. Dasselbe gilt für das Europäische Parlament, wenn es sich für eine Audienz unter dem Schlagwort „Less Meat = Less Heat“ nicht zu schade ist. 

Dr. sc. agr. Albrecht Glatzle Paruguay

Hier die Links zu den Veröffentlichungen von Dr. Glatzle (EIKE) zum Thema

1. http://www.pastoralismjournal.com/content/4/1/1  

Questioning key conclusions of FAO publications ‘Livestock’s Long Shadow’ (2006) appearing again in ‘Tackling Climate Change Through Livestock’ (2013)

2. http://tropicalgrasslands.info/index.php/tgft/article/view/144/92 

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13 Kommentar(e)

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1
Glatzle, Paraguay

Herzlichen Dank allen Kommentatoren für die interessanten Bemerkungen. Besonders gefreut hat mich ihr Beitrag (Nr. 6), lieber Dr. Paul! Sie haben recht, unsere Tiere fressen nichts als Gras und gelegentlich etwas Buschwerk ihr Leben lang. Die einzige Ergänzungs"fütterung" besteht aus den Mangelmineralstoffen Jod und Kupfer, die jeden Monat im Tränkewasser verabreicht werden. Die Jungbullen sind bei reiner Freilandhaltung auf Weide im Durchschnitt im Alter von 24 Monaten schlachtreif mit etwa 500 kg Lebendgewicht. Die etwas mehr als 500 Viehzuchtbetriebe in Paraguay, die für den Export zugelassen sind unterliegen strengen Kontrollen, einem Herkunftsnachweissystem mit speziellen, nicht übertragbaren Ohrmarken, unregelmässigen Betriebsüberprüfungen, monatlicher Berichterstattung über Bestandsveränderungen und über alle eingesetzten Impfungen und Behandlungen und einer Kontrolle der Schlachttiere unmittelbar vor dem Verladen durch einen vereidigten Tierarzt. Antibiotika werden nur selten eingesetzt und ausschliesslich dann, wenn ein Tier verletzt oder krank ist. Hauptabnehmer des Fleischs im Ausland sind Chile, Russland, Israel, China, Peru, Columbien, und zeitweise auch die EU. Über den Eifer der deutschen Entwicklungshilfe (GIZ), bei unserer Weidehaltung Klimaschutzmassnahmen zu berücksichtigen, müssen wir manchmal etwas lächeln.

2
Juergen Uhlemann

Ich fand das folgen Video im Bezug auf "landwirtschaftlichen Flächen" in Afrika. http://tinyurl.com/p8b7hpd

Da kann man verschieden Dinge schon mal nachfragen.

Auf der einen Seite soll Afrike sich selbst ernähren und nicht Lebensmittel einführen. Transport = mehr CO2

Sollen die Afrikaner noch länger hungern bis sie wirklich genug Lebensmittel selbst erzeugen können?

"keine neue vorhandenen landwirtschaftlichen Flächen ... macht die vorhandenen landwirtschaftlichen Flächen produktiver"?
Meint Herr Kerry damit Gentechnik?
Gentechnisch verändertes Saatgut bedeuted das die Bauern das teuere Saatgut von den Firmen in der USA kaufen müssen.

Alles wegen dem sogenannten Klimawandel? Danke Herr Kerry, in weniger als einer Minute wird mir klar warum Sie Kohlenstoff mit Umweltverschmutzung in Verbindung bringen.

3
Martin Landvoigt

Danke für den Artikel.Zwar dürften auch grobe Indikatoren bereits das Unsinnslevel das Ansatzes schnell aufgezeigt haben, aber es ist besser, auch sorgfältige Argumentationen zur Sache zu haben.

Was mich hinsichtlich der Emissionsbilanzen wundert, ist das riesige Emmitenten fast gar nicht erwähnt werden. So lagert gebundenes C und potentielles Methan in Mooren - ich meine mich zu erinnern etwa das 3-Fache der gesamten lebenden Biomasse. Diese wird durch Trokenlegungen, Kultivierung und Torfnutzung, frei. Immer wieder hört man von dauerhaften unterirdischen Bränden von Trockengelegten Mooren.

Zudem sind auch riesige Staudämme als sthendes Gewässer große Quellen von Methanemissionen.

Dies zusammen genommen lassen doch die Rinderpopulationen als vernachlässigbare Peanuts erscheinen. Zumal eine radikale Bestandsveränderung von > 20% wohl kaum realisierbar ist.

4

Guter Beitrag.
Ab jetzt bestelle ich jedes zweite Mal Lendensteak, um so einen Beitrag zur Ausrottung dieser Mistviecher zu leisten.
Krieg ich jetzt Verschmutzungsrechte?

5
Siegfried Müller

Hallo,

die Wertigkeit von Tierhaltung:

http://tinyurl.com/dxea343

mfg

6

Für mich ist dieses Thema eine besonders ulkige Skurilität in der Klimadebatte. Haus- und Nutztiere muss man den Lebewesen auf unserem Planeten zurechnen. Soll die "bessere" Welt nur aus lebloser Materie bestehen? Oder nur aus Pflanzen? Das ist doch Irre.

Wenn jemand kein Fleisch essen mag, ist dies seine Privatsache. Wer darüber hinaus auch noch auf Milchprodukte verzichtet, hat es besonders schwer und muss sene Ernährungsprobleme lösen. Allen, ob Fleischessern oder Vegetariern, wünsche ich einen guten Apetit und immer genug zum Essen.

7

Hallo, hochverehrter Dr. sc. agr. Albrecht Glatzle Paruguay,
lassen Sie sich von einem konsumverwöhnten und gesundheitsbewussten "Westeuropäer" sagen:

Ich schätz ganz bewusst das südamerikanische Rindfleisch weil und solange (sehr sehr wichtig!) es durch reine Grasnahrung seine unvergleichliche Qualität erhält, denn da ist z.B. (wie bei Wildtieren) das Omega-3-Fett drin, das den Industrieprodukten fehlt.
Auch im Gegensatz zu deutschem (nicht nur USA-) Mastfleisch, das zudem noch zu viele Antibiotika etc. erhält, die zwar rechtzeitig vor der Schlachtung abgesetzt werden, aber dann um so mehr mit antibiotikaresistenten Keimen besiedelt sind, die man dann noch lebend bei Aldi und Co mitkaufen kann, woran sich so schnell nichts ändern wird.
Ich weis,
Sie müssen gegen den Doppelfeind Klimaidioten und Vegetarier kämpfen,
deshalb auch hier eine Aufmunterung:

Vegetarismus ist ungesund,
das ist allerdings ein Geheimnis,
jedoch absolut unumstößlich,
von den Deutschen, Sie kennen ja deren sprichwörtliche Gründlichkeit, selbst in Deutschland mit Akribie über 21 Jahre in einem der Wissenschaftstempeln (Krebszentrum Heidelberg) herausgefunden. Eine anderslautende "Konkurrenzuntersuchung" gibt es nicht,
das sollte also Pflichtlektüre für alle Vegetarier sein,
allerdings in der Primitivsprache Englisch natürlich, das ist für Vegetarier zu schwer,
hier nur auszugsweise die Todesursachen als harte Fakten:

Lifestyle Determinants and Mortality in German Vegetarians and Health-Conscious Persons: Results of a 21-Year Follow-up (German Cancer Research Center, Heidelberg):

Mortality analysis (1978-1999) mit ICD-9:

Mental disorders (290-319) Veget./Nicht-Veget. 112/84
Diseases of the nervous system (320-389) Veget./Nicht-Veget. 137/46 !!!
Diseases of the circulatory system (390-459) Veget./Nicht-Veget. 173/82 !!!
Infectious diseases (010-139) Veget./Nicht-Veget. 71/0 !!!
Malignant neoplasms (140-208) Veget./Nicht-Veget. 88/36 !!!

Tun sie bitte weiter Gutes für die Menschen in Paruguay

mfG

p.s.
sterben müssen wir ja alle, aber
man beachte besonders die "Mental disorders" und die "Diseases of the nervous system"
deshalb lieber Fleisch aus Paruguay

8

Zu den methan-rülpsenden Kühen fällt mir immer auf, dass deren Methan in der Regel durch Vergärung von Gras, also zellulose-reichen Pflanzen, in ihren Vormägen (Pansen und Netzmagen) entsteht. Da dieses durch Bakterien erreicht wird, welche außerhalb des Kuhmagens beim Verrotten oder Kompostieren toter Pflanzen in freier Wildbahn ebenso die gleichen 'Abfallprodukte', also Methan usw. erzeugen, dürfte das insgesamt eine Nullbilanz ergeben, denn es wird ja die gleiche Menge an Pflanzen vergärt. Verrotten müssen die pflanzlichen Abfälle so oder so. Und wenn sie dann 'klimaneutral' dazu noch Milch und Fleisch produzieren, kann ich daran ein Problem unter keinen Umständen erkennen. Es sei denn, man will mal wieder Veggiedays, -weeks, -years oder -eternities einführen.

Darüber hinaus kann dieser typische Denkfehler - wenn man denn konsequent wäre - nur die Ausrottung sämtlicher grasfressender Wildtiere zur Folge haben, vom Kaninchen über die Antilopen bis zum Gnu und Nilpferd. Deren Methan ist genauso klimaschädlich wie das der Kühe (nämlich gar nicht). Wo bleibt denn da der Tierschutz?

9

#3: H.R. Vogt zur Ihrem guten Beitrag erlauben Sie mir einen kleinen Kommentar, wer von wem abhängig ist,
Sie sagen:

"Fest steht jedoch, dass ohne die landwirtschaftliche Nutzung der Neuen Welt sehr viel mehr Menschen in der alten Welt verhungert wären."

Richtig ist dabei nur, dass die USA der größte oder einer der größten Agrarexporteure der Welt ist.
Ob die Welt das braucht, ist eine andere Frage:
Beispiel Indien:
Hier herrschte zu meiner Studentenzeit Hungersnot und Indien importierte Nahrung mit einer Bevölkerung von knapp 500 Millionen Menschen. Es gab eindrucksvolle Bilder von bettelnden Kindern in Großstädten, denen man dazu noch eine Hand abgehackt hatte o.ä. Grausamkeiten; politisch unabhängig wurde Indien ja erst nach dem WK-2.
Heute hat Indien die Milliardengrenze überschritten und ist Agrarprodukt-Exporteur ob Sie es glauben oder nicht.
Mit Deutschland ist nach dem WK-2 auch etwas ähnliches passiert. Das "Volk ohne Land"(Hitler) hat den ganzen Osten verloren, die Kornkammern etc.
und im Westen ist jeder 4. ein (völkerrechtswidrig) Vertriebener. Die politisch wie in jedem Land, ganz besonders auch in USA, unterstütze Landwirtschaft hat das Kunststück fertiggebracht, dass auch die dicht besiedelte Bundesrepublik zum Netto-Agraexporteur wurde.
Als medizinisch fachkundiger Ernährungsberater muss allerdings man dazu kritisch bemerken, dass die hier betriebene Produktionsförderung von "Ernährung" zu wenig Rücksicht auf Bedarf und gesundheitliche Unbedenklichkeit genommen hat, hier ist USA eher ein negatives Beispiel, ein weites Feld.
Die UNO beklagt GLOBAL heute mehr Überernährungsschäden, als Hungerprobleme.
"Wir" in Deutschland benötigen "die Neue Welt" keinesfalls, wobei ich persönlich eben wegen gesundheitlichen Gesichtspunkten in der Metro Rindfleisch aus SÜD-Amerika kaufe, wo den Rinderzüchtern das Geld für Mast, Antibiotika und hormonelle Wachstumsbeschleuniger fehlt.
Das simple Gras der Pampa ist tatsächlich überlegen,
auch dem deutschen Mastvieh.
In den lesten Jahren ist zudem in Deutschland die Nahrungsmittelproduktion zugunsten des subventionierten Maisanbaus für "Biostrom" reduziert worden, man soll es nicht glauben, zweifellos als Monokultur mit Pestiziden ökölogisch sehr schädlich.
Guten Appetit!
MfG

10

Unsinn ist, daß nicht unterschieden wird zwischen Intensivhaltung und Freilauf.

Beispiel Australien: Da laufen ein paar Millionen dürrer Rinder im Bush herum und fressen das stahlharte blaue Gras, ohne Kraftfutter und Medikamente, europäische Rindviecher wären unter solchen Bedingungen nach einer Wochen tot.

Und das abgestorbene Gras muß ja irgendwann irgendwie wieder kompostiert werden. Dies erledigen in extrem trockenen Gebieten normalerweise Termiten und die, bis zu einem gewissen Grad, durchaus erwünschten natürlichen Bushfeuer.

Zumindest solche Tiere sollten nicht in einer, ohnehin fragwürdigen, Statistik erscheinen!

11

Das millionenfache Abschlachten der amerikanischen Bisons entzog den indigenen Völkern Nordamerikas, die vor der Ankunft der Neueinwanderung aus anderen Erdteilen dort noch als Sammler und Jäger lebten, die Lebensgrundlage.
Anstelle der Bisons wurden die Prärien der Neuen Welt sodann relativ schnell durch die noch immer fortscheitend industrialisierte Plantagenwirtschaft betreibenden Einwanderer ( Ersatz von Sklavenarbeit durch Erdöl- fressende, landwirtschaftliche Maschinen und Hochleistungs-Zuchtrinder anstelle der Bisons ) bevölkert.
Darüber, ob dies allein das Klima des Nordamerikas oder sogar des ganzen Planeten verändern konnte, wird aber wohl noch lange lustvoll spekuliert werden.
Fest steht jedoch, dass ohne die landwirtschaftliche Nutzung der Neuen Welt sehr viel mehr Menschen in der alten Welt verhungert wären.
BTW:
10 Milliarden Menschen wird der Planet nicht mit Bio- Gemüse und Biofleisch ernähren können.
Deshalb sollte überall auch mehr Hirnschmalz in die Entwicklung / Züchtung von umweltverträglichen eierlegenden Woll-Michsäuen und von Kernkraftwerken investiert werden , welche nicht nur sicherer sondern auch sehr viel kostengünstiger als die heutigen Anlagen arbeiten. (Thorium- 232 anstelle von Uran-235 nutzen! )
Physiker, die Klimamodelle entwickeln, leisten nix Produktives!!

12

#1 Sehr geehrter Herr Reichelt,

es gab vor einigen jahren schon einmal einen Artikel über das Abschlachten der Bisons und der damit verbundenen Verringerung der Methan - Emissionen und damit auf die Temperaturen. Leider erinnere ich mich nur noch an das Ergebnis: null Einfluß.
mfG

13

Darf man jetzt davon ausgehen, daß das millionenfache Abschlachten der amerikanischen Bison in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer Abkühling des Klimas, zumindest in Nordamerika, geführt hat? Denn die konnten dadurch ja auf einen Schlag keine "Treibhausgase" mehr in die Atmosphäre entlassen. Kam es danach vermehrt zu Kälteeinbrüchen und Blizzards? Wäre doch mal eine ernsthafte Untersuchung wert, oder?